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Infos zur Katzengesundheit / Felines Hyperästhesie-Syndrom (FHS) // Rolling Skin Syndrom (RSS)
« Letzter Beitrag von Anonym am 30. November 2015, 23:34:27 »
Felines Hyperästhesie-Syndrom (FHS) // Rolling Skin Syndrom (RSS)



1. Pathogenese und Krankheitsbild

Kennzeichnend für das FHS ist das wiederholte Auftreten von psychomotorischen Krisen, einhergehend mit Hyperästhesie (Schroll/Dehasse 2009: 193). Typische Symptome, die während derartiger Anfälle gezeigt werden, umfassen „rollende“ Bewegungen des Fells in der Dorsolumbalregion, Fixieren und/oder Attackieren von Schwanz, Flanken, Beckenregion, zielloses Umherlaufen mit Vokalisieren, Ausreißen von Haaren und/oder Bekauen der Krallen sowie Mydriasis. Hinzukommen können „running fits“, verminderte bzw. erhöhte Aggressivität (gegenüber Menschen, Objekten, anderen Tieren) sowie Unsauberkeit (Schroll/Dehasse 2009: 193; Wexler-Mitchell 2004: 200; Lumsden 2011: 246). Erkrankungen treten gehäuft bei Tieren im Alter zwischen einem und fünf Jahren auf, wobei weibliche und männliche Tiere gleichermaßen betroffen sind (Lumsden 2011: 246). Einige Rassen (Siamesen, Burmesen, Abyssinier, Perser) scheinen prädisponiert zu sein (Dewey/Cerda-Gonzalez 2008: 496; Ciribassi 2009). Ätiologie und Pathogenese des FHS sind noch weitgehend ungeklärt; ebenso können die beschriebenen Symptome verschiedene dermatologische, gastrointestinale, orale, neurologische oder psychogene Ursachen haben, die es differentialdiagnostisch abzuklären gilt (Ciribassi 2009; Landsberg/Hunthausen/Ackermann 2013: 166-167). Während das FHS teilweise als Verhaltensanomalie im Sinne einer Zwangsstörung betrachtet wird (Ciribassi 2009; Thompson 2013: 15; Overall 2013), verbreitet sich zunehmend die Einschätzung, dass zumindest eine partielle Epilepsie-Komponente im Sinne fokaler Anfälle gegeben ist (Zurr/Bolbecher 2010: 47, Schroll/Dehasse 2009: 193). Ob diese Anfälle als einfach oder komplex einzustufen sind, ob mithin eine Beeinträchtigung des Bewusstseins vorliegt oder nicht, ist bei der Katze jedoch nur schwer zu entscheiden, wobei das Vokalisieren, wie es auch beim FHS beobachtet wird, in der Literatur als Anzeichen für eine Bewusstseinsbeeinträchtigung angesehen wird (Schriefl 2009: 5).

Alternativ wird die Ansicht vertreten, dass es sich beim FHS um ein neuropathisches Schmerzgeschehen handelt, zurückgehend auf eine entzündliche Myopathie vor allem der Lumbalmuskulatur (Galle o.J.; Chrisman/Mariani/Platt 2003: 346). In jüngerer Zeit durchgeführte histopathologische Untersuchungen von Muskelbioptaten von am FHS erkrankten Katzen zeigten entzündliche Infiltrationen, so genannte „rimmed vacuoles“, in der epaxialen Muskulatur betroffener Katzen, woraufhin Parallelen zur humanen Einschlusskörpermyositis gezogen wurden (Dewey/Cerda-Gonzalez 2008: 495-496). Es handelt sich hier um eine idiopathische entzündliche Myopathie, die mit einer krankhaften Ablagerung von Proteinen in den Muskelfasern einhergeht. Gleichzeitig finden sich auch Anzeichen einer T-Zell-vermittelten Immunreaktion. Allerdings ist nach wie vor unklar, ob die Proteinablagerungen eine Immunantwort darstellen oder aber als Auslöser einer solchen anzusehen sind (Schröter o.J.).


2. Diagnose

Zunächst erfolgt die differentialdiagnostische Abgrenzung zu anderen Krankheitsbildern. Hier sind vor allem zu nennen krankhafte Veränderungen an Bandscheiben oder knöchernen Strukturen (insbesondere Spondylosis deformans), Cauda-Equina-Syndrom, degenerative Gelenkerkrankungen, Parasitenbefall, Futtermittelallergie, symptomatische Epilepsie (Tumoren, Missbildungen, Stoffwechselstörungen [Leber-/Nierenerkrankungen, Schilddrüse], Vergiftungen). Als diagnostische Maßnahmen kommen Parasitenbekämpfung, Eliminationsdiät, Röntgen, CT/MRT, EEG, EMG, Liquoruntersuchung etc. in Frage.
Ergeben sich hier keine Hinweise, wird die Verdachtsdiagnose FHS gestellt.


3. Therapie

Angesichts der gegenwärtig noch bestehenden Unklarheit hinsichtlich Ätiologie und Pathogenese herrscht auch mit Blick auf mögliche Therapien keine Einigkeit. Vor dem Hintergrund der häufig vorgenommenen Einordnung des FHS als Verhaltensanomalie/Zwangsstörung wird hier in der Regel eine Kombination aus Verhaltenstherapie und Pharmakotherapie vorgeschlagen (Ciribassi 2009; Ewing 2010), wobei erstere den Schwerpunkt auf die Verminderung von Stressoren im Lebensraum der betroffenen Katze legt (Ewing 2010). Dementsprechend gehören die für die Therapie des FHS (ergänzend) vorgeschlagenen Medikamente den Gruppen der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) (z.B. Fluoxetin, Paroxetin), der trizyklischen Antidepressiva (Clomipramin) bzw. der Benzodiazepine (Lorazepam, Oxazepam) an (Ciribassi 2009; Lumsden 2011: 246; Chrisman/Mariani/Platt 2002: 346), die sämtlich anti-obzessiv und anxiolytisch wirken. Der Schlüssel zur Behandlung des FHS wird nach dieser Lesart in einer Verhaltensmodifikation gesehen, wobei die Überlegung zugrunde liegt, dass eine Verhaltenstherapie nur dann erfolgreich durchgeführt werden kann, wenn die Katze (medikamentös) soweit stabilisiert ist, dass sie überhaupt lernfähig ist.

Neuere Theorien interpretieren das FHS hingegen als Form der Epilepsie bzw. als neuropathisches Schmerzgeschehen; dementsprechend wird die Therapie ausgerichtet.

Das zur Behandlung der primären Epilepsie der Katze am häufigsten eingesetzte Medikament ist Phenobarbital (Ammer/Potschka 2010: 158; Yin/Nolte 2010: 431). Nachteilig ist hier allerdings, dass bei einer Dauertherapie Leberschäden nicht ausgeschlossen werden können (Ammer/Potschka 2010: 158). Weiterhin wirkt das Medikament (vor allem initial) stark sedierend, und es entwickelt sich häufig eine Polyphagie (Yin/Nolte 2010: 432). Darüber hinaus kommt es unter der Gabe von Phenobarbital zu einer Induktion der Cytochrom-P-450-Enzyme mit der Folge, dass die Eliminationshalbwertzeit nicht nur des Phenobarbital selber, sondern auch zahlreicher anderer Substanzen nach und nach verkürzt wird, sodass es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen kann (Ammer/Potschka 2010: 158; Tipold 2003: 219).

In der jüngeren Zeit wurden bereits vereinzelt Versuche unternommen, neuere, in der humanen Epilepsietherapie zum Einsatz kommende Medikamente auch für die Veterinärmedizin nutzbar zu machen. Hierzu zählt vor allem Gabapentin sowie dessen Nachfolger Pregabalin (Lyrica®), eine Molekülvariante des Gabapentin (Govendir/Perkins/Malik 2005; Bathen-Nöthen 2013). Der Wirkmechanismus beider, zur Stoffgruppe der Antikonvulsiva zählenden Substanzen ist ähnlich: Sowohl Gabapentin als auch Pregabalin binden an die alpha2delta-Untereinheit von Calcium-Kanälen im ZNS und hemmen dadurch die Ausschüttung unterschiedlicher erregender Neurotransmitter (Glutamat, Substanz P, Calcitonin-Gen-gesteuerte Peptide) sowie monoaminerger Transmitter (Volz/Stieglitz 2010: 72; Schatzberg/Cole/DeBattista 2010: 344; Baron 2012). Beide Substanzen sind im Humangebrauch für die Behandlung (Mono- und Zusatztherapie) von einfachen sowie komplexen partiellen Epilepsie-Anfällen (mit und ohne sekundäre Generalisierung) sowie zur Behandlung neuropathischer Schmerzen zugelassen (Schatzberg/Cole/DeBattista 2010: 344).

Da das FHS einerseits als Form eines komplex-partiellen Epilepsie-Anfalles interpretiert wird, andererseits als neuropathisches Schmerzgeschehen (Galle o.J.), bieten die Substanzen Gabapentin bzw. Pregabalin jeweils die Möglichkeit, beide Zustände therapeutisch abzudecken.

Gabapentin wie auch Pregabalin zeichnen sich durch ein überaus positives Nebenwirkungsprofil und eine gute Verträglichkeit aus; insbesondere werden die Substanzen nicht über die Leber metabolisiert und unverändert über die Nieren ausgeschieden (Schatzberg/Cole/DeBattista 2010: 346; Ammer/Potschka 2010: 161; Volz/Stieglitz 2010: 72).

Pregabalin besitzt gegenüber Gabapentin jedoch den Vorteil, dass die Bindungsfähigkeit an die alpha2delta-Untereinheit der spannungsabhängigen Calcium-Kanäle dreifach stärker ausgeprägt ist (Volz/Stieglitz 2010: 72), sodass niedrigere Dosen für die Erreichung eines Therapieerfolges ausreichen. Die Resorption erfolgt schnell und dosisunabhängig; eine maximale Blutkonzentration ist bereits nach einer Stunde erreicht (Lederer 2010: 20). Darüber hinaus zeichnet sich Pregabalin durch eine höhere Bioverfügbarkeit (> 90%) bei gleichzeitig geringerer inter- und intraindividueller Varianz als Gabapentin aus, sodass es leichter fällt, die für eine erfolgreiche Therapie des jeweiligen Patienten erforderliche Dosis festzulegen (Lederer 2010: 20). Zum Erhalt eines konstanten Blutspiegels reicht die zweimal tägliche Gabe des Pregabalin aus; Gabapentin muss dreimal täglich verabreicht werden (Baron 2012; Ammer/Potschka 2010: 161; Lederer 2010: 20), was die Anwendung von Gabapentin beim Tier erschwert.

Während mit Blick auf Gabapentin in der Literatur sowohl hinsichtlich der Anwendung an sich als auch bezüglich der Dosierung Angaben für die Katze zu finden sind (Kessler 2013: 189-190; Scott/McLaughlin 2008: 36), liegen für diese Spezies momentan noch kaum Erfahrungen bzw. Fallberichte über die Anwendung von Pregabalin vor; Hinweise auf die Wirksamkeit der Substanz bei der Behandlung sowohl von komplex-partiellen Epilepsie-Anfällen als auch von neuropathischen Schmerzen finden sich in der neueren Literatur vor allem mit Blick auf den Hund (Bathen-Nöthen 2013: 16; Kessler 2013: 189-190). Mit Blick auf die Katze gibt es anekdotische Verweise auf eine Anwendung von Pregabalin (Smith-Bailey/Dewey 2010: 546; Landsberg/Hunthausen/Ackermann 2013: 171); Landsberg et al. schlagen für die Katze eine Dosierung von 1-2mg/kg KGW alle 12 Std. vor (Landsberg/Hunthausen/Ackermann 2013: 171).

Wie bereits oben dargelegt, hemmt Pregabalin die Ausschüttung von u.a. Glutamat und Substanz P, woraus sich die Anwendung bei Epilepsie bzw. bei neuropathischen Schmerzen ergibt. Interessant ist hier jedoch, dass Pregabalin nur dann eine Wirkung zeigt, wenn die entsprechenden Neurotransmitter im Übermaß ausgeschüttet werden, sich das Neurotransmittersystem insgesamt also in einem Zustand der Hyperexzitation befindet; ansonsten, d.h. bei einer normalen Ausschüttungsrate, zeigt Pregabalin keinerlei Wirkung (Volz/Stieglitz 2010: 72). Da das FHS lediglich über den Ausschluss anderer Erkrankungen diagnostiziert werden kann und dieser Ausschluss in vielen Fällen aufgrund der – auf wirtschaftliche oder sonstige Erwägungen zurückgehende – mangelnden Bereitschaft der Tierhalter, das gesamte diagnostische Repertoire auszuschöpfen, unvollständig bleiben muss, bietet hier Pregabalin die Möglichkeit, eine diagnostische Therapie anzustoßen: Zwar ist nach wie vor unklar, ob das FHS eine epileptiforme Erkrankung oder eine Myopathie mit neuropathischer Schmerzkomponente darstellt; da Pregabalin jedoch sowohl die Ausschüttung von Glutamat als auch von Substanz P hemmt, sollte es beide Fälle therapeutisch abdecken können. Da Pregabalin weiterhin, wie oben dargelegt, seine Wirkung nur bei Zuständen der Hyperexzitation entfaltet, kann in einem nächsten Schritt aus einer gegebenenfalls beobachteten Wirkung des Pregabalin geschlossen werden, dass tatsächlich eine vermehrte Ausschüttung der fraglichen Neurotransmitter gegeben war, die zum Auftreten der beobachteten klinischen Symptome führte. Dem entsprechend kann eine erfolgreiche Behandlung mit Pregabalin im Sinne einer Symptomverbesserung oder eines Verschwindens der Symptome als Untermauerung der gestellten Diagnose FHS angesehen werden.


4. Literatur

Ammer, H./Potschka, H.(2010). Pharmakologie des zentralen Nervensystems (ZNS).
In: Löscher, Wolfgang/Frey, Hans-Hasso (Hrsg.)(32010). Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie für die Veterinärmedizin.
3., vollständig überarbeitete Auflage.
Stuttgart: Enke; S.115-166.

Baron, Ralf (2012). Psychiatrie für Neurologen.
Abrufbar unter:
http://registration.akm.ch/einsicht.php?XNABSTRACT_ID=149400&XNSPRACHE_ID=1&XNKONGRESS_ID=168&XNMASKEN_ID=900

Bathen-Nöthen, Andrea (2013). Wenn die Spannung sich entlädt. Epilepsie bei Hund und Katze.
In: HundKatzePferd, Vol.6; 12-16.
Abrufbar unter: http://www.hundkatzepferd.com/news/34,585855/HKP-6-2013/Epilepsie-bei-Hund-und-Katze.html

Chrisman, Cheryl/Mariani, Christopher/Platt, Simon (2003). Neurology for the Small Animal Practitioner.
Jackson: Teton.

Ciribassi, John J. (2009). Feline Hyperesthesia Syndrome.
Abrufbar unter: http://www.VeterinaryPartner.com/Content.plx?P=A&A=2873

Dewey, Curtis W./Cerda-Gonzalez, Sophia (2008). Myopathies. Disorders of Skeletal Muscle.
In: Dewey, Curtis W. (ed.)(22008). A Practical Guide to Canine and Feline Neurology.
2nd Edition
Hoboken: Blackwell; 469-516.

Ewing, Tom (2010). Hyperesthesia Syndrome.
Abrufbar unter:
http://www.vet.cornell.edu/FHC/health_resources/HyperesthesiaSyndrome.cfm

Galle, Jared B. (o.J.) The Great Pretenders. Things That Look Like Seizures But Aren’t.
Abrufbar unter:
http://c.ymcdn.com/sites/www.michvma.org/resource/resmgr/mvc_proceedings_2014/galle_04.pdf

Govendir, M./Perkins, M./Malik, R. (2005). Improving Seizure Control in Dogs with Refractory Epilepsy Using Gabapentin as an Adjunctive Agent.
In: Australian Veterinary Journal, Vol.83, No.10 (October); 602-608.
Abrufbar unter: http://www.2ndchance.info/epilepsy-Govendir2005gabapentin.pdf

Kessler, Martin (32013). Kleintieronkologie. Diagnose und Therapie von Tumorerkrankungen bei Hund und Katze.
3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage.
Stuttgart: Enke.

Landsberg, Gary M./Hunthausen, Wayne/Ackermann, Lowell (32013). Behavior Problems of the Dog and Cat.
Third Edition.
Edinburgh u.a.: Saunders Elsevier.

Lederer, Artur Julian (2010). Die präemptive Wirkung von Pregabalin auf sekundäre Hyperalgesie- und Allodyniezonen.
Diplomarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der gesamten Heilkunde an der Medizinischen Universität Graz.
Graz: 2010.

Lumsden, Amanda L. (2011). Hyperesthesia Syndrome.
In: Norsworthy, Gary D./Fooshee, Grace Sharon/Crystal, Mitchell A./Tilley, Larry P. (eds.)(42011). The Feline Patient.
Fourth Edition.
Hoboken: Wiley-Blackwell; 246-247.
Overall, Karen L. (2013). Manual of Clinical Behavioral Medicine for Dogs and Cats.
St. Louis: Elsevier

Schatzberg, Alan F./Cole, Jonathan O./DeBattista, Charles (72010). Manual of Clinical Psychopharmacology.
7th Edition.
Arlington: American Psychiatric Publishing.

Schriefl, Simone (2009). Untersuchungen zu Ätiologie und Prognose epileptischer Anfälle bei der Katze.
Inaugural-Dissertation zur Erlangung der tiermedizinischen Doktorwürde der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Abrufbar unter: http://edoc.ub.uni-muenchen.de/9880/1/Schriefl_Simone.pdf

Schröter, Carsten (o.J.). Einschlusskörpermyositis.
Abrufbar unter: http://www.reha-klinik.de/informationsforum/einschlusskoerpermyositis.html

Schroll, Sabine/Dehasse, Joel (2009). Verhaltensmedizin bei der Katze. Leitsymptome, Diagnostik, Therapie und Prävention.
Stuttgart: Enke.

Scott, Harry W./McLaughlin, Ronald (2008). Orthopädie bei der Katze. Erkrankungen und Therapie des Bewegungsapparates.
Hannover: Schlütersche.

Smith Bailey, Kerry/Dewey, Curtis W. (2010). Novel Anticonvulsant Therapies.
In: August, John R. (ed.)(2010). Consultations in Feline Internal Medicine. Vol.6.
St.Louis: Saunders Elsevier; 540-547.

Thompson, Mark (22013). Small Animal Medical Differential Diagnosis. A Book for Lists.
2nd edition.
Oxford: Elsevier.

Tipold, Andrea (2003). Nervensystem.
In: Kraft, Wilfried (Hrsg.)(2003). Geriatrie bei Hund und Katze.
Stuttgart: Parey; 99-234.

Volz, Hans-Peter/Stieglitz, Rolf-Dieter (2010). Generalisierte Angststörung. Krankheitsbild, Komorbiditäten, Psycho- und Pharmakotherapie.
Stuttgart: Schattauer.

Wexler-Mitchell, Elaine (2004). Guide to a Healthy Cat.
Hoboken: Wiley.

Yin, Sophia A./Nolte, Ingo (2010). Praxisleitfaden Hund und Katze.
Hannover: Schlütersche.

Zurr, Daniela/Bolbecher, Gisela (2010). Ganzheitliche Verhaltenstherapie bei Hund und Katze.
Stuttgart: Sonntag.





Diese Informationen wurden zusammengetragen von unserem Mitglied Nicole, die sich sehr intensiv für ihren Kater mit diesem Thema auseinandersetzt und uns diese Recherche zur Verfügung gestellt hat.
Mehr Infos und Linkverweise finden sich im Forum.

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Infos zur Katzengesundheit / Pankreatitis / Exokrine Pankreasinsuffizienz bei Katzen
« Letzter Beitrag von Anonym am 19. September 2013, 11:37:10 »
Pankreatitis / Exokrine Pankreasinsuffizienz bei Katzen

Allgemeines zur Begriffsdefinition:

eine Insuffizienz ist immer eine unzureichende Funktion, in diesem Fall ein _zuwenig_ an Enzymen, die in der Bauchspeicheldrüse produziert werden.  Exokrin deshalb, weil die Bauchspeicheldrüse auch für die Ausschüttung von Hormonen zuständig ist (endokrin).

eine -itis ist immer eine Entzündung.

Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)

Das Pankreas stellt die Enzyme zur Verfügung, die die Nahrung in ihre Einzelbestandteile spalten, damit sie vom Körper verwertet werden können. Tritt ein Mangel auf, sind die ersten Symptome i.d.R. voluminöse Häufchen (es muß kein Durchfall gegeben sein) und die Katze leidet trotz guten Appetis an Gewichtsverlust.

Diagnostik:

Ein erster diagnostischer Schritt kann eine Kotprobe sein, die auf unverdaute Futtermittelrückstände untersucht wird.
Unverdaute Futtermittelrückstände können allerdings auch durch andere Darmerkrankungen entstehen, deshalb ist die Diagnostik der Wahl der fTLI-Test (Blutuntersuchung).

Die Behandlung besteht aus der Gabe von Enzymen, wovon es verschiedene Produkte gibt.


Pankreatitis

Pankreatitis ist ein entzündlicher Prozess, der akut und/oder chronisch sein kann.

Bei einer mild verlaufenden chronischen Pankreatitis  gibt es häufig keine auffälligen Symptome, so dass es meist erst dann auffällt, wenn die Katze ein verhaltenes Befinden zeigt, z.b. Appetitmangel, Dehydration, Gewichtsverlust (unspezifische Symptome) und/oder es zu einem akuten Schub kommt.

Erbrechen und/oder  Durchfall müssen nicht zwingend vorhanden sein bei der Katze.

Diagnostik:

Amylase und Lipase im Blutbild sind nicht unbedingt aussagekräftig in diesem Fall bei Katzen.  Der Test der Wahl ist der fpli (bzw. auch specfpl, sind in der Aussagekraft nahezu identisch).

Die Therapie kann sehr unterschiedlich sein, sie richtet sich in erster Linie nach den Symptomen, die die Katze zeigt (Schmerzmittel, Glukokortikoide, Magensäureblocker, Mittel gegen Erbrechen etc.).

Ein akuter Schub kann auch dermassen heftig sein, dass die Katze enteral (per Sonde) ernährt werden muß. Denn bei Katzen besteht bei längeren Hungerphasen die Gefahr einer hepatischen Lipidose.

Die Behandlung richtet sich also in erster Linie nach den Symptomen und muß individuell auf das Befinden der Katze abgestimmt werden. Wobei natürlich auch zu berücksichtigen ist, dass auch andere Erkrankungen vorliegen können (z.b. Leberprobleme, Diabetes, Magen-/Darmprobleme).

Die Ernährung ist ein sehr wichtiger Faktor. Auch hier gibt es keine "allgemeingültigen" Empfehlungen.  Generell gilt aber die Aussage: es sollte ein hochverdauliches Futter gegeben werden mit sehr moderatem Fettgehalt.

Katzen mit gastrointestinalen Erkrankungen haben häufig einen Vit. B12 Mangel und Folsäuremangel, weshalb diese Nahrungsergänzungen  zugeführt werden sollten.

Es wird eine Verlaufskontrolle empfohlen (specfpl).

Weiterführende Links hierzu:

http://www.idexx.de/pdf/de_de/smallanimal/education/client-education/du_treatment_feline_pancreatitis_de.pdf
http://www.vetion.de/service/print.cfm?aktuell_id=12655
http://www.enpevet.de/lexicon/ShowArticle.aspx?articleid=40856
http://www.felinecrf.info/pankreatitis.htm
http://www.uni-giessen.de/~gi1394/dokumente/Gesamtdatei_Gastro_Hannover.pdf
http://www.tierklinik.de/medizin/erkrankungen-des-verdauungsapparates-bei-hund-und-katze/erkrankungen-der-bauchspeicheldruese



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Zu diesem Forum... Bitte VOR der REGISTRIERUNG lesen / Spam-Schutz bei Anmeldung
« Letzter Beitrag von Anonym am 24. April 2012, 23:31:50 »
Hallo,

wenn ihr euch registriert, dann werden euch zwei Aufgaben gestellt, die erste ist eine  Buchstabenerkennung, die zweite Aufgabe eine kleine Rechenaufgabe, das Ergebnis ist bitte in Buchstaben, also z.b. sieben statt der Zahl anzugeben.

Damit wollen wir niemanden ärgern, sondern es ist lediglich ein Schutz vor bots, die sich automatisch anzumelden versuchen, um so z.b. Werbung ins Forum einzubringen.

Das Team Gesundes Katzenleben
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Infos zur Katzengesundheit / Was ist Blut? Eine nicht ganz ernstzunehmende Erklärung
« Letzter Beitrag von Anonym am 05. Juli 2011, 22:29:35 »
Hallo,

jetzt erklär ich mal allgemein was zu der roten, pappigen Sosse Blut.

Erst mal: Man kann damit eine Riesensauerei veranstalten.
Nicht-"Tatort"-Guckern kann ich selbigen übrigens nur dringendst empfehlen,
denn dort lernt man, daß man Zeitungspapier unterlegen sollte, bevor man den
Gatten absticht. Und sollte doch was danebengehen, dann *nur* mit kaltem
Wasser einweichen, sonst geht's nimmer raus.

Also, denn.
"Erythros" ist altgriechisch und hat nix mit Eros zu tun, obwohl das auch
griechisch ist, aber was völlig anderes meint, denn erythros heißt "rot". Woraus
wir messerscharf schließen, dass Blut rot ist.

Rote Blutkörperchen heißen daher Erythrozyten. Ist doch logisch.  Ohne
Fremdsprachen geht gar nix mehr. Übrigens sehen die Erys
original aus wie Frisbee-Scheiben. Rund mit ner Delle drin - oder für die
Süddeutschen unter euch: wie Auszogne (Schmalznudeln).

Geboren werden sie im Knochenmark, der Geburtsvorgang heißt Erythropoese.
Ein Geburtshelfer ist das Hormon Erythropoetin, und das wird in den Nieren hergestellt.
Wenn die nicht mehr ausreichend funktionieren, dann gibt es ein ernstes Problem, das sich
"nicht-regenerative Anämie" nennt. Dann muss man Erythropoetin von außen zuführen.

Aber warum sind die Erys rot? Ganz einfach, sie enthalten ne Menge roten
Blutfarbstoff, der Hämoglobin heißt, und den brauchen sie für den
Sauerstofftransport. Denn das ist ihre Aufgabe, Sauerstoff aus der Lunge
abholen, durch den Körper sausen, ihn überall verteilen und dabei
gleichzeitig den Abfall einsammeln, das Kohlendioxid. Das schleppen sie
wieder mit bis zur Lunge, wo es ausgeatmet wird. Und so rennen sie Tag für
Tag, Nacht für Nacht, bis sie schlappmachen und aus Altersgründen den Löffel
abgeben.
Bei Katzen dauert das so durchschnittlich 70 Tage, die menschlichen und hündischen
dürfen ca. 120 Tage lang rumrennen, bevor auch sie sich verabschieden.

Nochmal zum Hämoglobin, dem Blutfarbstoff, ohne den die Erys das alles nicht
können. Es besteht zum überwiegenden Teil aus Eiweißmolekülen, den Globulinen,
nämlich 94 %. Und 6 % ist Häm. Häm heißt ganz einfach nur Blut und in diesem Fall
beherbergt jedes Häm Eisen, das ebenfalls dringend notwendig ist, damit es keine Anämie
gibt.
Also, Eiweiß mit einer Eisenverzierung. Wobei die Farbe von dem bissl Eisen
herkommt, das ist der Farbstoff.

Und jetzt gibt es noch etwas, den Hämatokrit. Das sind die festen Bestandteile
im Blut. Es besteht nämlich aus festen Bestandteilen (wozu aber auch noch
die weißen Blutkörperchen und die Thrombozyten gehören) und aus Flüssigkeit.
Die Verteilung bei der Katz ist ungefähr 30 bis 45 % feste Bestandteile =
Hämatokrit, der Rest ist Flüssigkeit.
Geht der Wert höher, dann heißt das, es ist nicht genug Flüssigkeit da, die
Soße ähm das Blut wird zu dickflüssig, daher weniger gut durchgängig, und wir bzw. die
Katze kriegt ein Problem. Blut ist sowieso schon ca. viermal dicker als Wasser.
Steigt jetzt der Hämatokrit, dann muß das Herz ordentlich malochen und
kriegt es trotzdem nur schwer hin, alle Blutgefäße und Organe zu
versorgen. Seht ihr vor eurem geistigen Auge, wie das Herz sich anstrengt?
Gar nicht gut, Leute, gar nicht gut.

Haben wir zuwenig Erythrozyten bzw. Hämoglobin bzw. Hämatokrit im Blut, dann nennt
man das eine Anämie und das bedeutet, es wird nicht mehr genügend Sauerstoff im
Körper verteilt, und auch nicht mehr genügend Kohlendioxid abtransportiert. Das ist jetzt
auch wieder nicht gut, genausowenig gut.

Erstmal wird man furchtbar müde, und wenn nichts unternommen wird, kann es sogar
tödlich werden. Also muss man die Ursache herausfinden, denn eine Anämie entsteht nicht
einfach mal so. Das ist keine Krankheit wie Mumps oder Keuchhusten, sondern das ist
immer nur die Folge einer Krankheit oder eines Mangels.

Jetzt geht also die Detektivarbeit los. Aber ich sag euch gleich, es gibt ne Menge
Verdächtiger, gar nicht so einfach den Täter zu finden. Manchmal ist es sogar nicht nur
einer, sondern eine ganze Bande, die sich zusammengetan hat.  Die Ärzte nennen das dann "Läuse und Flöhe".

Die einfachsten "Täter" sind Blutverlust (innere Blutungen, z.B. Magen/Darmtrakt), oder die
Kinderstube ist gestört, sprich, die Erythropoese im Knochenmark (evtl. durch
Medikamente, Viren, Gifte). Auch Ernährungsfehler oder Störungen im Verdauungstrakt
können eine Anämie auslösen. Vitamin B12 und B6 sind ganz wichtig zur Blutbildung.
Folsäure und Eisen sind auch ganz wichtig. Wenn z.B. eine bakterielle Infektion vorliegt,
kommt es zu einer Infektionsanämie, denn diese Luder lieben Eisen, sind so verrückt
danach wie unsereiner nach Eis oder anderen Leckereien. Aber der Körper zeigt diesen Biestern natürlich den Vogel und schließt das lecker Eisen erst mal weg in die Vorratskammern Leber und Milz. Erst wenn die Feinde hinüber sind, wird es wieder freigelassen und steht damit auch wieder der Blutbildung zur Verfügung.

Bei unserer Detektivarbeit greifen uns die Erythrozytenindizes MCV, MCH und MCHC ermittlungstechnisch unter
die Arme, sie sind sozusagen die Spurensicherung. Die beschreiben nämlich die
durchschnittliche Größe der einzelnen Erys und auch wieviel Hämoglobin so ein einzelner
Ery hat.

Dann gibt es noch hinterhältige feige Meuchelmörder wie Blutparasiten (Hämobartonellen) oder
Zwiebeln, Knoblauch usw. Auch zuwenig Phosphat verursacht eine Anämie, zuviel Zink oder andere Schwermetalle oder auch das eigene Immunsystem können die Übeltäter sein.


Text:   ©  Jeanette Bachmann




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Infos zur Katzengesundheit / Taurin
« Letzter Beitrag von Anonym am 03. Februar 2011, 19:01:25 »
Hier ist die Übersetzung einer amerikanischen hp mit freundlicher Genehmigung der Übersetzerin Jeanette,  danke.

Ich habe mal vor einigen Jahren einen interessanten Beitrag einer Tierschützerin übersetzt, den diese in der amerikanischen CRF-Liste geschrieben hatte.

Hier ist Michelles Bericht zu Taurin:

Michelle Akers/Siamese Rescue Northwest, WA/USA , 9. Mai 2003
http://www.siameserescue.org

Taurin-Supplementierung


Ich schreibe dies jetzt nachdem ich gründliche Recherchen über Taurin
angestellt habe. Der Anlaß war meine Katze Sissy, die eine
Cardiomyopathie hat.
Was ich dabei über Taurin herausgefunden habe ist, daß zusätzliche
Tauringaben den meisten, wenn nicht allen Katzen, gut tun würde.

*****************************

Wir wissen heute alle, daß ein Taurinmangel bei Katzen Herzkrankheiten
und Blindheit hervorruft, genauso wie ein Vitamin C-Mangel bei
Menschen Skorbut hervorruft. Aber niemand behauptet heutzutage, daß
Vitamin C-Gaben, die gerade mal so hoch sind, um Skorbut zu vermeiden,
"ausreichend" sind.

Es scheint ausreichend Beweise dafür zu geben, daß viele -
wahrscheinlich die meisten - Katzen davon profitieren würden, wenn in
ihrem Futter mehr Taurin enthalten wäre als das notwendige Minimum.
Sogar in Premiumfuttersorten ist nur das Minimum enthalten. Es wäre
sogar möglich, daß eine breite Palette chronischer Krankheiten,
ernsthafter oder weniger ernsthafter Natur, SEHR gebessert werden
könnten mit mehr Taurin.

Nach meinen Recherchen ist extra Taurin sogar besonders zu empfehlen
für Katzen, die unter irgendeiner Art von Stress stehen, gegen
irgendwelche Krankheiten ankämpfen (chronisch oder auch nicht) und vor
und nach Operationen.

Das Gute ist, Taurin ist leicht erhältlich, nicht teuer und fast alle
Katzen werden es problemlos mitfressen wenn es auf Futter gestreut
ist, das sie mögen. (Es hat einen säuerlichen Geschmack. Aber Katzen,
die vermutlich "süß" nicht schmecken können, stören sich normalerweise
nicht an "sauer").

Ihr TA kann Ihnen vermutlich bestätigen, ob er/sie nun daran glaubt
oder nicht, daß die Katze noch extra Taurin bekommen sollte, daß eine
extra Portion Taurin der Katze nicht schadet.


Hintergrund:

Ich habe seit etwas mehr als 3 Jahren eine Nothilfestation für
Siamkatzen.
Da die Interessenten fast immer Babies haben wollen oder "zumindest"
junge Katzen mit perfekter Gesundheit, bleiben die älteren Katzen und
jene mit chronischen Gesundheitsproblemen bei mir. Das Ergebnis ist,
daß ich ständig Veterinärthemen recherchiere.

Nachdem die Debatten darüber endlos waren, welches Premiumfutter nun
das beste ist, habe ich, um unsere Chancen das richtige zu füttern zu
erhöhen, hier eine Anzahl verschiedenster Premiumkatzenfuttersorten
aufgebaut. Ich fütterte kein Rohfutter und beachtete auch nicht die
Rezepte für selbstgemachtes Futter. Es ist doch so, die
Tierfutterfirmen geben Millionen für Nahrungsmittelforschung aus, da
werden doch die Ergebnisse mit einbezogen, oder?

Es bleibt aber die Tatsache zu berücksichtigen, daß viele Katzen mit
chronischen Gesundheitsproblemen, die nicht auf die traditionellen
Tierarztbehandlungen ansprechen, scheinbar "geheilt" werden, wenn zu
einer dieser hausgemachten Diäten gewechselt wird. Jedermann, der das
bezweifelt, möchte doch bitte eine der vielen Katzen-IBD-Gruppen
(inflammatory bowel disease) = Chronische Darmentzündung, einmal
besuchen.


Sissy: Taurinmangel trotz Premiumkatzenfutter, Alter 6 Jahre

Sissy und Opal,  Siamesen Schwestern, kamen zu mir vor ungefähr zwei
Jahren.
Die TA-Unterlagen besagten, daß sie 4 Jahre alt wären, kastriert und
beide (besonders Sissy) immer Probleme hatten mit häufigem Erbrechen.
Es waren keine Unterlagen über irgendwelche Untersuchungen des TA
dabei, was die Ursache des Erbrechens sein könnte.

Unser TA sagte, das chronische Erbrechen sei wahrscheinlich eine
Beweglichkeitsstörung des Verdauungssystems, die nicht ungewöhnlich
für Siamesen sei. Er empfahl, die Futterschüsseln höher zu stellen.
Das half nicht. Es gelang uns jedoch, das Gewicht der Katzen
einigermaßen zu halten und das bei scheinbar guter Gesundheit, obwohl
Sissy immer ein zu trockenes Fell hatte und extrem viele Haare verlor.

Vor ungefähr sechs Monaten begann Sissy schwer zu atmen. Es wurde ein
Herzschaden festgestellt, eine erweiterte Cardiomyopathie. Daraufhin
begann ich über Taurin zu recherchieren.

Bis dahin hatte ich das Thema "Taurin" immer als "sehr alte Neuigkeit"
abgetan. Wie jeder weiß, ist Taurinmangel bei Katzen seit den 70ern
kein Thema mehr, seit entdeckt wurde, daß eine nicht ausreichende
Taurinmenge Herzkrankheiten und Blindheit bei Katzen hervorruft. Und
wie auch jedermann weiß, begannen von da an alle namhaften
Katzenfutterhersteller ausreichend Taurin zuzusetzen.

Der TA, der Sissys Herzkrankheit diagnostizierte erklärte mir, daß aus
unbekannten Gründen manche Katzen (sogar die mit Premiumfutter)
trotzdem einen Taurinmangel haben. Eine Blutprobe wurde genommen, die
Flüssigkeit aus Sissys Brust herausgezogen, und sie bekam
Herzmedikamente. Da ein Taurinuntersuchungsergebnis Wochen dauert,
nicht Tage, haben wir auf Verdacht mit der Taurinsupplementierung
angefangen. Schließlich bestätigten die Laborergebnisse, daß sie
tatsächlich einen Taurinmangel hatte.

Zu meiner Überraschung hörte das Erbrechen von Sissy mit der
Taurinsupplementierung fast vollständig auf. Ich las daraufhin alle
Beipackzettel ihrer Herzmedikamente. Alle davon, wenn sie sich
überhaupt auf den Magen-Darmtrakt auswirkten, hatten als Nebenwirkung
eher Übelkeit zu erwarten. Die schieden also aus, denen war es nicht
zu verdanken, daß sie nicht mehr erbrechen mußte. Das ließ das Taurin
als Möglichkeit übrig.

Eine Suche im Netz brachte einen enormen Reichtum an Informationen die
mich erstaunten (die Highlights stehen unten). Daraufhin begann ich
mit der Taurinsupplementierung bei all meinen 18 Katzen.

Die meisten der Bande hier sind Siamesen oder teilweise Siam. Das
Alter liegt zwischen 13 Wochen bis zu 17 Jahren.
Von den 18 Katzen hatten 9 ein oder mehrere chronische
Gesundheitsprobleme: Chronisches Erbrechen (6), hoher Blutdruck (1),
ständig wiederkehrende Augenentzündungen (1), Stomatitis (1), Asthma
(1), generelles Jucken (2), überdurchschnittliches Haaren (4),
Herzkrankheit (1, Sissy), durch Parasiten ausgelöste Schwäche (1).

Das Ergebnis der Taurinsupplementierung für die 18 Katzen war:
Sissy und Opal bekamen bereits 250 mg Taurin zweimal täglich, und
Opals Kotzintervalle nahmen ebenfalls erheblich ab, nachdem sie Taurin
bekam.

Ich gab dann dem Rest der Bande 500 mg pro Katze einmal täglich
(Taurinpulver übers Dosenfutter gestreut, bis auf die, die kein
Dosenfutter fressen, die bekamen es in Pillenform). Zweimal täglich
wäre besser gewesen, da bin ich mir sicher, aber mein Zeitplan läßt es
nicht zu, 18 verschiedene Näpfe mit Dosenfutter täglich zweimal zu
bearbeiten.

Innerhalb weniger Tage hörte die Kotzerei fast auf (immer noch ein
bißchen, aber viel weniger.

Nach einer Woche:

1) Laptop, Nemo und Jordi (alle reine Siamesen) verloren erheblich
weniger Haare
 
2) (reine Siamesin) Sammy's Abhängigkeit von Prednisolone (Kortison)
für ihre Stomatitis wurde weniger, wenn auch auf keinen Fall
verschwunden

3) Es war mir möglich (nicht-Siamese) Gateway's Prednisolone für sein
Asthma von einmal täglich herabzusetzen auf einmal alle 10 Tage. (Ich
hatte das zuvor schon mal versucht, und seine Symptome kamen innerhalb
von 36 Stunden zurück.

4) Carlos, das (nicht-Siamese) von Parasiten geschwächte Kitten,
erholte sich enorm schnell. Selbstverständlich hatten wir die
Parasiten entfernt als er zu uns kam. Aber er hatte keinen Durchfall,
der normalerweise solche Kitten befällt.

Innerhalb von 2 Wochen wurde das extreme Jucken von Nemo und Laptop sehr viel besser, ihr Haarausfall nahm um ca. 75 % ab, und ihr Fell  fühlt sich gesund an. Zu meiner Überraschung fiel mir auch auf, daß
Laptops Nystagmus (unkontrollierte zuckende Augenbewegungen) erheblich
besser wurden.

Jordi's Bluthochdruck wurde noch nicht wieder gemessen, ich habe keine
Ahnung, ob das besser geworden ist. Ihr Haarausfall hat erheblich
abgenommen, und ihre Fellstruktur fühlt sich viel besser an.

SuzyQ's ständig wiederkehrende Augenentzündungen (vermutlich Herpes)  haben sich bisher noch nicht verbessert.

Sissy geht es absolut wunderbar mit ihrem Taurin und zwei Herzmedis.
Sie hat fast vollkommen aufgehört, Haare zu verlieren, und ihr Fell
fühlt sich zum ersten Mal gesund an.

Während ich das schreibe, ist es erst vier Monate her, daß ich mit der
Taurinsupplementierung bei meiner Bande angefangen habe, ich habe also
keinerlei Langzeitbeobachtung mitzuteilen.

Aber Gateway hat etwas an Gewicht verloren (er ist ziemlich dick).
Sein Beweglichkeit und Munterkeit hat sehr stark zugenommen, er spielt
jetzt sogar mit den Jüngsten wenn der Laserpointer oder die
Federbüschel hervorgeholt werden. Das gab es vorher nicht bei ihm. So
ist sein Gewichtsverlust vermutlich auf seine vermehrten Aktivitäten
zurückzuführen, nicht auf das Taurin direkt. Aber seine Beweglichkeit
ist mit Sicherheit darauf zurückzuführen, daß er kein Asthma mehr hat.
Zuvor lag er nur herum.


Highlights meiner Informationssammlung bis heute:


Verbesserungen bei Diabetes, Nierenerkrankungen, Asthma, chronische
Darmentzündungen, Jucken und Arthritis.

Der interessanteste und beste Artikel den ich gefunden habe:
"Timely Topics in Nutrition: The carnivore connection to nutrition in
cats," (Debra L. Zoran, DVM, PhD, DACVIM; JAVMA December 1, 2002,
Volume 221, No. 11)

http://www.catinfo.org/docs/zorans_article.pdf


Der wahrscheinlich nächstbeste Artikel den ich fand, zumindest in
vollständiger, aber trotzdem knapper Form, ist
"The Potential for Interventional Use of Antioxidants in Clinical
Disease" by Dr. E. Jean Harper, head of nutrition research at Waltham
pet food. 

Sie fand Beweise dafür, daß eine Taurin und/oder Vitamin E
Supplementierung Nutzen bringt bei Diabetes, Nierenleiden und Asthma.
Sie erwähnt ebenfalls Hepatitis, Colitis (eine Form von
Darmentzündung), atopische Dermatitis (allergische juckende
Hautentzündung) und Arthritis. Sie sagt aber, es gibt noch keine
ausreichenden Studien darüber, die das voll bestätigen.

Der Link zu dem Artikel:

http://www.walthamusa.com/articles/wf104har.pdf


Kurze Information über die Beziehung zwischen IBD und Aminosäuren,
einschließlich Taurin, bei Menschen:

CONTEMPORARY REVIEW OF THERAPEUTIC BENEFITS OF THE AMINO ACID TAURINE
[...] Treatment with taurine reverses the discomfort, added colon weight, and bouts of diarrhea. It is speculated that taurine ameliorates IBD by increasing the ability of the colon to defend against oxidative damage.

http://www.mgwater.com/taurine.shtml#gastro


Nachdem Menschen sogar, anders als Katzen, normalerweise selber in der
Lage sind, Taurin selbst herzustellen, und es trotzdem zusätzlich
benötigen, ist der Bedarf für Katzen sogar noch größer


Koreanische Studien über Taurin und IBD bei Ratten:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9635044

http://molpharm.aspetjournals.org/content/69/4/1405.full.pd


Diabetes:

Die Rolle von Taurin bei Diabetes und bei der Entwicklung von
diabetischen Problemen (bei Menschen)

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11747139


Mehr Infos und zahlreiche Links zu Taurin finden sich im Forum
http://gesundeskatzenleben.com/forum/index.php?topic=2583.0

 

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Infos zur Katzengesundheit / Plattenepithelkarzinom bei der Katze
« Letzter Beitrag von Anonym am 20. Januar 2011, 19:52:50 »
Hier ist ein Erfahrungsbericht unseres Mitglieds Nathalie, die mit ihrem Kater Boubou gegen die meist von vornherein als unheilbar eingestufte  Tumorerkrankung Plattenepithelkarzinom erfolgreich gekämpft hat.

Vorab aber einfach mal einige Anmerkungen dazu, denn es ist leider nicht unter allen Umständen für jeden machbar, sie schreibt es selber in einer ganz persönlichen Stellungnahme:


Boubou hatte viel viel viel viel Glück.... 

Wie unsere Geschichte zeigt, ist die Diagnose Plattenepithelkarzinom nicht unbedingt eine tödliche.

Bitte bedenkt einfach, dass nicht alle die Möglichkeit haben ihren Katzen eine solche Behandlung zukommen zu lassen. Es braucht dazu die Spezialisten, Geduld, Zeit und nicht zu vergessen, viel Geld. Wäre eine meiner anderen Katzen erkrankt, ich weiss nicht ob ich das ganze Prozedere mitgemacht hätte. Nicht weil ich sie weniger liebe als meinen Piraten, aber es braucht dazu eine Katze die psychisch absolut stabil ist und alle diese Behandlungen ohne zu murren über sich ergehen lässt.

 Die Behandlung war nicht nur für Boubou sehr anstrengend, ich war mit den Nerven auch ziemlich fertig, die ganze Unsicherheit ob ich das Richtige mache oder ob ich ihn plage, und im Hinterkopf auch immer der Gedanke, dass ich nicht ganz dicht bin für eine solche unsichere Geschichte meine gesamten Erspanisse auszugeben. Versteht mich nicht falsch, ich bereue nichts! Aber es war ein sehr sehr anstrengendes Jahr, für uns alle.

Trotzdem, wenn alle Faktoren zusammen stimmen, nicht aufgeben!


Und hier ihr beeindruckender Bericht, den sie uns zur Verfügung gestellt hat, danke dafür.


Hier möchte ich euch von meiner Erfahrung mit Boubou's Plattenepithelkarzinom (PEK) berichten.

Boubou ist mein Lebenskater, als die Diagnose gestellt wurde war er 16 Jahre alt. Ich hatte beobachtet, dass er auf einer Seite neben der Nase einen "Bollen" unter der Haut zu haben schien, zuerst dachte ich, vielleicht war da eine Biene am Werk? Oder Problem mit einem Zahn? Er hatte keine Schmerzen, man konnte darauf rumdrücken, keine Reaktion. Irgendwann bin ich dann doch zum TA, ich hatte das Gefühl dass es vielleicht doch ein Abzess sein könnte. Die TÄ hat schnell festgestellt dass es keine Entzündung ist und hat eine Biopsie gemacht. Eine Woche später das niederschmetternde Ergebnis: PEK. Ich konnte mir nichts darunter vorstellen.... der TA hat mir auf Nachfrage erklärt, dass der Tumor sehr schnell wachsen, irgendwann durchbrechen und aufplatzen würde, das wäre gar nicht schön und der Kater könne dann nicht mehr fressen. Der Tumor sitze an einem Ort an dem man nicht mehr operieren könne da er auch schon zu gross sei. Prognose: noch acht Wochen. Was bedeuten würde, dass ich meinen Kater Ende Mai verlieren würde......

Eine Bekannte machte mich darauf aufmerksam, dass vor Kurzem in der Schweiz die führende Onkologin vom Tierspital Zürich eine eigene Klinik eröffnet habe. Auf Nachfrage bei meinem TA meinte er nur lakonisch "da müssen Sie die grosse Geldbörse mitnehmen"... Er meinte aber auch, wenn Boubou jemand helfen könne, dann Frau Prof. Kaser-Hotz, sie sei quasi die Päpstin der Onkologie. Ich solle mir aber keine grossen Hoffnungen machen.

Naja, ich hatte ja nichts zu verlieren. Ich habe sofort einen Termin bekommen, die Klinik ist ca. 1.5 Std. von meinem Wohnort entfernt. Ich also mit Boubou hin, wo er nochmals gründlich untersucht wurde, Röntgenbilder, Blutbild. Die Professorin und ihr Team waren supernett, sie haben mir alles erklärt, und zwar so dass ich auch ohne medizinische Ausbildung verstehen konnte. Diese Art Tumor hat eigentlich nur etwas Gutes: Er macht in der Regel keine Metastasen. Das wars aber auch schon an guten Nachrichten. PEK's sind extrem aggressiv, sie verdoppeln ihre Grösse innerhalb von 5 bis 10 Tagen.Boubou's Tumor hatte bereits einen Durchmesser von 1.5 cm. Für eine Bestrahlung war der Tumor zu gross. Und man hat mir auch ehrlich gesagt, dass keine grosse Hoffnung besteht.

Das Team war aber gerade dabei, eine Studie zu machen mit einem Wirkstoff, bei dem eine Nebenwirkung festgestellt worden war: sie war krebshemmend oder sogar krebsmindernd. Die Ladies haben mich gefragt, ob ich bereit wäre, Boubou quasi als "Versuchsobjekt" zur Verfügung zu stellen. Auch hier war das Team sehr offen und ehrlich, sie meinten dass die Chance, dass es eine Verbesserung gibt, bei 50 % liege. Der Wirkstoff (Thalidomid) von dem die Rede war ist in den 60er Jahr zu trauriger Berühmtheit gekommen, er wurde im Schlafmittel Contergan verwendet. Nebenwirkungen seine keine zu Erwarten, ausser dass der Kater eher müde sein würde. Ich hatte nichts zu verlieren.... ich habe die Kapseln mitgenommen. Boubou schien zu spüren dass die Medikamente ihm helfen könnten, er liess sich die Kapseln anstandslos einwerfen.

Ich musste jede Woche mit dem Kater in die Kontrolle, und was man schon sehr bald sah war, dass der Tumor tatsächlich nicht mehr wuchs, im Gegenteil, nach drei Wochen war der PEK tatsächlich ein bisschen geschrumpft! Nach fünf Wochen kam es dann zum Stillstand. Die Prof hat mir dann erklärt, dass jetzt eine Bestrahlung in Betracht gezogen werden könne, denn das Thalidomid würde jetzt nicht mehr dafür sorgen, dass der Tumor weiter schrumpft, im Gegenteil, ein Wachstum könne nicht mehr aufgehalten werden.

Bestrahlung würde bedeuten, dass Boubou während fünf Tagen stationär in der Klinik bleiben und zweimal am Tag bestrahlt würde. Dafür müsste er jeweils in eine Kurznarkose gelegt werden. Und die Kosten wären enorm. Erfolgsaussicht fifty/fifty. Und die Bestrahlung müsse rasch erfolgen.

Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, denn diesmal würde auf Boubou Einiges zukommen, einerseits wäre er eine Woche in der Klinik, anderseits sind Narkosen in diesem Alter kein Spaziergang, und nach der Bestrahlung würden Nebenwirkungen auftreten, die nicht ohne sind. Ich habe meinen Kater gefragt: was meinst du, magst du mitmachen? Er hat mich immer angeschaut als wolle er sagen: was immer du entscheidest, für mich geht das so in Ordnung. Eine schlaflose Nacht später war klar: wir machen es!

Boubou hat die ganze Prozedur gut überstanden, und die ersten zwei Wochen nach der Bestrahlung keine Nebenwirkungen gezeigt. Danach gings allerdings los, es bildeten sich hässliche Nekrosen.






Boubou erhielt Cortison, und die Nekrosen sind schnell wieder verheilt. Dieses Bild habe ich zwei Tage nach dem vorherigen aufgenommen:




Eine Woche später sah die Wunde so aus, die Grösse des Tumors lässt sich einigermassen erahnen:




Eine Woche später waren die offenen Stellen gut verheilt.

Und langsam hatte man das Gefühl, dass der Tumor tatsächlich langsam weiter schrumpfte! Aber nach ca. 4 Wochen kam es wieder zum Stillstand.... der Chirurg hat sich das Ganze angeschaut, leider konnte er keinen guten Bericht geben. Der Tumor sei immer noch zu gross um entfernt zu werden, die Stelle wo der Tumor sitzt hat nicht genug Haut, um die Wunde zu schliessen wenn der Knoten herausgeschnitten würde. Plötzlich meinte eine Ärztin: jetzt versuchen wir es noch mit Bleomycin! Chemotherapie????

Zum Glück haben Tiere nach Chemotherapien praktisch keine Nebenwirkungen. Die Ärztin sagte wieder sehr offen und ehrlich, die Chancen dass es etwas bringt wären 50 %, und wir wüssten nach der dritten Spritze, ob es etwas nützt. Also eine neue Therapie.... eine Woche nach der ersten Chemo waren Boubou's Blutwerte so schlecht, dass wir die Chemo unterbrechen mussten. Wieder eine Woche später hatten sich die Werte normalisiert und wir konnten mit der Therapie fortfahren. Fünf Wochen und Spritzen später hat sich der Chirurg den Knoten wieder angesehen, und diesmal war er klein genug, um entfernt zu werden!!!!

Wieder eine Narkose, und diesmal ein grosser Eingriff. Kosmetisch würde es nicht besonders schön aussehen, wurde ich vorgewarnt, und wenn sie nicht in der Lage wären, den Tumor rückstandslos zu entfernen, dann wäre alles umsonst. Die Onkologin hat nachdem der Tumor herausgeschnitten wurde noch direkt in die offene Wunde eine Chemo gemacht, der Tumor wurde eingeschickt, 10 bange Tage warten bis wir den Patho-Bericht bekommen. Boubou blieb über Nacht in der Klinik, ich konnte am nächsten Tag einen sehr munteren Patienten abholen. Er trug einen Halskragen, den ich ihm aber kaum Zuhause angekommen abgenommen habe. Ich hatte einen neuen Kater vor mir, er hielt den Kopf hoch, seine Körperspannung war anders, er frass und trank und hat die Wunde nie auch nur angerührt. Ich habe meinem Partner gesagt, ich glaube der weiss dass er wieder gesund wird, war aber vorsichtig, da wir noch nicht wussten, ob wirklich der ganze Tumor weg war.

Zehn Tage später die erlösende Nachricht!!! Keine Rückstände, der PEK war vollständig entfernt! Sowohl die Ärztin wie ich haben am Telefon geheult als sie mir die gute Nachricht mitteilte.

Zusammenfassend kann ich sagen, ich bin während 10 Monaten wöchentlich mit Boubou in die Klinik gefahren, musste immer einen halben Tag freinehmen, und mein Arbeitgeber hatte absolut kein Verständnis - ich habe sogar meinen Job verloren zum Schluss. Ein super eingespieltes Ärztinnen-Team, motiviert, engagiert, liebevoll, offen und ehrlich und für mich Tag und Nacht erreichbar. Eine tolle Zusammenarbeit mit den Chirurgen. Ein Kater, der geduldig alles mitgemacht hat. Das hat uns schliesslich den Erfolg gebracht. Die Kosten? Ein fünfstelliger Betrag. Aber das war es mir wert. Heute sind bald zwei Jahre vergangen seit wir die Diagnose bekommen haben. Boubou war für das Onkologie-Team sicher ein "Versuchskaninchen", aber sie haben ihn nie als solches behandelt, und mich nie gedrängt etwas zu tun, und es war von Anfang klar, dass wir alles möglich tun würden, solange der Kater mitmacht und keine unerträglichen Schmerzen hat. Hätte ich auch nur eine Sekunde das Gefühl gehabt dass Boubou gehen möchte, ich hätte die ganze Übung sofort abgebrochen.

Das Schöne an der Odyssee? Dank den Erkenntnissen die aus der Behandlung von Boubou gewonnen wurden, konnten bereits andere Katzen gerettet werden. Die Behandlung konnte gestrafft werden, die Kosten halten sich in Grenzen (naja...) Und noch heute melden sich die Ladies und fragen nach, wie es Boubou geht.

Heute ist die Wunde gut verheilt, natürlich sieht es nicht schön aus, aber Boubou nimmt an keinem Schönheitswettbewerb teil. Er wird dieses Jahr 18 Jahre alt, er ist fit und munter, etwas klapperig geworden. Aber er geniesst das Leben, und alle seine Freundinnen die zu ihm kommen und ihre Zuneigung zeigen. Er liebt es, den guten Onkel zu sein wenn Kitten da sind, er erzieht sie. Während der ganzen Zeit seiner Behandlung haben sich meine Kätzinnen rührend um ihn gekümmert, er war nie allein, immer war eine andere Katze bei ihm und hat ihn betütelt oder gewärmt. Es war einfach unbeschreiblich.



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Infos zur Katzengesundheit / Hämobartenollose / Feline infektiöse Anämie (FIA)
« Letzter Beitrag von Anonym am 14. Oktober 2010, 18:34:59 »
Hämobartonellose, seit einiger Zeit „Mykoplasma haemofelis“  genannt, ist eine akute oder chronische Erkrankung, die hervorgerufen wird durch Hämobartonella felis, die zur Familie der Myxoplasmatacea (Mykoplasmen) gehören. Als Blutparasiten zerstören sie der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und sind Verursacher der felinen infektiösen Anämie (FIA).

Übertragung

Natürlicherweise werden in erster Linie infizierte Flöhe genannt, aber auch eine Übertragung durch Zecken wird vermutet. Ein geringes Risiko besteht bei Bluttransfusionen, auch die direkte Übertragung durch Bisse oder Verletzungen ist denkbar.


Symptome

Man unterscheidet zwischen akuten und chronischen Phasen.

Symptome während der akuten Phase:

Anämie, intermittierendes Fieber mit sehr hohen Kurven bis 41°, allgemeine Schwäche, Dehydration, Lethargie, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, beschleunigte Atemfrequenz, geschwollene Lympknoten

Hinzukommen kann die Vergrößerung von Leber und Milz: die infizierten Erythrozyten werden geschädigt, es kommt zur Anämie. Die geschädigten Erythrozyten werden vom Körper abgebaut, daher kann es zur Vergrößerung der Milz kommen. Zur Gelbsucht kann es kommen, weil große Mengen von Hämoglobin abgebaut werden müssen in der Leber, u.a. zu Bilirubin.

Bei chronisch infizierten Katzen zeigt sich meist nur eine leichte Anämie und selten intermittierendes Fieber.

Die klinische Symptomatik hängt vom Grad der Anämie ab.

Im Blutbild zeigt sich eine regenerative Anämie, d.h. der Körper bildet ausreichend Erythrozyten nach.
Eine Retikulozytenzählung ist wichtig, wenn der Hämatokrit um 20 % oder darunter liegt. Sie zeigt, ob es sich um eine regenerative oder nicht-regenerative Anämie handelt.


Nachweis

PCR-test

http://www.laboklin.de/de/leistungsspektrum/PCR/main_PCR.html
http://www.idexx.de/tiergesundheit/laboratory/real_time_pcr/


Behandlung

Tetrazyklin oder Doxycyclin über einen längeren Zeitraum

 http://www.vetpharm.uzh.ch/wir/00000056/4250__F.htm

Da eine immun-hämolytische Anämie von einer Hämobartonellose sehr schwer zu unterscheiden ist,  kann eine gleichzeitige Gabe von Glucocorticoiden von Vorteil sein.



Weiterführende Quellen dazu
http://diavet.ch/d/publikationen/pdf/81.pdf
http://www.idexx.de/tiergesundheit/laboratory/real_time_pcr/infectious_diseases.jsp#Mycoplasmaspp
http://de.wikipedia.org/wiki/Feline_Infekti%C3%B6se_An%C3%A4mie

englischsprachig:
http://www.marvistavet.com/html/body_feline_infectious_anemia.html
http://www.merckvetmanual.com/mvm/index.jsp?cfile=htm/bc/10406.htm




Wenn euch diese Info interessiert hat und ihr auch über andere Themen diskutieren möchtet, meldet euch doch bitte im Forum an. Wir freuen uns auf einen regen Austausch!

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Infos zur Katzengesundheit / Allergie Teil 5: Ähnliche Krankheitsbilder
« Letzter Beitrag von Anonym am 09. Dezember 2009, 18:26:04 »
Diese Infos sind Teil der homepage
http://www.warum-ada.de/Maja/allergie_start.html

Majas Chico leidet an einer Futtermittelallergie und Maja hat mit viel Zeit und Geduld Chicos Allergie unter Kontrolle. Ihre aufwendigen Recherchen hat sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Danke, Maja.




Auch wenn diese Seite hilfreiche Anregungen bieten kann, ersetzt das hier zusammengestellte Wissen nicht einen Besuch beim Tierarzt!



Ähnliche Krankheitsbilder




Alopezie
   

Unter Alopezie versteht man symmetrischen Haarausfall. Dieser kommt vor allem an Stellen wie Hinterbeinen und Bauch vor. Alopezien können viele unterschiedliche Ursachen haben.

Eine mögliche Ursache sind hormonelle Störungen (endokrine Alopezie). Diese treten vor allem bei kastrierten Katern auf, seltener auch bei weiblichen Katzen. Das Fell wird dünner und lässt sich leicht herausziehen, Veränderungen an der Haut sind jedoch nicht erkennbar. Wird der Verdacht geäußert, sollte der Hormonhaushalt der Katze näher untersucht werden. Therapeutisch können in diesem Fall die fehlenden Hormone verabreicht werden, die Symptome verschwinden in diesem Fall meist wieder, wenn sich der Hormonhaushalt wieder im Gleichgewicht befindet.

Eine weitere Möglichkeit ist die psychogene Alopezie. Dabei leckt die Katze sich intensiv, alle Stellen des Körpers, die die Katze beim Putzen erreichen kann, können betroffen sein. Häufig treten durch das intensive Leckverhalten Hautrötungen auf, die Haut kann nässen oder es können sich Krusten bilden. Differentialdianostisch müssen Pilzerkrankungen ausgeschlossen werden, die teilweise ähnliche Krankheitsbilder verursachen können. Eine psychogene Alopezie schlägt nicht auf Cortison oder hormonelle Behandlungen an. Hier muss die Ursache herausgefunden werden, was nicht immer ganz einfach ist. Häufig ist es hier hilfreich, nach Veränderungen Ausschau zu halten. So kann ein Umzug und der damit verbundene Stress, der Urlaub des Katzenhalters, eine Zusammenführung mit einer neuen Katze oder auch schon das Umstellen von Möbeln oder ein Streit zwischen den Bezugspersonen der Auslöser sein. Ist die Ursache festgestellt und beseitigt, verschwinden meist auch die Symptome wieder.

Alopezien können aber auch durch Juckreiz bedingt sein, wobei der Haarausfall dann häufig nicht ganz symmetrisch ist. Der Juckreiz kann viele Ursachen haben, u.a. auch Allergien.

Um eine endokrine von einer psychogenen Alopezie unterscheiden zu können, muss der Besitzer die Katze gut beobachten. Einen Hinweis auf die endokrine Alopezie kann der lockere Halt der Haare in der Haut (Haare lassen sich leicht auszupfen) liefern.



Eosinophiles Granulom
   

Beim Eosinophilen Granulom (kurz: eG) bekommt die Katze meist im Kopfbereich, manchmal aber auch an anderen Stellen, ein Bläschen, das der Katze offenbar unangenehm ist. Nach einigen Tagen platzt dieses auf, es bildet sich eine Kruste und wenn diese abfällt bleibt eine kahle Stelle im Fell zurück. Häufig sind es auch nicht einzelne Bläschen, sondern eine Reihe von Bläschen hinter- oder nebeneinander. Nicht immer werden die Bläschen vor dem Aufbrechen von den Katzenhaltern bemerkt, sondern erst die Kruste. Doch meist ist auch dann eine Diagnose eindeutig zu stellen aufgrund eines typischen Bildes.

Als Behandlung bei eosinophilem Granulom werden meist Cortison- oder Hormonpräparate eingesetzt. Die Gefahr einer dauerhaften Cortison-Therapie, wie sie manchmal von Tierärzten vorgeschlagen wird, ist jedoch, dass sie zu einem Diabetes führen kann. Mit einer Cortison-Therapie werden zudem nur die Symptome bekämpft, nicht jedoch die Ursache. Die Ursachen sind bei eG nicht immer auszumachen. Jedoch berichten viele Katzenhalter von Katzen mit eG von Erfolgen durch Futterumstellung (selbstzubereitetes Futter mit besonderem Augenmerk auf einem ausgewogenen Verhältnis von Omega3 zu Omega6-Fettsäuren).



Felines Asthma
   

Felines Asthma ist ein komplexes Thema. Sowohl die Ursachen als auch die Symptome können sich von Fall zu Fall unterscheiden. Ebenso sieht auch - je nach Ursache - die Behandlung unterschiedlich aus.

Die Symptome können chronischer Husten, akute Atemnotanfälle, Niesen oder pfeifendes Atmen sein. Die Atmung kann aus dem Bauch heraus tief und langsam sein oder oberflächlich schnell. Das Husten kann begleitet sein von Auswurf oder an das Auswürgen von Haarballen erinnern. Bei der erschwerten Atmung ist meist vor allem die Ausatmung betroffen.

Verantwortlich für die erschwerte Atmung ist eine Verengung der Gefäße in der Lunge durch Entzündung oder Irritationen. Die Gefäßverengung kann durch Medikamente gemildert aber nicht komplett und auf Dauer aufgehoben werden. Dabei kann je nach Situation die Verengung stark oder weniger stark sein und zu entsprechenden Symptomen führen. Eine Verengung kann begünstigt werden durch mögliche Inhalationsallergene (Pollen, Hausstaub) oder auch durch Stress.

Eine Heilung von felinem Asthma ist nicht möglich. Die Symptome können aber soweit unter Kontrolle gehalten werden, dass keine Notfälle auftreten. Dabei spielen Kortikosteroide (Cortison) oral oder inhalativ verabreicht eine große Rolle, da diese entzündungshemmend wirken. Möglicherweise werden auch Bronchodilatatoren eingesetzt; diese wirken auf die Muskeln entlang der Atemwege und erweitern diese, so dass das Atmen erleichtert wird.

Differentialdiagnostisch müssen andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome hervorrufen können, ausgeschlossen werden. Dazu zählen z.B. Herzerkrankungen, Herz- oder Lungenwürmer oder akute Atemwegsinfektionen. Eine bronchoalveolare Lavage kann die Diagnose von felinem Asthma unterstützen. Dabei wird unter Narkose eine sterile Flüssigkeit in die Lunge der Katze verbracht und anschließend abgesaugt. In der Flüssigkeit können sich nach dem Absaugen Hinweise befinden, die Aufschluss über die Ursachen geben können, z.B. Allergie.



Felines Hyperästhesie-Syndrom
   

Die Bezeichnung felines Hyperästhesie-Syndrom (FHS, auch "rolling skin syndrom" (RSS) genannt) steht für eine Kombination verschiedener Symptome, die in gewissem Umfang normal sein, jedoch auch sehr häufig auftreten können und dann als krankhaft eingestuft werden. Die Diagnose FHS sagt nichts über die Ursache aus - diese herauszufinden stellt Katzenhalter und Tierarzt häufig vor große Probleme, da sie sehr vielfältig sein können. Leider ist FHS ein bisher wenig erforschtes Syndrom und viele TÄ kennen es gar nicht. Beim FHS leidet die Katze unter einer Überempfindlichkeit der Nervenenden, vor allem im Rücken. Schon leichte Reizungen bzw. kleine Reize wie z.B. Streicheln, Windhauch oder ähnliches, können einen Schmerz oder Juckreiz auslösen, der die Katze enorm einschränken und stören kann. Je nach Stärke der Symptome ist schlafen oder Ruhe finden für die Katze nicht oder kaum mehr möglich.

Symptome von FHS können folgende sein:

    * häufige Fellzuckungen in Wellen über den Rücken
    * plötzliches Aufspringen ("wie von der Tarantel gestochen")
    * hektisches Lecken und Beißen, vor allem am hinteren Rücken und Schwanzwurzel
    * lautes Miauen/Rufen/Schreien
    * Berührungen im hinteren Rückenbereich können Fellzuckungen auslösen
    * große Pupillen während "Anfällen"
    * Katze kann wirken als würde sie halluzinieren oder "Geister jagen"

Dabei können alle Symptome auftreten, müssen aber nicht zwangsläufig. Ebenso gilt: Treten diese Symptome gelegentlich auf, ist dies als normal anzusehen.

Ursachen können neurologischen, orthopädischen, psychischen oder auch allergischen Ursprungs sein. Um die Ursache zu finden und die Katze von ihren Anfällen befreien zu können, braucht es häufig viele unterschiedliche Untersuchungen.

Die Behandlung der Fellzuckungen sind ebenso zahlreich und unterschiedlich wie die Ursachen es sein können. Dabei kann Cortison (bei allergischer Ursache) eingesetzt werden oder Schmerzmittel. Liegt die Ursache in einer orthopädischen Störung (z.B. aufgrund eines Unfalls oder Sturzes), hilft möglicherweise auch eine Operation, um die Überempfindlichkeit beseitigen zu können.



IBD
   

IBD – oder auch Inflammatory bowel disease – ist eine entzündliche Erkrankung des Darms (vergleichbar mit Morbus Crohn beim Menschen), die Durchfall und Erbrechen hervorrufen kann. Diese Erkrankung kann mit einer Futtermittelunverträglichkeit zusammenhängen, kann aber auch andere Ursachen haben, die es abzuklären gilt.

Die Diagnose einer IBD ist nicht leicht, zumal diese Erkrankung in Deutschland vielen Tierärzten nur bedingt bekannt ist. Zunächst müssen bei chronischem Durchfall verschiedene andere Erkrankungen differentialdiagnostisch abgeklärt werden. Hierfür sollte ein großes Kotprofil bei einem Labor in Auftrag gegeben werden, das sowohl auf alle Arten von Parasiten (beispielsweise auch Giardien) als auch die Verwertung untersucht. Zudem sollte ein großes Blutbild angefertigt werden (ebenfalls in einem Labor), das Aufschluss geben kann über eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung, die ebenfalls chronischen Durchfall verursachen kann.

Wie bereits erwähnt, kann eine Futtermittelunverträglichkeit Ursache für eine IBD sein. In diesem Fall kann nur eine Ausschlussdiät dauerhaften Erfolg bringen, bei der herausgefunden wird, welche Bestandteile des Futters nicht vertragen werden. Sind diese Bestandteile herausgefunden, gilt es, sie konsequent in der Zukunft zu vermeiden.

Häufig wird bei IBD mit Cortison behandelt, das die Entzündung eindämmen kann. Jedoch sollte bedacht werden, dass Cortison dauerhaft gegeben zu einem Morbus Cushing oder Diabetes führen sowie die Nieren schädigen kann. Auf jeden Fall sollte nach Möglichkeit kein Depot-Cortison gegeben werden. Näheres dazu unter Cortison.



Dermatophytosen
   

Therapie
Symptome
Allergiearten
Ursachen, Diganostik, Unverträglichkeit
9
Infos zur Katzengesundheit / Allergie Teil 4: Therapie
« Letzter Beitrag von Anonym am 09. Dezember 2009, 18:25:50 »
Diese Infos sind Teil der homepage
http://www.warum-ada.de/Maja/allergie_start.html

Majas Chico leidet an einer Futtermittelallergie und Maja hat mit viel Zeit und Geduld Chicos Allergie unter Kontrolle. Ihre aufwendigen Recherchen hat sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Danke, Maja.




Auch wenn diese Seite hilfreiche Anregungen bieten kann, ersetzt das hier zusammengestellte Wissen nicht einen Besuch beim Tierarzt!

Behandlung



Allgemeines
   

Es gibt keine für Allergien allgemeingültige Therapie in Form von Medikamenten. Je nach Allergie und Katze können unterschiedliche Medikamente in unterschiedlichen Formen zum Einsatz kommen. Allerdings heilen diese in aller Regel nicht die Allergie, sondern werden eingesetzt, um die Symptome im Rahmen zu halten oder zu eliminieren.



Hyposensibilisierung
   

Die Hyposensibilisierung (auch Desensibilisierung oder Spezifische Immuntherapie) ist die einzige Therapieform, die einen gewissen Grad an "Heilung" von der Allergie verspricht. Für eine Hyposensibilisierung wird aus den IgE-Antikörpern, die im Blut auf bestimmte Allergene gefunden werden (IgE-Antikörper), ein Serum erstellt, das der Katze in bestimmten zeitlichen Abständen gespritzt wird. Dabei enthält das Serum immer größere Dosierungen des Allergens. Auf diese Art soll der Körper an das Allergen gewöhnt werden, so dass das Immunsystem bei Kontakt mit dem Stoff nicht mehr "Alarm schlägt".



Ausschlussdiät
   

Eine Ausschlussdiät macht Sinn, wenn eine Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit bei der Katze vermutet wird. Das Wichtigste, was es bei einer Ausschlussdiät (auch Eliminationsdiät genannt) zu beachten gibt ist Konsequenz, Geduld und genaue Beobachtung. Eine Ausschlussdiät basiert auf dem Prinzip, dass der Katze Futtermittel gefüttert werden, die sie zuvor noch nicht bekommen hat, so dass eine allergische Reaktion unwahrscheinlich wird. Eine Fleischsorte (evtl. mit Kartoffeln oder Ballaststoffen wie Cellulose und je nach Fettgehalt des Fleisches der Zugabe von (möglichst tierischem) Fett) wird dann zunächst über einen gewissen Zeitraum (meist werden 6 bis 8 Wochen empfohlen) gefüttert, bis sich die Symptome gebessert haben. Anschließend kann eine Provokationsdiät durchgeführt werden. Dabei wird das alte Futter erneut gegeben - zeigen sich Reaktionen, gilt die Diagnose einer Futtermittelallergie als gesichert. Nach einer erneuten Fütterung der erfolgreich gefütterten Fleischsorten kann immer wieder vorsichtig versucht werden, den Speiseplan um einzelne Komponenten (etwa neue Fleischsorten, neue Ballaststoffe (z.B. Gemüse), neue fetthaltige Zutaten) zu erweitern. Dabei sollten neue Komponenten immer 2 Wochen gefüttert werden, um zu sehen, ob Reaktionen auftreten. Treten wieder Symptome auf, kehrt man zur letzten erfolgreich (symptomlos) gefütterten Zusammensetzung zurück. Sind nach 2 Wochen keine Symptome zu sehen, kann der Bestandteil als "nicht allergieauslösend" betrachtet und dauerhaft zum Speiseplan hinzugefügt werden.

Für eine Ausschlussdiät wird meist Pferdefleisch als Hauptinhalt empfohlen, die Diät kann aber auch mit Straußen-, Känguru- oder Emufleisch (soweit erhältlich) durchgeführt werden (oder auch anderen, selten in Katzenfutter enthaltenen Fleischsorten). Als Kohlenhydrate werden häufig Kartoffeln empfohlen. Allerdings ist die Fütterung von Kohlenhydraten für Katzen nicht unumstritten, da Katzen diese nur schlecht verwerten können. Um das Futter mit Ballaststoffen anzureichen, kann auch Gemüse wie Zucchini zugegeben werden. Allgemein sollten folgende Eckpunkte möglichst erfüllt werden: Fleisch nur von einer Sorte, nach Möglichkeit auch mit Innereien und Fett des gleichen Tieres (dabei aber nicht mehr als 5% Leber und nicht mehr als 10% Innereien insgesamt, Herz darf etwas mehr enthalten sein), Ballaststoffe bzw. Gemüse bis ca. 5%, Fettgehalt zwischen 7,5 und 10%. Auf Chicos Seite findet sich unter Ausschlussdiät eine Empfehlung für den Aufbau und die Durchführung einer Ausschlussdiät. Diese Empfehlung habe ich aufgrund meiner Erfahrung mit Chicos Ausschlussdiät geschrieben. Sie hat sich auch bei einigen anderen Katzen schon als hilfreich erwiesen. Trotzdem möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass eine Ausschlussdiät bei jeder Katze anders aussehen und es keine allgemein gültigen Regeln geben kann.

Der Katzenhalter sollte während der Ausschlussdiät genau und konsequent Tagebuch führen, um mögliche Reaktionen festzuhalten. Da eine Ausschlussdiät eine langwierige Angelegenheit ist, ist es so auch nach einiger Zeit noch möglich, den Verlauf nachzuvollziehen. Da Reaktionen auch einige Tage nach der Fütterung einer (neuen) Komponente auftreten können, hilft das Tagebuch, den Überblick zu behalten. In dem Tagebuch können dann auch alle Bestandteile festgehalten werden, die die Katze verträgt.

Die Konsequenz des Katzenhalters ist absolut unerlässlich für eine erfolgreiche Ausschlussdiät. Die Katze darf nichts fressen, was nicht in der Ausschlusdiät enthalten ist und entsprechend dokumentiert wird. Für die Zeit der Diät (und im Falle einer Bestätigung der Diagnose Futtermittelallergie vermutlich für immer) sind vor allem Leckerchen und Trockenfutter aufgrund der vielen darin enthaltenen Stoffe und des hohen pflanzlichen Anteils Tabu. Alle Personen, die Kontakt zur Katze haben, sollten entsprechend eingewiesen werden. Da Katzen bei solchen Diäten sehr erfinderisch werden können, was die Futterbeschaffung angeht, sollte auch auf alle menschlichen Lebensmittel Acht gegeben werden. Eine Ausschlussdiät bei Freigängern ist schwieriger zu handhaben, da diese die Möglichkeit haben, draußen alles zu fressen (und evtl. auch "fremd fressen gehen" können). Wenn es sich vermeiden lässt, sollte daher der Freigang fürs Erste gestrichen werden.

Auch kleinste Mengen eines Allergens reichen aus, um allergische Symptome hervorzurufen - da kann ein Krümel Trockenfutter reichen. Sollten mehrere Katzen im Haushalt leben, muss auf eine strikte Futtertrennung geachtet werden. Trockenfutter sollte in dieser Zeit auch der zweiten Katze nicht gefüttert werden, ebenso wie Leckerchen, da zum einen die Gefahr zu groß ist, dass die allergische Katze einen Happen erwischt und zum anderen Eifersüchteleien einsetzen könnten.

Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Katzenhalter sich bei der Durchführung der Ausschlussdiät zusätzlich in die Nährstoff- und Ernährungsbedürfnisse von Katzen einlesen muss, um eine dauerhafte Unterversorgung mit Nährstoffen zu vermeiden. Die Fütterung von selbst hergestelltem und ausgewogenem Futter sollte das oberste Ziel jedes Halters einer futtermittelallergischen Katze sein.



Cortison
   

Der Name Cortison leitet sich aus dem Lateinischen von cortex (Rinde) ab und bezeichnet die inaktivierte Form des Glucocorticoids Cortisol (ein Steroidhormon, das in der Nebennierenrinde produziert wird). Cortisol spielt eine Rolle beim Fettstoffwechsel, dem Kohlenhydrathaushalt und dem Proteinumsatz des Körpers. Es wirkt immunsuppressiv und entzündungshemmend. Entsprechend den Funktionen des Cortisols und seiner Wirkungen hat Cortison viele Einsatzgebiete.

Die Konzentration von Cortisol im Blut schwankt im Laufe des Tages (zirkadiane Rhythmik). So findet sich beim Menschen morgens kurz nach dem Aufwachen die höchste Konzentration und nachts die niedrigste. Bei Katzen ist die Rhythmik vermutlich umgekehrt: Häufig findet man die Angabe, dass bei ihnen die Cortisolproduktion abends am stärksten ist. Cortison-Präparate sollten möglichst gemäß der Rhythmik verabreicht werden - für Katzen heißt dies, dass meist empfohlen wird, Cortison-Tabletten abends zu geben, um die körpereigene Produktion möglichst gut zu unterstützen.

Wie bereits angedeutet, sind die Einsatzgebiete von Cortison vielfältig. Im Folgenden sollen nur einige genannt werden:

    * Autoimmunerkrankungen
    * Asthma
    * Allergien
    * Leukämie
    * Rheuma
    * Lebererkrankungen
    * Zur Entzündungshemmung

Cortison-Varianten, die als Wirkstoff in Medikamenten eingesetzt werden, sind u.a. Prednisolon, Prednison, Methylprednisolon, Dexamethason. Vor allem Prednisolon- und Dexamethason-Varianten finden sich auch in Präparaten für die Veterinärmedizin, wobei Dexamethason zu den langwirkenden Glukokortikoiden gehört. Darreichungsformen von Cortison bei Katzen sind Tabletten und (Depot-)Spritzen sowie bei Asthma cortisonhaltige Inhalationssprays. Sowohl die Art des eingesetzten Cortisons als auch die Darreichungsform wird je nach Krankheitsbild festgelegt.

Cortison kann Nebenwirkungen haben. Vor allem, wenn es über einen längeren Zeitraum regelmäßig gegeben wird. Nach Möglichkeit sollte ein Cortisonpräparat entsprechend des zirkadianen Rhythmus gegeben werden (bei der Katze also abends). Anfangs wird Cortison meist täglich gegeben, die Dosis sollte aber möglichst schon nach kurzer Zeit auf eine alternierende Gabe alle zwei Tage umgestellt werden, damit die Nebennierenrinden nicht vollständig die Produktion des körpereigenen Cortisols einstellen. Ebenso sollte die Dosierung möglichst bald reduziert werden auf die geringste wirkungsvolle Dosis. Eine Gefahr bei Langzeit- bzw. Depot-Cortisongaben ist, dass die Nebennierenrinden ihre Cortisolproduktion einstellen und nicht schnell genug wieder aufnehmen können, wenn das Depot seine Wirkung verliert. Zudem wird das Cortison aus einem Depot nicht gleichmäßig abgegeben, sondern erzeugt zunächst eine hohe Wirkstoffmenge, um dann schnell immer weniger Cortison abzugeben. Dies ist nicht immer wünschenswert. Nebenwirkungen können u.a. sein: Osteoporose, Hautschäden, möglicherweise Augenschäden, Diabetes, u.a. Wichtig ist es zudem auch, ein Cortisonpräparat nicht plötzlich auszusetzen, sondern langsam auszuschleichen. So wird verhindert, dass es zu einem Cortisonmangel im Körper kommt, der gefährlich werden kann.



Antiparasitika
   

Wurde ein Befall mit Parasiten festgestellt, so kommen meist Antiparasitika zum Einsatz. Die Wirkungsweise der verschiedenen Antiparasitika sind unterschiedlich: Von Wirkungen auf das zentrale Nervensystem der Parasiten, die den Tod derselben zur Folge haben bis hin zur Beeinflussung der Entwicklungsfähigkeit von beispielsweise Flöhen, wodurch ein Neubefall meist verhindert wird.

Es sollte aber auch beim Einsatz von Antiparasitika immer im Auge behalten werden, dass die Wirkstoffe auch z.T. sehr starke Nebenwirkungen zeigen können. Je nach Stärke des Befalls (und natürlich Stärke einer Floh- oder Milbenallergie) reichen unter Umständen auch bestimmte Verhaltensmaßnahmen wie verstärkte Hygiene (besonders mit Augenmerk auf den Liegeplätzen der Katze) aus, um die Parasiten wieder los zu werden.



Antimykotika
   

Symptome
Allergiearten
Ursachen, Diganostik, Unverträglichkeit
Ähnliche Krankheitsbilder
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Infos zur Katzengesundheit / Allergie Teil 3: Symptome
« Letzter Beitrag von Anonym am 09. Dezember 2009, 18:25:35 »
Diese Infos sind Teil der homepage
http://www.warum-ada.de/Maja/allergie_start.html

Majas Chico leidet an einer Futtermittelallergie und Maja hat mit viel Zeit und Geduld Chicos Allergie unter Kontrolle. Ihre aufwendigen Recherchen hat sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Danke, Maja.


Auch wenn diese Seite hilfreiche Anregungen bieten kann, ersetzt das hier zusammengestellte Wissen nicht einen Besuch beim Tierarzt!



Symptome



Juckreiz
   

Juckreiz bei Katzen kann sich auf verschiedene Arten äußern: Die Katze kratzt sich (vornehmlich im Kopf- und Halsbereich, da sie diese mit den Hinterpfoten am besten erreichen kann) oder leckt und putzt sich, teilweise bis Bauch und/oder Beine kahl sind. Manches mal zeigt sich Juckreiz auch nur darin, dass die Katze unruhig wirkt.

Zur Diagnostik bei Juckreiz gehören zunächst gründliche Fell- und Hautbetrachtungen, vor allem auch im Hinblick auf einen möglichen Parasitenbefall durch Flöhe oder Milben. Hier kann schon das Kämmen mit einem Flohkamm erste Hinweise auf einen möglichen Flohbefall liefern. Zur Diagnostik gehört auch möglicherweise ein Hautgeschabsel, anhand dessen Milben unter dem Mikroskop leichter nachgewiesen werden können als mit bloßem Auge (je nach Milbenart kann ein Befall mit bloßem Auge nicht erkannt werden). Werden Haarbalgmilben (Demodex cati) vermutet, muss ein sogenanntes tiefes Hautgeschabsel oder eine Hautquetschung gemacht werden, um diese nachzuweisen, da Demodex-Milben nicht an der Oberfläche sitzen, sondern in den Haarbälgen.

Gibt dies keinen Aufschluss, sollten auch Pilze in Betracht gezogen werden. Nicht immer fallen die Erscheinungsbilder von Pilzerkrankungen typisch aus. Die beste Methode, einen Pilz zu diagnostizieren und auch gleich die Pilzart zu bestimmen, besteht darin, eine Pilzkultur anlegen zu lassen. Dies kann mithilfe eines Hautgeschabsels geschehen. Alternativ kann auch mit einer sterilen Zahnbürste einige Zeit über das Fell des Tieres gestrichen werden, um Pilzsporen einzufangen. Diese werden dann vorsichtig auf einen Kulturboden aufgebracht, um die Probe nach der "Bebrütung" (ca. 4 Wochen, bei positiven Befunden evtl. etwas früher) genau begutachten zu können.

Ist ein Pilz sowie Parasitenbefall ausgeschlossen, kann eine Hautstanze (Biopsie) Hinweise liefern auf hormonelle Ursachen oder Autoimmunerkrankungen. Ein unterstützendes Blutbild kann ebenfalls auf Erkrankungen hinweisen, die Juckreiz auslösen können. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass das Blutbild alle Organparameter enthält. Bei manchen Laboren werden diese als geriatrische Blutbilder bezeichnet.

Spätestens wenn dies auch keinen Aufschluss bringt sollte begonnen werden, ein Allergie-Tagebuch für die Katze zu führen. Nach einiger Zeit kann sich ein Muster abzeichnen, das einen Schluss auf die Ursache der Symptome zulässt. Gleiches gilt auch für länger anhaltenden Durchfall.



Durchfall
   

Durchfall lässt sich – außer bei Freigängerkatzen – leicht im Katzenklo feststellen. Durchfall darf bei Katzen nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es können sehr ernste Ursachen dahinter stecken und die Gefahr der Dehydratation ist bei der Katze groß. Zudem verlieren Katzen bei Durchfall viele wichtige Nährstoffe, was zu Mangelzuständen führen kann. Wird Durchfall festgestellt, muss auf jeden Fall für eine ausreichende Flüssigkeits- (und je nach Stärke und Dauer des Durchfalls auch Elektrolyt-)Zufuhr gesorgt werden, unabhängig von der Ursache.

Die Diagnostik sollte bei länger anhaltendem Durchall in jedem Fall eine Kotprobe (am besten eine Sammel-Kotprobe von mehreren Tagen) umfassen, die auf mögliche Parasiten (Würmer, Einzeller wie Giardien), Pilze, Blut, Nährstoff- bzw. Fettrückstände im Kot untersucht werden sollte. Ebenfalls sollten möglicherweise vorhandene Viren oder übermäßig vorherrschende Bakterien anhand einer Kotprobe ausgeschlossen werden. Möglicherweise kann auch ein Blutbild mit allen Organparametern hilfreich sein und Hinweise liefern.

Tritt der Durchfall nach einer Antibiotikum-Gabe auf, so ist es wahrscheinlich, dass die Darmflora zerstört ist. In diesem Fall sollte eine Darmsanierung durchgeführt werden. Anderenfalls hilft manchmal auch Schonkost, um den Durchfall wieder in den Griff zu bekommen. Hier bietet sich z.B. Hähnchenfleisch mit etwas gekochter Möhre (und evtl. Reis) an. Zudem sollte das Futter auf viele kleine Mahlzeiten verteilt werden. Wird eine Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit vermutet, sollte auf jeden Fall ein Tagebuch geführt werden, um den möglichen Auslösern auf die Spur zu kommen. Tritt neben Durchfall auch Erbrechen auf und zeigt die Katze noch weitere Symptome wie Apathie, Fieber oder ähnliches, sollte schnellst möglich ein Tierarzt aufgesucht werden.



Erbrechen
   

Fällt vermehrtes Erbrechen auf, sollte die Katze aufmerksam beobachtet werden. Häufig sind Haarballen oder zu schnelles Fressen die Ursache, können also leicht behoben werden. Erbricht die Katze plötzlich sehr häufig und zeigt daneben noch andere Zeichen einer Schwäche wie hecheln, Apathie o.ä., sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden, da dies eine Vergiftung anzeigen kann.

Tritt Erbrechen im Zusammenhang mit dem Futter (also kurz nach dem Fressen) auf, kann eine Futtermittelallergie die Ursache sein. Hier ist aber zunächst auch vom Besitzer die Geschwindigkeit zu beobachten, mit der die Katze frisst, da viele Katzen zu schnell schlingen, so dass sie kurze Zeit später erbrechen müssen. Ebenfalls muss beobachtet werden, ob die Katze regelmäßig auf dem Katzenklos war, da auch Verstopfungen durch übermäßiges Pressen zu Erbrechen führen können. Möglicherweise liegt auch eine Magenübersäuerung vor – in diesem Fall hilft es manchmal auch schon, den Napf etwas erhöht aufzustellen, so dass die Katze sich nicht mehr zum Napf herunter beugen muss.



Husten und Atemnot
   

Husten und Atemprobleme können allergisch bedingt sein. Sind alle weiteren Ursachen (z.B. infektiös, parasitär) ausgeschlossen, kann der Verdacht auf felines Asthma nahe liegen. Spielt eine allergische Komponente bei Husten und Atemnot eine Rolle, sind die Auslöser meist Inhalationsallergene, die zu Anschwellen und Entzündungen der Atemwege führen.

Inhalationsallergene können neben Pollen und Hausstaub auch Parfums, Katzenstreu, Zigarettenrauch oder Chemikalien, die an Einrichtungsgegenständen sind, sein. Meist ist es nicht möglich, den tatsächlichen Auslöser herauszufinden, so dass eine Vermeidung der Allergene schwierig wird. In dem Fall bleibt nur eine symptomatische Behandlung, zum Beispiel mit inhalativen Cortisongaben, die auch bei Katzen möglich sind.

Differentialdiagnostisch sollten Herzerkrankungen sowie Lungenwürmer und Mykoplasmen ausgeschlossen werden. Hilfreich sind bei der Diagnose Röntgenaufnahmen, die möglicherweise verstärkte bronchiale oder eingelagerte Zeichnungen zeigt. Ebenso können mit einer bronchoalveolären Lavage Zellen der Bronchien genommen werden, um sie auf mögliche Erreger zu untersuchen.

Allergiearten
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Therapie
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