Autor Thema: Der Weg der Nahrung durch den Körper  (Gelesen 10445 mal)

Anonym

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Der Weg der Nahrung durch den Körper
« am: 28. Juni 2009, 10:52:47 »
Krankheiten, die den "Verdauungstrakt" betreffen, sind leider sehr häufig, das ist bei Katzen nicht anders als bei anderen Lebewesen auch.

Meist ist es nicht nur "ein" Organ, das betroffen ist, man kann viele krankhafte Geschehen nicht klar abgrenzen. Um diverse Symptome besser einschätzen zu können, finde ich es sehr sinnvoll, wenn man sich mal genau überlegt, welchen Weg die Nahrung durch den Körper überhaupt geht und wo die "Schwachstellen" liegen könnten.


Der Verdauungsvorgang

Während der Verdauung laufen komplexe chemische und mechanische Vorgänge ab.


Mund

Hier geht es los mit der Verdauung. Die Essensbrocken werden zerkleinert und mit Speichel und Enzymen vermischt. Katzen kauen ihr Essen nicht sorgfältig, sondern schlucken oft große Brocken herunter. Außerdem befindet sich in ihrem Speichel keine Amylase.

Durch die Speiseröhre wird die Nahrung in den Magen weitergeleitet. Durch einen Ringmuskel am Ende der Speiseröhre gelangt die Nahrung in den Magen.


Magen

Durch Muskelbewegung wird die aufgenommene Nahrung im Magen mit Magensaft vermischt und so für die Weiterleitung in den Dünndarm vorbereitet.
Magensäure besteht u.a. aus Salzsäure und Pepsinogen bzw. Pepsin, was die Spaltung der Nahrung initiiert.
Die so vorbereitete breiige Masse ist der sogenannte Chymus. Dieser gelangt portionsweise durch einen weiteren Ringmuskel (Pylorusring) in den Zwölffingerdarm (Duodenum).


Die Verdauung im Dünndarm

Im Dünndarm findet die hauptsächliche Spaltung der Nahrung in verwertbare Bestandteile statt.

Im ersten Abschnitt des Dünndarms, dem Duodenum, wird dem Speisebrei Gallenflüssigkeit zugesetzt. Diese entsteht in der Leber, wird in der Gallenblase gesammelt und in das Duodenum abgegeben. Gallenflüssigkeit neutralisiert u.a. die Magensäure.

Zusätzlich zur Gallensäure wird der Nahrungsbrei mit Enzymen angereicht, die die Bauchspeicheldrüse absondert. Es sind die Enzyme Amylase (Kohlehydratverdauung), Lipase (Fettverdauung) und Protease (Proteinverdauung) die dafür sorgen, daß die einzelnen Nahrungsbestandteile durch die Darmwand aufgenommen und so verwertet werden können.


Die Verdauung im Dickdarm

Die nicht verwertbaren Anteile der Nahrung werden durch die Ileozökalklappe (auch: Bauhinsche Klappe) in den Dickdarm weitergeleitet. Im Dickdarm wird dem  Nahrungsrest die Flüssigkeit entzogen, was die Masse verfestigt. Als Kot werden diese Reste ausgeschieden.

Wenn es Probleme bei der Verdauung gibt, ist es schwierig mit der Diagnostik, denn häufig  sind reine"Verdauungsprobleme" von organischen Krankheiten und Ursachen nicht klar abgrenzbar. Die häufigsten Symptome Erbrechen und/oder  Durchfall _können_ auch erste Anzeichen von ernsten organischen Erkrankungen sein (z.b. Leber, Pankreas, Niere) und sollten daher immer zunächst einmal mit einer Kotprobe (Parasiten, Bakterien, unverdaute Nahrungsmittelrückstände) und einem Blutbefund  genauer diagnostiziert werden.

Es gibt einige Anzeichen, an welcher Stelle auf dem Verdauungsweg die Nahrungsaufnahme/-verwertung gestört sein kann, ein sehr informatives Dokument mit Hinweisen findet sich hier

http://www.animal-health-online.de/drms/klein/diarrhoe.htm

Es ist sehr hilfreich, eine Art "Ausschlußverfahren" durchzuführen, um so evtl. selber schon einmal mögliche Störfaktoren auszuschließen zu können.

Und es ist wie in jedem "auffälligen" Verhalten auch in diesem Fall besonders wichtig, ein Tagebuch zu führen, um gewissen "Regelmässigkeiten" zu erkennen.


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« Letzte Änderung: 13. August 2009, 10:17:09 von Thea »