Autor Thema: Allergie Teil 4: Therapie  (Gelesen 9630 mal)

Anonym

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Allergie Teil 4: Therapie
« am: 09. Dezember 2009, 18:25:50 »
Diese Infos sind Teil der homepage
http://www.warum-ada.de/Maja/allergie_start.html

Majas Chico leidet an einer Futtermittelallergie und Maja hat mit viel Zeit und Geduld Chicos Allergie unter Kontrolle. Ihre aufwendigen Recherchen hat sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Danke, Maja.




Auch wenn diese Seite hilfreiche Anregungen bieten kann, ersetzt das hier zusammengestellte Wissen nicht einen Besuch beim Tierarzt!

Behandlung



Allgemeines
   

Es gibt keine für Allergien allgemeingültige Therapie in Form von Medikamenten. Je nach Allergie und Katze können unterschiedliche Medikamente in unterschiedlichen Formen zum Einsatz kommen. Allerdings heilen diese in aller Regel nicht die Allergie, sondern werden eingesetzt, um die Symptome im Rahmen zu halten oder zu eliminieren.



Hyposensibilisierung
   

Die Hyposensibilisierung (auch Desensibilisierung oder Spezifische Immuntherapie) ist die einzige Therapieform, die einen gewissen Grad an "Heilung" von der Allergie verspricht. Für eine Hyposensibilisierung wird aus den IgE-Antikörpern, die im Blut auf bestimmte Allergene gefunden werden (IgE-Antikörper), ein Serum erstellt, das der Katze in bestimmten zeitlichen Abständen gespritzt wird. Dabei enthält das Serum immer größere Dosierungen des Allergens. Auf diese Art soll der Körper an das Allergen gewöhnt werden, so dass das Immunsystem bei Kontakt mit dem Stoff nicht mehr "Alarm schlägt".



Ausschlussdiät
   

Eine Ausschlussdiät macht Sinn, wenn eine Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit bei der Katze vermutet wird. Das Wichtigste, was es bei einer Ausschlussdiät (auch Eliminationsdiät genannt) zu beachten gibt ist Konsequenz, Geduld und genaue Beobachtung. Eine Ausschlussdiät basiert auf dem Prinzip, dass der Katze Futtermittel gefüttert werden, die sie zuvor noch nicht bekommen hat, so dass eine allergische Reaktion unwahrscheinlich wird. Eine Fleischsorte (evtl. mit Kartoffeln oder Ballaststoffen wie Cellulose und je nach Fettgehalt des Fleisches der Zugabe von (möglichst tierischem) Fett) wird dann zunächst über einen gewissen Zeitraum (meist werden 6 bis 8 Wochen empfohlen) gefüttert, bis sich die Symptome gebessert haben. Anschließend kann eine Provokationsdiät durchgeführt werden. Dabei wird das alte Futter erneut gegeben - zeigen sich Reaktionen, gilt die Diagnose einer Futtermittelallergie als gesichert. Nach einer erneuten Fütterung der erfolgreich gefütterten Fleischsorten kann immer wieder vorsichtig versucht werden, den Speiseplan um einzelne Komponenten (etwa neue Fleischsorten, neue Ballaststoffe (z.B. Gemüse), neue fetthaltige Zutaten) zu erweitern. Dabei sollten neue Komponenten immer 2 Wochen gefüttert werden, um zu sehen, ob Reaktionen auftreten. Treten wieder Symptome auf, kehrt man zur letzten erfolgreich (symptomlos) gefütterten Zusammensetzung zurück. Sind nach 2 Wochen keine Symptome zu sehen, kann der Bestandteil als "nicht allergieauslösend" betrachtet und dauerhaft zum Speiseplan hinzugefügt werden.

Für eine Ausschlussdiät wird meist Pferdefleisch als Hauptinhalt empfohlen, die Diät kann aber auch mit Straußen-, Känguru- oder Emufleisch (soweit erhältlich) durchgeführt werden (oder auch anderen, selten in Katzenfutter enthaltenen Fleischsorten). Als Kohlenhydrate werden häufig Kartoffeln empfohlen. Allerdings ist die Fütterung von Kohlenhydraten für Katzen nicht unumstritten, da Katzen diese nur schlecht verwerten können. Um das Futter mit Ballaststoffen anzureichen, kann auch Gemüse wie Zucchini zugegeben werden. Allgemein sollten folgende Eckpunkte möglichst erfüllt werden: Fleisch nur von einer Sorte, nach Möglichkeit auch mit Innereien und Fett des gleichen Tieres (dabei aber nicht mehr als 5% Leber und nicht mehr als 10% Innereien insgesamt, Herz darf etwas mehr enthalten sein), Ballaststoffe bzw. Gemüse bis ca. 5%, Fettgehalt zwischen 7,5 und 10%. Auf Chicos Seite findet sich unter Ausschlussdiät eine Empfehlung für den Aufbau und die Durchführung einer Ausschlussdiät. Diese Empfehlung habe ich aufgrund meiner Erfahrung mit Chicos Ausschlussdiät geschrieben. Sie hat sich auch bei einigen anderen Katzen schon als hilfreich erwiesen. Trotzdem möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass eine Ausschlussdiät bei jeder Katze anders aussehen und es keine allgemein gültigen Regeln geben kann.

Der Katzenhalter sollte während der Ausschlussdiät genau und konsequent Tagebuch führen, um mögliche Reaktionen festzuhalten. Da eine Ausschlussdiät eine langwierige Angelegenheit ist, ist es so auch nach einiger Zeit noch möglich, den Verlauf nachzuvollziehen. Da Reaktionen auch einige Tage nach der Fütterung einer (neuen) Komponente auftreten können, hilft das Tagebuch, den Überblick zu behalten. In dem Tagebuch können dann auch alle Bestandteile festgehalten werden, die die Katze verträgt.

Die Konsequenz des Katzenhalters ist absolut unerlässlich für eine erfolgreiche Ausschlussdiät. Die Katze darf nichts fressen, was nicht in der Ausschlusdiät enthalten ist und entsprechend dokumentiert wird. Für die Zeit der Diät (und im Falle einer Bestätigung der Diagnose Futtermittelallergie vermutlich für immer) sind vor allem Leckerchen und Trockenfutter aufgrund der vielen darin enthaltenen Stoffe und des hohen pflanzlichen Anteils Tabu. Alle Personen, die Kontakt zur Katze haben, sollten entsprechend eingewiesen werden. Da Katzen bei solchen Diäten sehr erfinderisch werden können, was die Futterbeschaffung angeht, sollte auch auf alle menschlichen Lebensmittel Acht gegeben werden. Eine Ausschlussdiät bei Freigängern ist schwieriger zu handhaben, da diese die Möglichkeit haben, draußen alles zu fressen (und evtl. auch "fremd fressen gehen" können). Wenn es sich vermeiden lässt, sollte daher der Freigang fürs Erste gestrichen werden.

Auch kleinste Mengen eines Allergens reichen aus, um allergische Symptome hervorzurufen - da kann ein Krümel Trockenfutter reichen. Sollten mehrere Katzen im Haushalt leben, muss auf eine strikte Futtertrennung geachtet werden. Trockenfutter sollte in dieser Zeit auch der zweiten Katze nicht gefüttert werden, ebenso wie Leckerchen, da zum einen die Gefahr zu groß ist, dass die allergische Katze einen Happen erwischt und zum anderen Eifersüchteleien einsetzen könnten.

Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Katzenhalter sich bei der Durchführung der Ausschlussdiät zusätzlich in die Nährstoff- und Ernährungsbedürfnisse von Katzen einlesen muss, um eine dauerhafte Unterversorgung mit Nährstoffen zu vermeiden. Die Fütterung von selbst hergestelltem und ausgewogenem Futter sollte das oberste Ziel jedes Halters einer futtermittelallergischen Katze sein.



Cortison
   

Der Name Cortison leitet sich aus dem Lateinischen von cortex (Rinde) ab und bezeichnet die inaktivierte Form des Glucocorticoids Cortisol (ein Steroidhormon, das in der Nebennierenrinde produziert wird). Cortisol spielt eine Rolle beim Fettstoffwechsel, dem Kohlenhydrathaushalt und dem Proteinumsatz des Körpers. Es wirkt immunsuppressiv und entzündungshemmend. Entsprechend den Funktionen des Cortisols und seiner Wirkungen hat Cortison viele Einsatzgebiete.

Die Konzentration von Cortisol im Blut schwankt im Laufe des Tages (zirkadiane Rhythmik). So findet sich beim Menschen morgens kurz nach dem Aufwachen die höchste Konzentration und nachts die niedrigste. Bei Katzen ist die Rhythmik vermutlich umgekehrt: Häufig findet man die Angabe, dass bei ihnen die Cortisolproduktion abends am stärksten ist. Cortison-Präparate sollten möglichst gemäß der Rhythmik verabreicht werden - für Katzen heißt dies, dass meist empfohlen wird, Cortison-Tabletten abends zu geben, um die körpereigene Produktion möglichst gut zu unterstützen.

Wie bereits angedeutet, sind die Einsatzgebiete von Cortison vielfältig. Im Folgenden sollen nur einige genannt werden:

    * Autoimmunerkrankungen
    * Asthma
    * Allergien
    * Leukämie
    * Rheuma
    * Lebererkrankungen
    * Zur Entzündungshemmung

Cortison-Varianten, die als Wirkstoff in Medikamenten eingesetzt werden, sind u.a. Prednisolon, Prednison, Methylprednisolon, Dexamethason. Vor allem Prednisolon- und Dexamethason-Varianten finden sich auch in Präparaten für die Veterinärmedizin, wobei Dexamethason zu den langwirkenden Glukokortikoiden gehört. Darreichungsformen von Cortison bei Katzen sind Tabletten und (Depot-)Spritzen sowie bei Asthma cortisonhaltige Inhalationssprays. Sowohl die Art des eingesetzten Cortisons als auch die Darreichungsform wird je nach Krankheitsbild festgelegt.

Cortison kann Nebenwirkungen haben. Vor allem, wenn es über einen längeren Zeitraum regelmäßig gegeben wird. Nach Möglichkeit sollte ein Cortisonpräparat entsprechend des zirkadianen Rhythmus gegeben werden (bei der Katze also abends). Anfangs wird Cortison meist täglich gegeben, die Dosis sollte aber möglichst schon nach kurzer Zeit auf eine alternierende Gabe alle zwei Tage umgestellt werden, damit die Nebennierenrinden nicht vollständig die Produktion des körpereigenen Cortisols einstellen. Ebenso sollte die Dosierung möglichst bald reduziert werden auf die geringste wirkungsvolle Dosis. Eine Gefahr bei Langzeit- bzw. Depot-Cortisongaben ist, dass die Nebennierenrinden ihre Cortisolproduktion einstellen und nicht schnell genug wieder aufnehmen können, wenn das Depot seine Wirkung verliert. Zudem wird das Cortison aus einem Depot nicht gleichmäßig abgegeben, sondern erzeugt zunächst eine hohe Wirkstoffmenge, um dann schnell immer weniger Cortison abzugeben. Dies ist nicht immer wünschenswert. Nebenwirkungen können u.a. sein: Osteoporose, Hautschäden, möglicherweise Augenschäden, Diabetes, u.a. Wichtig ist es zudem auch, ein Cortisonpräparat nicht plötzlich auszusetzen, sondern langsam auszuschleichen. So wird verhindert, dass es zu einem Cortisonmangel im Körper kommt, der gefährlich werden kann.



Antiparasitika
   

Wurde ein Befall mit Parasiten festgestellt, so kommen meist Antiparasitika zum Einsatz. Die Wirkungsweise der verschiedenen Antiparasitika sind unterschiedlich: Von Wirkungen auf das zentrale Nervensystem der Parasiten, die den Tod derselben zur Folge haben bis hin zur Beeinflussung der Entwicklungsfähigkeit von beispielsweise Flöhen, wodurch ein Neubefall meist verhindert wird.

Es sollte aber auch beim Einsatz von Antiparasitika immer im Auge behalten werden, dass die Wirkstoffe auch z.T. sehr starke Nebenwirkungen zeigen können. Je nach Stärke des Befalls (und natürlich Stärke einer Floh- oder Milbenallergie) reichen unter Umständen auch bestimmte Verhaltensmaßnahmen wie verstärkte Hygiene (besonders mit Augenmerk auf den Liegeplätzen der Katze) aus, um die Parasiten wieder los zu werden.



Antimykotika
   

Symptome
Allergiearten
Ursachen, Diganostik, Unverträglichkeit
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