Autor Thema: Gesundheitsvorsorge: Die Wahrheit über Trockenfutter  (Gelesen 8087 mal)

Anonym

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Was die Gesundheitsvorsorge bei der Katze angeht, findet seit einiger Zeit ein großes Umdenken statt. Kein Wunder, die Katze ist mit rd. 8 Millionen Tieren (geschätzt für 2006) das meistgeliebte Haustier in Deutschland, in anderen Ländern stellen Katzen auch die mit Abstand größte Anzahl der Haustiere.

So ist es nicht verwunderlich, daß die Veterinärmediziner und die Nahrungsmittelhersteller sich darauf einstellen müssen und es auch tun, denn nicht zuletzt geht es auch um Milliardengewinne.

Die medizinische Versorgung ist eine Seite. Wie in der Humanmedizin auch sind bei Tieren immer häufiger alternative Behandlungsmethoden gefragt.  Und ein Gesundheitscheck für ältere Katzen ist ganz selbstverständlich ebenso wie die regelmässige Zahnkontrolle.

Auch im Bereich der Parasitenprophylaxe und -bekämpfung findet ein Umdenken statt. Es werden häufig nicht mehr nach Kalender im Drei-Monats-Rythmus Mittel gegeben, sondern immer öfter entscheidet der Halter sich dafür zuerst einmal eine Kotuntersuchung machen zu lassen oder zu schauen, ob überhaupt Parasiten vorhanden sind bzw. ob diverse Mittel überhaupt nötig sind, denn auch diese Mittel sind keine Zuckerbonbons und können durchaus mit Nebenwirkungen verbunden sein.

Die Impfproblematik wird auch ganz neu diskutiert. Ist es wirklich nötig, die Katze regelmässig jedes Jahr impfen zu lassen und das ein Leben lang? Es gibt einige sehr interessante Publikationen zu diesem Thema. Daß auch Impfungen durchaus Nebenwirkungen haben können,  kann nicht mehr verschwiegen werden.

Die wichtigste Voraussetzung für ein gesundes Katzenleben ist sicherlich eine artgerechte Ernährung. Die Futtermittelindustrie hat sich darauf eingestellt und bietet mittlerweile Futter für alle Lebenslagen an. Eine kranke Katze hat natürlich besondere Anforderungen an ihre Ernährung, sei es bei Leber-, Nieren-, Blasenkrankheiten, bei Diabetes oder bei Problemen mit dem Bewegungsapparat. Das hat durchaus alles seine Berechtigung.

Darüber hinaus gibt es auch Futter für Wohnungskatzen, für Freigängerkatzen, für Kitten, für Senioren (ab 6,5 Jahre!), für noch ältere Katzen, für Langhaarkatzen, für kastrierte Katzen... Es gibt Vitaminpräparate, diverse Nahrungsergänzungen für alle möglichen "Mangelzustände" - wobei man sich sicherlich fragen muß, wie diese überhaupt entstehen können, wenn die Katze doch optimal mit eigens für sie hergestelltem Futter ernährt wird?

Und man muß sich fragen, wie Katzen es vordem gehalten haben, denn in der Natur gibt es für sie Mäuse, ab und zu einen Vogel, diverse Insekten, die Auswahl ist nicht so groß. Sie ist also ein strikter Karnivore, also ein Fleischfresser.

Viele Katzenhalter fragen sich mittlerweile, ob man wirklich alles noch glauben sollte, was die Futtermittelindustrie so herrlich beschreibt: feinste Fleischbröckchen, vitaminschonend zubereitet, angereichert mit gesunden Cerealien und wohltuenden Heilkräutern... Ist das wirklich so?

Insbesondere Trockenfutter wird heutzutage von vielen Katzenbesitzern sehr kritisch betrachtet. Es ist sicherlich die bequemste Art der Fütterung, man füllt den Napf, die Katze kann essen, soviel sie mag, daneben steht ein Trinknapf... Aber ist das wirklich auch das beste für die Katze?

Wir haben über zwei Jahrzehnte Katzen gefüttert (hauptsächlich Feuchtfutter, aber auch ein Napf mit Trockenfutter stand immer da) und haben uns herzlich wenig Gedanken darüber gemacht, schließlich hatte uns die Futtermittelindustrie ja immer wieder glaubhaft versichert, daß wir da nur das beste für unsere Katzen kaufen. Und wirkliche Probleme gab es auch nicht. Bis dann eine unserer Katzen sehr krank wurde, und wir uns intensiv mit Katzenernährung auseinandersetzen mussten - seitdem (2003) gibt es für unsere Katzen ausschließlich rohes Futter, das wir selbst zubereiten. Natürlich gibt es auch mal ein Trockenfutterstückchen zur Belohnung oder einfach zum Wohlfühlen. Denn es ist schon bemerkenswert, wie Katzen, die seit frühester Kittenzeit ausschließlich rohes Fleisch gewohnt sind, gierig sind auf Trockenfutter, mag es vielleicht an diversen Geschmacksverstärkern oder Lockstoffen liegen? Auch diese Diskussion ist nicht neu, schon vor Jahrzehnten habe ich mit einem TA darüber gesprochen. Es gab damals schon die "Vermutung", daß insbesondere auch dem Kittenfutter ganz spezielle Geschmacksverstärker zugesetzt werden, damit sie als erwachsene Katzen "ihrer" Marke treu bleiben.

Ich möchte an dieser Stelle einen Artikel von Michelle Bernard einstellen mit freundlicher Genehmigung der Übersetzerin Ingrid Balzer.

Dieser folgende Text darf nicht heruntergeladen oder kopiert oder sonstwie vervielfältigt werden ohne Zustimmung der Verfasserin.

Der englische Originaltext ist zu finden auf der Seite
http://www.blakkatz.com/dryfood.html

Michelle Bernard ist die Autorin des Buches
"Raising Cats naturally"

Dieses Buch hat uns seinerzeit die Umstellung von kommerziellem Katzenfutter auf selbstgemachtes Rohfutter (BARF) sehr leicht gemacht. Ich kann es allen Interessierten wirklich empfehlen. Es ist in englischer Sprache, allerdings liest man sich recht gut ein, auch wenn man nicht ganz fit in dieser Sprache ist. Auch die Gedanken zu Impfungen, Homöopathie und Krankheiten insgesamt sind interessant und lesenswert und tragen sicherlich dazu bei, intensiv über die Gesunderhaltung von Katzen nachzudenken.


Michelle Bernard - Raising Cats naturally
Die Wahrheit über Trockenfutter


Manchmal fragen mich die Leute, ob ich ihnen ein gutes Trockenfutter empfehlen kann. Die Antwort ist: "Nein!" Trockenfutterpellets sind das Schlechteste, was Sie ihrer Katze geben können. Es ist ein lukratives Geschäft für die Futtermittelhersteller und führt zu schrecklichen chronischen Krankheiten. Es wird als Produkt angeboten, das für alle Lebensstadien der Katze völlig ausgewogen sein soll. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Körner gehören zu den Kohlenhydraten und bestehen zuallererst aus Stärke. Die Futtermittelhersteller wollen, dass der Kunde glaubt, Körner versorgten die Katzen mit Energie, Eiweiß, Fett, Fasern, Mineralstoffen und Vitaminen. Die Katze gehört aber zu den Fleischfressern. Katzen und andere Mitglieder der Überfamilie Felidae (Katzenartige) zählen zu den Fleischfressern, weil sie einen unerläßlichen Bedarf an gewissen Nährstoffen haben, die ausschließlich in tierischen Geweben enthalten sind. Katzen können weder Taurin noch Arginin -  nur im Fleisch enthaltenen Aminosäuren - selbst herstellen. Ihnen fehlt die Fähigkeit, die in Pflanzen enthaltene Linolsäure in Arachidonsäure (im tierischen Fett enthalten) umzuwandeln. Sie können auch Betacarotin nicht in Vitamin A umwandeln. Katzen können die Aktivität ihrer Leberenzyme nicht drosseln, wenn sie proteinarmes Futter fressen. Sie müssen proteinreiches Futter bekommen, sie brauchen Fleisch zum Überleben.

Die primäre Funktion der Kohlenhydrate bei der Herstellung von Trockenfutter ist die Formbarkeit des Futters zu Pellets. Die Stärke wirkt wie "Zement", der die Pellets zusammenhält und verhindert, dass sie während des Herstellungsprozesses krümeln. Üblicherweise enthält eine Rezeptur mindestens 40 % Kohlenhydrate, weil man sie sonst nicht pressen könnte. Stärke wirkt als Klebstoff, und was mag das wohl für eine Langzeitwirkung auf das Verdauungssystem der Katze haben?

Ich habe das Buch "Small Animal Clinical Nutrition", 4. Ausgabe, herausgegeben vom Mark Morris Institute, auch bekannt als Hill's Science Diet, für den Großteil meiner Nachforschungen benutzt. Dieses Buch, das von vielen Tierärztlichen Hochschulen für den Kurs in Ernährungslehre verwendet wird, ist ein sehr dickes Buch voller Informationen zur Ernährung von Kleintieren. Im Kapitel über die Fütterung von Katzen sagt der Autor, dass Katzen sich während der Evolution an Fleischnahrung angepasst haben, die viel Protein und wenig Kohlenhydrate enthält. Deshalb haben sie Schwierigkeiten mit der Verdauung von Kohlenhydraten. Bei Omnivoren ( Allesfressern) werden Kohlenhydrate von Hexokinase und Glukokinase (beides sind Enzyme) in Glukose umgewandelt. Die Katzenleber zeigt zwar eine normale Hexokinase-Aktivität aber praktisch keine Glukokinase-Aktivität.


Fettleber

Der Eiweißstoffwechsel der Katze ist einzigartig wegen ihres ungewöhnlich hohen Proteinbedarfs. Katzen brauchen kaum irgendwelche besonderen Aminosäuren. Ihr hoher Proteinbedarf entsteht durch die hohe Aktivität ihrer Leberenzyme, die Aminosäuren in Energie umwandeln. Anders als Allesfresser können Katzen die Aktivität ihrer Leberenzyme nicht drosseln, wenn sie proteinarmes Futter bekommen. Das ist vermutlich der Grund, warum die Krankheit Hepatische Lipidose (= Fettleber) bei Katzen, die Trockenfutter fressen, so häufig ist, besonders bei übergewichtigen Katzen

 Für Katzen in der Wildnis ist es nicht ungewöhnlich oder unnatürlich für kurze Zeit zu fasten. Obwohl sie erfolgreiche Jäger sind, sind sie nicht perfekt und können einige Tage ohne Futter auskommen. Meine eigenen Katzen lassen manchmal für einen oder mehrere Tage ihr Futter stehen. Eine mögliche Ursache für eine Fettleber bei Katzen ist ein Mangel an Proteinen. Das Etikett auf dem Trockenfutter scheint auf den ersten Blick einen ausreichenden Proteingehalt anzugeben, aber eine ziemlich große Menge davon ist pflanzlicher Herkunft. Ich glaube nicht, dass Körner eine hochwertige Proteinquelle für einen Fleischfresser sind und dass sie pflanzliche wie tierische Proteine gleich gut verwerten können. Katzen, die Rohfutter bekommen, sollten also aus diesem Grund nicht anfällig für eine Fettleber sein. Obwohl auch ich mir Sorgen mache, wenn eine meiner Katzen ihr Futter stehen lässt, rechne ich nicht damit, dass wir jemals ein Problem mit Hepatischer Lipidose bekommen werden.

Es gibt viele Faktoren, die zur Entstehung einer Fettleber beitragen können. Carnitin ist eine Aminogruppe enthaltende fettähnliche Substanz, die sich in hoher Konzentration im Herzen und in der Skelettmuskulatur von Säugetieren findet. Dieses Carnitin wird von der AAFCO als nicht essentiell angesehen. Katzen können Carnitin aus Lysin und Methionin (beide in Fleisch enthalten) synthetisieren. Methionin wird den meisten Trockenfuttern beigemischt, Lysin nur den besseren. Wie bei den meisten Nährstoffen im rohen Fleisch, ist es - wie ich glaube -  besser das Nahrungsmittel im Ganzen zu füttern anstatt mit synthetisch hergestellten Stoffen zu supplementieren. Beim Menschen führt Carnitinmangel zur Anhäufung von Fett in der Leber und zu einer gestörten Leberfunktion. Einen ähnlichen Zusammenhang stellt man auch bei der Katze fest. Carnitin vergrößert auch die Muskelmasse und fördert bei übergewichtigen Tieren die Gewichtsabnahme.

Viele Katzen mit einer Fettleber unbekannter Ursache sind übergewichtig, und oft wird die Krankheit nach einer Zeit des Fastens, sei es als Folge von Stress, Krankheit oder Trennung entdeckt. Vielleicht kommen Trockenfutterkatzen gerade so aus mit der Menge und Qualität des Proteins, das darin enthalten ist. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Katze, die Trockenfutter frisst, dick wird. Fasten bringt vielleicht einfach das Faß zum Überlaufen. Wie ich vorher schon sagte, wird Proteinmangel als ein Faktor für die Entstehung einer Fettleber angesehen, ebenso wie eine exzessive Fettbildung (der Prozess, Kohlenhydrate oder Proteine in Fett umzuwandeln). Man weiß leider nur sehr wenig über die Ursachen für eine Fettleber.


Zahnkrankheiten

Obwohl es keinen dokumentierten Beweis dafür gibt, dass ein natürliches Futter zur Zahngesundheit beiträgt, sind Krankheiten des Periodontiums (der Wurzelhaut), die häufigste Krankheit erwachsener Hunde und Katzen. Außer meiner verstorbenen Wiley hat keine meiner Katzen jemals eine Zahnbehandlung gebraucht. Im Gegensatz zu dem, was den meisten Leuten beim Tierarzt erzählt wird, reinigt Trockenfutter NICHT die Zähne! Wenn eine Katze Trockenfutter kaut, zerbricht es in kleine Stückchen. Um eine wirksame Reinigung von Zähnen und Zahnfleisch zu erreichen, muss das Futter aber eine Zeitlang mit Zähnen und Zahnfleisch in Berührung bleiben. Eine abrasive Wirkung auf die Zähne haben ausschließlich die Brocken von rohem Fleisch. Ich schlage vor, dass Sie Ihrer Katze Fleischbrocken für die Reinigung der Zähne geben, es sei denn, sie wollen ihr die Zähne putzen oder Hunderte von Euros für Zahnbehandlungen ausgeben.


Nierenversagen und Krankheiten des Harntrakts

Katzen haben sich als Wüstentiere entwickelt und sind (immer noch!) sehr gut daran angepasst, in einem trockenen Klima zu leben, sofern sie ihre natürliche Nahrung bekommen. Katzen haben nicht wie Hunde einen starken Drang zu trinken und können mit weniger Wasser überleben als sie. Sie kompensieren die geringere Flüssigkeitsaufnahme, indem sie ihren Urin konzentrieren. Wenn sie Trockenfutter fressen (das weniger als 10 % Feuchtigkeit enthält), sind sie ständig ausgetrocknet, es sei denn sie trinken viel Wasser, was die meisten Katzen aber nicht tun. Die mit Trockenfutter ernährte Katze trinkt zwar mehr Wasser als eine, die Dosenfutter frisst, aber am Ende, wenn man alle Feuchtigkeit zusammenrechnet, nimmt die Trockenfutterkatze etwa nur halb so viel Wasser auf als eine Dosenfutterkatze. Bei Trockenfutter, das zudem häufig rund um die Uhr zur freien Verfügung steht, wird der Urin übermäßig stark konzentriert, und das führt zu Krankheiten des unteren Harntrakts.

Zu dicke, mit Trockenfutter ernährte Katzen neigen zu allen möglichen Krankheiten!
 
Der gegenwärtige Trend, dem Trockenfutter außerdem Urin ansäuernde Zusätze hinzuzufügen (nach Aussagen der Futtermittelproduzenten für die Gesundheit des Harntrakts gedacht) kann eine metabolische Azidose (eine Übersäuerung des Körpers) hervorrufen, die mit eingeschränkter Nierenfunktion und einem Mineralstoffungleichgewicht einschließlich Kaliumverlusten einhergeht. In einem zu sauren Milieu bilden sich leicht Oxalatkristalle, die die Harnröhre verstopfen können. Früher waren Struvitkristalle, die mit einem zu alkalischen Urin zusammenhängen, die verbreitetste Störung der Harntraktfunktion. Heute sind Calciumoxalatsteine häufiger wegen des sauren pH-Werts.

Die ersten Anzeichen für eine beginnende Niereninsuffizienz sind größerer Durst und  vermehrter Harndrang. Die Katze verliert die Fähigkeit ihren Urin zu konzentrieren. Die pflanzlichen Proteine aus den Körnern im Trockenfutter setzen bei der Verdauung mehr Stickstoffabfallprodukte frei. Diese werden in Ammonium umgewandelt und von den Nieren ausgeschieden, was zu einer unnötigen Belastung der Nieren führt.

Wasser, das wichtigste Lebensmittel für alle lebenden Kreaturen, fehlt im Trockenfutter. Es ist durch nichts zu ersetzen!


Mykotoxine

Bevor Sie anfangen, das Trockenfutter anzufeuchten, um die fehlende Flüssigkeit zu ersetzen, sollten Sie etwas über Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) wissen, einer weiteren möglichen Nebenwirkung von Körnern im Futter. Mykotoxine sind natürliche Neben-/Endprodukte von Pilzen, die Hunde und Katzen krank machen oder zum Tod führen können. Wenn Körner nicht sachgerecht gelagert werden, können sich Pilzgifte entwickeln. Zwei häufige Formen, die man im Tierfutter findet (mehr im Hundefutter) sind Aflatoxin und Vomitoxin. Obwohl Mykotoxine weltweit verbreitet sind, werden sie erst bei 28 ° Celsius und mehr als 80 %  Luftfeuchtigkeit giftig. Dann greifen sie in die Zellfunktion ein, sind extrem Krebs erregend und unterdrücken das Immunsystem.

Aflatoxin B1 ist das giftigste von allen Aflatoxinen und das bekannteste Leberkrebs auslösende Gift. Es gibt unübersehbare Hinweise darauf, dass schon eine geringe Exposition eine Unterdrückung des Immunsystems und eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten nach sich zieht. Junge und trächtige Tiere aller Spezies reagieren äußerst empfindlich auf Aflatoxine. Aflatoxin tritt auch in die Muttermilch über und kann zu Unfruchtbarkeit beitragen. Die Exposition während der Schwangerschaft bzw. Trächtigkeit hatte einen Übertritt von Aflatoxinen in die Plazenta und eine mangelhafte Funktion des Immunsystems bei den Nachkommen zur Folge.

Die Entfernung von Aflatoxinen aus dem Futter ist sehr teuer, und die Futternittelhersteller sind bekannt dafür, dass sie nicht die hochwertigsten Körner benutzen, andernfalls könnten sie ihre hohe Gewinnspanne nicht halten. Das Getreide, das die meisten Futtermittelproduzenten verarbeiten, ist entweder das, was für den menschlichen Verzehr nicht mehr zugelassen ist oder als Nebenprodukt bei anderen Herstellungsprozessen anfällt.


Die Verdauungsvorgänge eines Fleischfressers

Das Verdauungssystem eines Fleischfressers (Karnivoren) ist sehr einfach. Im Gegensatz zu Omnivoren (Allesfressern) und Herbivoren (Pflanzenfressern) fehlt der Katze die Amylase im Speichel, die die Verdauung von Stärke einleitet. Ihre Kiefer können sich nur eingeschränkt seitlich bewegen (das ist notwendig um pflanzliche Nahrung zu zerkleinern), und sie haben keine flachen Mahlzähne im Maul. Ihre Zähne sind gedacht zum Beißen, Festhalten, Zerschneiden und Zerreißen.

Der Magen der Hauskatze hat zwei Funktionen. Kurzzeitig speichert er Nahrung, allerdings nur eine kleine Menge, weil das natürliche Futter der Katze eine hohe Nährstoffdichte hat. Kleine Wildkatzen müssen öfter jagen als ihre großen Verwandten, weil ihre Beute kleiner ist. Während Löwen und Tiger, nachdem sie eine Beute erlegt haben, ihre Nahrung herunterschlingen, fressen kleine Katzen öfter, wenn sie bei der Jagd erfolgreich waren.
Die zweite Funktion des Magens ist die Absonderung von zersetzender Magensäure. Hydrochlorid  löst die Nahrung auf und verflüssigt sie. Nahrungsbestandteile, die nicht verdaut werden können - wie rohes Gemüse, Zellulose, Federn, Zähne usw. - passieren den Magen-Darm-Trakt unverändert. Probieren Sie es aus! Geben Sie ihrer Katze ein paar ganze Maiskörner oder Erbsen, und Sie werden sehen, dass sie unverdaut im Ganzen wieder herauskommen.

Der Nahrungsbrei verlässt in Intervallen (Abständen) den Magen und wandert in den Dünndarm. Der kleine Katzendarm ist im Vergleich zur ihrer Körperlänge kürzer als der des Hundes, d. h. 4:1 bei der Katze und 6:1 beim Hund. Im Dünndarm wird die Nahrung verdaut und ins Blut abgegeben. Bauchspeicheldrüse und Leber stellen die notwendigen Enzyme bereit, um Fett und Proteine in Fettsäuren und Aminosäuren umzuwandeln. Da die Enzymaktivität zur Verdauung von Kohlenhydraten nur begrenzt ist, kann nur wenig oder gar keine Kohlenhydratverdauung stattfinden.

Wird die Fähigkeit des Dünndarms, Kohlenhydrate zu verdauen, überfordert, erreichen sie den Dickdarm unverdaut. Weil Blinddarm und Kurzdarm der Katze keine Funktion haben, ist ihre Fähigkeit, schwerverdauliche Stärke und Fasern durch mikrobielle Fermentation zu nutzen, begrenzt. Der Dickdarm ist mit dem Dünndarm nicht geradlinig verbunden sondern rechtwinklig. An dieser Stelle ist ein kleines Anhängsel, etwa 5 bis 7,5 cm lang, das Caecum oder der Blinddarm. Obwohl der Blinddarm bei Fleischfressern keine Funktion  hat, sollte er trotzdem erwähnt werden, weil er auf einen wichtigen Unterschied zwischen Karnivoren und Herbivoren hinweist. Bei Herbivoren und im gewissen Grade auch bei Omnivoren findet im Dickdarm, besonders im Caecum, eine mikrobielle Fermentation statt.


Inflammatory Bowel Disease

Hochverdauliches Futter stellt mehr Nährstoffe für den passiven oder aktiven Transport bei der Absorption im Darm zur Verfügung. Unverdaute Reste (wie Kohlenhydrate) verändern den pH-Wert und die Viskosität des Nahrungsbreis. Das bedeutet abnehmende Stuhlqualität und Durchfall. Diese Bedingungen können möglicherweise zu IBD führen. Die Schwere der Beschwerden hängt von der Menge der Kohlenhydrate ab, die im
Dünndarm nicht verdaut werden. Kleine Mengen Zucker oder aufgeschlossene Stärke können z. B. dramatischere Auswirkungen haben als große Mengen roher Stärke von niedriger Verdaulichkeit. Die Futtermittelhersteller erhitzen die Kohlenhydrate im Futter und verarbeiten sie weiter, um die Verdaulichkeit zu erhöhen. Wegen all dieser Kohlenhydrate sind Katzen, die Trockenfutter fressen, prädestiniert für IBD. Die meisten Katzen mit IBD-Symptomen (Durchfall und Erbrechen) werden symptomfrei, wenn sie ein körnerfreies und kohlenhydratfreies Rohfutter bekommen.


"Natürliches" Trockenfutter für Katzen

Der Begriff "natürliches Trockenfutter für Katzen" ist ein Widerspruch in sich. Es gibt eine wachsende Anzahl von Herstellern eines solcher Futtermittel auf dem Markt. Jede Woche scheint ein neuer Hersteller von "natürlichem Trockenfutter" aufzutauchen. Dem Futter werden bestimmte Zutaten hinzugefügt, damit es gesünder aussieht, und es wird ausnahmslos in erdfarbenen Beuteln verpackt. Das ist ganz bestimmt nicht gesünder. Diese Hersteller erzählen Ihnen, dass ihr Futter das nachahmt, was Ihre Katze von Natur aus fressen würde, nur in trockener Form. Was für einer trockenen Form würde die Katze in der Natur jemals begegnen? Keksen, die durch die Wüste laufen? "In trockener Form" - das ist das Hauptproblem! Körner hinzufügen und Wasser entziehen, ob natürlich oder nicht - das ist keine gesunde Nahrung für Ihre Katze. Hier sind die Inhaltsstoffe eines "natürlichen " Katzenfutters, das ich gerade im Internet gefunden habe:

Geflügelmehl, frisches Huhn, brauner Reis, Hühnerfett (konserviert mit Tocopherolen, Rosmarinextrakt und Zitronensäure), Gerste, frische Kartoffeln. Leinsamen, Fischöl (konserviert mit Tocopherolen, Rosmarinextrakt und Zitronensäure), Frischei, getrocknete Hühnerleber, Anchovis-Fischmehl, Milchpulver, Molkenextrakt, Nährhefe, Kelp, Kasein, Kalziumkarbonat, Lecithin, Cholinchlorid, Lactobacillus acidophilus, Bifidobakterium thermophilum, Bifidobakterium longum, Enterobacter faecium, Bacillus subtilis, frische Heidelbeeren, frische Cranberrys, Zinksulfat, Vitamin E, Kreatin, Mangansulfat, Eisenproteinat, Manganproteinat, Vitamin B12, Vitamin A, Niacin, Vitamin D3, Kobaltproteinat, D-Kalziumpantothenat, Riboflavin, Kupfersulfat, Kobaltkarbonat, Biotin, Thiamin-Mononitrat, Folsäure, Pyridoxinhydrochlorid, Kupferproteinat, Natriumselenit, Papain, Yucca schidigera-Extrakt.

Es sieht vielleicht besser aus als Iams oder Science Diet, aber wann haben Sie zuletzt eine Katze in einem Naturfilm gesehen, die Rosmarin, Kartoffeln, braunen Reis oder Anchovis gefressen  hat?

Mit Rosmarin werden die Fette im Futter haltbar gemacht. Natürlich ist das besser als BHT und BTA oder andere künstliche Konservierungsstoffe, aber es bleibt ein Konservierungsstoff. Sie sollten Ihrer Katze kein Futter geben, das wochen- oder monatelang auf der Arbeitsfläche stehenbleiben kann ohne zu verderben. Richtiges Futter wird schlecht!

Anchovis wird wegen der Omega-Fettsäuren hinzugefügt, aber Omega 3-Fettsäuren sind viel zu empfindlich um lange Zeit im Trockenfutter in den Regalen zu überstehen. Diese Firma behauptet von sich selbst, dass sie Lachsöl auf das Futter sprüht um die Omega 3-Fettsäurenbilanz zu verbessern. Nur schlecht, dass das Lachsöl, das sie empfehlen in blauen Behältern ist. Lachsöl kann nicht korrekt gelagert werden, wenn es nicht luftdicht abgeschlossen ist. In dem Moment, wo die Flasche geöffnet wird, dringt Sauerstoff ein, und das Fett fängt an ranzig zu werden. Kapseln sind die einzige Alternative um Lachsöl frisch zu halten.

Warum Milch in diesem Futter ist, leuchtet mir nicht ein. Vielleicht um den Proteingehalt anzuheben oder wegen des Kalziums. Wenn Kätzchen einmal entwöhnt sind, gehört Milch nicht mehr zu ihrer natürlichen Nahrung.

Heidelbeeren und Cranberrys sollen das Futter ansäuern um den Harntrakt gesund zu erhalten. Aber leider führt die Säure im Trockenfutter zur Bildung von Oxalatkristallen. Rohes Fleisch bewirkt einen ausgeglichenen pH-Wert, Trockenfutter erfüllt diesen Zweck bei vielen Katzen nicht.

Yucca soll den Kotgeruch reduzieren, der gar kein Problem wäre, wenn Katzen in erster Linie ein geeignetes Futter bekämen.

Ich glaube, diese "Natural Petfood"-Hersteller sind noch sonderbarer (wenn das noch geht)
als die normalen Hersteller kommerzieller Futter. Sie bedienen eine besondere Klientel:
Leute mit Geld, die sich noch teurere Produkte leisten können und solche, deren Katzen von anderen Futtern Gesundheitsprobleme bekommen haben (obwohl die Hersteller von "prescription diets" den größeren Einfluss auf dem Markt haben). Aber unter diesen Kunden gibt es auch solche, die sich einiger Probleme bewusst sind, die mit den Markenfuttern im Lebensmittelhandel verbunden sind, oder die, die ihren Katzen einfach nur besseres Futter geben möchten. Natürlich ist am besten - aber das passt nicht zu Trockenfutter. Am Trockenfutter ist nichts natürlich.

Während heute diese "natürlichen Futter" noch von kleinen Firmen produziert werden, haben auch die größeren Hersteller bereits ihre Finger im Spiel. Wenn Sie sich beispielsweise die Inhaltsstoffe von "Nature's Best" von Science Diet angucken, werden Sie feststellen, dass es schlechter ist als die Rezeptur von "Original Formula". Brauerei-Reis ist die erste Zutat (in "Original Formula" sind es Huhnnebenprodukte). Ist Reis das Beste für einen Fleischfresser?
Viele dieser kleinen Firmen, die Futter produzieren, haben nicht viel Zeit investiert um etwas über Katzenernährung zu lernen und haben oft keine Ahnung, was es heißt, einen Fleischfresser zu füttern. Wenn sie dieses Wissen dennoch haben sollten, haben sie es mißachtet um ein Produkt als gesund zu vermarkten, das es wirklich nicht ist.

Obwohl ich damit rechne, dass es nie passieren wird, weil es zu teuer wäre, warte ich auf einen Hersteller, der anfängt Mäuse zu trocknen, sie mit braunem Reis zu vermischen und das ganze Katzenfutter zu nennen.






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eingestellt von Thea