Autor Thema: Pankreatitis / Exokrine Pankreasinsuffizienz bei Katzen  (Gelesen 9795 mal)

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Pankreatitis / Exokrine Pankreasinsuffizienz bei Katzen
« am: 19. September 2013, 11:37:10 »
Pankreatitis / Exokrine Pankreasinsuffizienz bei Katzen

Allgemeines zur Begriffsdefinition:

eine Insuffizienz ist immer eine unzureichende Funktion, in diesem Fall ein _zuwenig_ an Enzymen, die in der Bauchspeicheldrüse produziert werden.  Exokrin deshalb, weil die Bauchspeicheldrüse auch für die Ausschüttung von Hormonen zuständig ist (endokrin).

eine -itis ist immer eine Entzündung.

Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)

Das Pankreas stellt die Enzyme zur Verfügung, die die Nahrung in ihre Einzelbestandteile spalten, damit sie vom Körper verwertet werden können. Tritt ein Mangel auf, sind die ersten Symptome i.d.R. voluminöse Häufchen (es muß kein Durchfall gegeben sein) und die Katze leidet trotz guten Appetis an Gewichtsverlust.

Diagnostik:

Ein erster diagnostischer Schritt kann eine Kotprobe sein, die auf unverdaute Futtermittelrückstände untersucht wird.
Unverdaute Futtermittelrückstände können allerdings auch durch andere Darmerkrankungen entstehen, deshalb ist die Diagnostik der Wahl der fTLI-Test (Blutuntersuchung).

Die Behandlung besteht aus der Gabe von Enzymen, wovon es verschiedene Produkte gibt.


Pankreatitis

Pankreatitis ist ein entzündlicher Prozess, der akut und/oder chronisch sein kann.

Bei einer mild verlaufenden chronischen Pankreatitis  gibt es häufig keine auffälligen Symptome, so dass es meist erst dann auffällt, wenn die Katze ein verhaltenes Befinden zeigt, z.b. Appetitmangel, Dehydration, Gewichtsverlust (unspezifische Symptome) und/oder es zu einem akuten Schub kommt.

Erbrechen und/oder  Durchfall müssen nicht zwingend vorhanden sein bei der Katze.

Diagnostik:

Amylase und Lipase im Blutbild sind nicht unbedingt aussagekräftig in diesem Fall bei Katzen.  Der Test der Wahl ist der fpli (bzw. auch specfpl, sind in der Aussagekraft nahezu identisch).

Die Therapie kann sehr unterschiedlich sein, sie richtet sich in erster Linie nach den Symptomen, die die Katze zeigt (Schmerzmittel, Glukokortikoide, Magensäureblocker, Mittel gegen Erbrechen etc.).

Ein akuter Schub kann auch dermassen heftig sein, dass die Katze enteral (per Sonde) ernährt werden muß. Denn bei Katzen besteht bei längeren Hungerphasen die Gefahr einer hepatischen Lipidose.

Die Behandlung richtet sich also in erster Linie nach den Symptomen und muß individuell auf das Befinden der Katze abgestimmt werden. Wobei natürlich auch zu berücksichtigen ist, dass auch andere Erkrankungen vorliegen können (z.b. Leberprobleme, Diabetes, Magen-/Darmprobleme).

Die Ernährung ist ein sehr wichtiger Faktor. Auch hier gibt es keine "allgemeingültigen" Empfehlungen.  Generell gilt aber die Aussage: es sollte ein hochverdauliches Futter gegeben werden mit sehr moderatem Fettgehalt.

Katzen mit gastrointestinalen Erkrankungen haben häufig einen Vit. B12 Mangel und Folsäuremangel, weshalb diese Nahrungsergänzungen  zugeführt werden sollten.

Es wird eine Verlaufskontrolle empfohlen (specfpl).

Weiterführende Links hierzu:

http://www.idexx.de/pdf/de_de/smallanimal/education/client-education/du_treatment_feline_pancreatitis_de.pdf
http://www.vetion.de/service/print.cfm?aktuell_id=12655
http://www.enpevet.de/lexicon/ShowArticle.aspx?articleid=40856
http://www.felinecrf.info/pankreatitis.htm
http://www.uni-giessen.de/~gi1394/dokumente/Gesamtdatei_Gastro_Hannover.pdf
http://www.tierklinik.de/medizin/erkrankungen-des-verdauungsapparates-bei-hund-und-katze/erkrankungen-der-bauchspeicheldruese



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« Letzte Änderung: 19. September 2013, 11:53:40 von Thea »