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Infos zur Katzengesundheit / Allergie Teil 2: Allergiearten
« Letzter Beitrag von Anonym am 08. Dezember 2009, 17:45:57 »
Diese Infos sind Teil der homepage
http://www.warum-ada.de/Maja/allergie_start.html

Majas Chico leidet an einer Futtermittelallergie und Maja hat mit viel Zeit und Geduld Chicos Allergie unter Kontrolle. Ihre aufwendigen Recherchen hat sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Danke, Maja.




Auch wenn diese Seite hilfreiche Anregungen bieten kann, ersetzt das hier zusammengestellte Wissen nicht einen Besuch beim Tierarzt!


Allergiearten



Futtermittelallergie
   

Futtermittelallergien zeigen sich häufig durch Erbrechen und/oder Durchfall. Allerdings kann sie sich auch in Hautbeschwerden (wie bei Chico) äußern. Eine Futtermittelallergie zu diagnostizieren ist nicht einfach, da sich die Symptome von Katze zu Katze unterscheiden und die Symptome auch bei zahlreichen anderen Krankheiten vorkommen können. Daher sollte die Diagnose "Futtermittelallergie" immer eine Ausschluss-Diagnose sein, indem zunächst andere in Frage kommende Krankheiten abgeklärt werden. Dazu gehören auch andere Allergien, die meist etwas eindeutiger und leichter festzustellen sind. Die eindeutige Diagnose kann aber erst nach erfolgter und erfolgreicher Ausschlussdiät sowie einer möglichen Provokationsdiät als gesichert angesehen werden. Futtermittelallergie und -unverträglichkeit können gleichzeitig vorkommen, so dass manche Symptom-Auslöser herausgefunden werden können, manche jedoch nicht. Dies macht das Durchführen einer Ausschlusdiät auch bei einem durchgeführten Allergietest unumgänglich.

Neben "normalen" Futtermitteln wie verschiedenen Fleisch-, Getreide- oder Gemüsesorten können auch Zusatzstoffe im kommerziell hergestellten Futter für Allergien verantwortlich sein. Besonders in der Diskussion stehen hier Konservierungsstoffe wie BHT und BHA, die häufig unter dem Stichpunkt "EWG-Zusatzstoffe" in der Liste der Inhaltsstoffe auftauchen. Tatsächlich sind bei Katzen Allergien auf Zusatzstoffe und auch Getreide häufiger als auf tierische Proteine.



Pollenallergie
   

Pollenallergien äußern sich häufig in felinem Asthma bzw. Atemproblemen der Katze. Ebenso können aber auch Hautbeschwerden auftreten. Die Behandlung von Pollenallergien ist schwierig, da die Allergene nicht einfach ausgeschaltet werden können. Wurde eine Pollenallergie mit einem Allergietest diagnostiziert, bieten manche Labore an, Serum für eine Hyposensibilisierung herzustellen. Dieses muss der Katze dann in steigender Dosierung gespritzt werden, wodurch die Sensibilität gegenüber den Allergenen abnehmen soll. Diese Behandlung ist aufwendig und nicht immer Erfolg versprechend. Zudem besteht die Gefahr, dass Sensibilisierungen gegenüber anderen Allergenen entstehen. Allerdings kann eine Hyposensibilisierung auch erfolgreich sein. Es bedarf einer genauen Abwägung, ob es im konkreten Fall sinnvoll ist.

Mit einer dauerhaften Cortison-Gabe können zwar die Symptome in den Griff bekommen werden, allerdings muss mit Nebenwirkungen gerechnet werden (siehe Link).

Allgemein können einige Tipps bei einer Pollenallergie beachtet werden, die die Symptome lindern können:

    * Fenster und Türen tagsüber nicht offen stehen lassen
    * Auf dem Land spätabends, in der Stadt frühmorgens lüften
    * Nicht trocken fegen, da das Staub und Pollen aufwirbelt, sondern häufig feucht wischen
    * Einen Staubsauger verwenden mit Allergiefilter



Milben- und Flohallergien
   

Wurde eine Allergie gegen Milben oder Flohbisse festgestellt, liegt die Behandlung zunächst in der Beseitigung der Ursachen, also der Bekämpfung von Milben bzw. Flöhen. Dies kann durch entsprechende Antiparasitika geschehen. Zudem ist es wichtig, die gesamte Wohnung gründlich zu säubern durch häufiges Putzen und evtl. desinfizieren. Hier sind besonders auch die Schlafplätze der Katze zu säubern und desinfizieren und je nach Stärke des Befalls auch auszutauschen gegen neue.
Putzmittel etc.
   

Eine Kontaktallergie ist ebenfalls nicht einfach zu diagnostizieren. Vorhandene Allergietests für Katzen beinhalten keine Kontaktallergene, da es von diesen zu viele verschiedene gibt. Steht der Verdacht einer Allergie im Raum, sollte auch das eigene Putzverhalten sowie mögliche Reaktionen der Katze darauf beobachtet werden. Zeigt sich eine Verschlimmerung nach dem Putzen, liegt die Vermutung nahe, dass eine Allergie auf einen Stoff im Putzmittel vorliegt. Hier hilft es, ein anderes Putzmittel, das mit möglichst wenig Zusatzstoffen versetzt ist, ausprobiert werden. Zeigt sich anschließend eine Verbesserung, sollten alle verwendeten Stoffe im Haushalt (z.B. neben Putzmitteln auch Waschmittel, Spülmittel, andere Reiniger) auf die im Verdacht stehenden Zusätze geprüft und möglicherweise ausgetauscht werden.

Ursachen, Diganostik, Unverträglichkeit
Symptome
Therapie
Ähnliche Krankheitsbilder
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Infos zur Katzengesundheit / Allergie Teil 1: Ursachen, Diagnostik, Unverträglichkeit
« Letzter Beitrag von Anonym am 08. Dezember 2009, 17:45:39 »
Diese Infos sind Teil der homepage
http://www.warum-ada.de/Maja/allergie_start.html

Majas Chico leidet an einer Futtermittelallergie und Maja hat mit viel Zeit und Geduld Chicos Allergie unter Kontrolle. Ihre aufwendigen Recherchen hat sie uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Danke, Maja.





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Allgemeines


Allergie - Was ist das?

   

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem des Körpers auf körperfremde aber eigentlich unschädliche Umweltstoffe. Diese Umweltstoffe bilden die Allergene, sind also die Auslöser der Allergie. Der Körper reagiert mit der Ausschüttung von Antikörpern (IgE-Antikörper → Immunglobuli E), die normalerweise für die Parasitenbekämpfung zuständig sind. Die Antikörper kurbeln die Produktion bestimmter Hormone an, die an der Haut oder verschiedenen Schleimhäuten (z.B. Nase, Atemwege, Magen, Darm) zu Reaktionen führen.

Die Umwelt hält viele Allergene parat: Sie können in der Luft auftreten (z.B. Pollen, Hausstaubmilben, Pilzsporen) oder auch durch Kontakt (z.B. Putzmittel) oder die Nahrung/das Futter (z.B. Getreide, Konservierungsstoffe) aufgenommen werden. Prinzipiell kann jedes Protein(Eiweiß) für einen Körper allergen sein und somit als Auslöser einer Allergie in Frage kommen, wobei wasserlösliche und stabile Proteine häufig Allergien des Typs I (mit Sofortreaktion) auslösen.

Die Erscheinungsbilder von Allergien unterscheiden sich bei der Katze ebenso wie beim Menschen – sie können von Magen- oder Darmbeschwerden (Erbrechen, Durchfall) über Juckreiz (Kratzen, Haarausfall, häufiges Lecken) bis hin zu Atemproblemen und Asthma reichen. Es können einzelne Symptome auftreten oder auch mehrere in unterschiedlichen Stärken zu unterschiedlichen oder auch gleichen Zeitpunkten. Dabei tritt Asthma in erster Linie bei Inhalationsallergenen (z.B. Pollen, Hausstaubmilben) auf, während Magen-Darmbeschwerden vor allem bei Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten zu finden sind. Juckreiz ist häufig mit Flohbissallergien assoziiert, kann aber ebenso bei Futtermittel- oder auch Inhalationsallergien auftreten. Die Stärke der Symptome variiert ebenfalls stark von Fall zu Fall. Während einige Katzen schon früh immer wieder mit Erbrechen und Durchfall zu kämpfen haben, leben manche Katzen jahrelang mit der Allergie, ohne dass man ihnen das stark anmerkt oder entwickeln die Allergie auch erst zu einem späteren Zeitpunkt. Wie schnell nach Aufnahme des Allergens eine Reaktion bemerkbar ist, variiert ebenso stark: Bei Katzen zeigen sich Reaktionen vom Sofort-Typ (innerhalb von Sekunden bis zu wenigen Stunden) bis hin zum Spät-Typ (bis zu 3, 4 Tage oder länger) nach Aufnahme eines Allergens.

Allergien zu diagnostizieren ist häufig langwierig und erfordert vom Besitzer die Zusammenarbeit mit dem Tierarzt sowie Geduld, Konsequenz und genaue Beobachtungen. Als hilfreich hat sich hier das Führen von einem Tagebuch erwiesen, um auch später den Verlauf noch gut nachvollziehen und Rückschlüsse bei verzögerten Reaktionen ziehen zu können.



Ursachen
   

Die Ursachen von Allergien sind nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden genetische Prädispositionen (in diesem Fall spricht man von Atopien), einzelne Bestandteile von Futtermitteln (z.B. BHA, BHT), Impfungen, Umwelteinflüsse (Rauch, Abgase, usw.), geringere parasitäre Belastungen, übertriebene Hygienemaßnahmen und anderes.



Diagnostik
   

So vielfältig, wie die Symptome sein können, so unterschiedlich ist auch die Diagnostik, die betrieben werden muss, um zu der Diagnose "Allergie" zu gelangen. Häufig kann ein großes Blutbild Aufschluss geben, ob eine allergische Komponente oder eine andere Erkrankung ursächlich für die Beschwerden ist. Ebenso können aber auch Biopsien (Hautstanzen), Hautgeschabsel, Darmspiegelung, bronchoalveoläre Lavagen, röntgenologische Untersuchungen oder ähnliche diagnostische Verfahren notwendig werden. Wichtig erscheint mir, einen Tierarzt aufzusuchen, der sich mit der Thematik intensiv befasst und entsprechende Untersuchungen richtig durchführen und interpretieren kann. Ebenso kann es sehr hilfreich sein, sich selbst zu informieren. In den Links habe ich unter anderen sehr hilfreiche Informationsquellen aufgelistet, wo man auf viele Fragen Antworten finden kann.



Allergie vs. Unverträglichkeit
   

Immer wieder wird bei Reaktionen auf bestimmte Komponenten auch von "Unverträglichkeit" gesprochen. Wo liegt aber der Unterschied zwischen Allergie und Unverträglichkeit?

Es besteht durchaus ein Unterschied zwischen Allergie und Unverträglichkeit. Dieser muss sich jedoch nicht unbedingt in den Symptomen oder der Stärke der Symptome niederschlagen. Der Unterschied besteht darin, dass bei einer Unverträglichkeit keine Beteiligung des Immunsystems nachweisbar ist. So können die gleichen Symptome durch Stoffe hervorgerufen werden, der Auslöser ist aber nicht direkt über Antikörper nachweisbar, da z.B. ein Nahrungsmittel eine direkte Reaktion des Körpers hervorruft ohne den "Umweg" über das Immunsystem. Das bekannteste Beispiel einer Unverträglichkeit ist wohl die Milchunverträglichkeit (bzw. genauer Laktoseintoleranz) bei erwachsenen Säugern (beim Menschen ebenso wie bei Tieren): Diese entsteht durch einen Enzymmangel (Mangel an Laktase), wodurch die Laktose nicht ausreichend verstoffwechselt werden und so Symptome ähnlich einer Nahrungsmittelallergie hervorrufen kann.

Allergiearten
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Zu diesem Forum... Bitte VOR der REGISTRIERUNG lesen / Wichtig: Bitte bei der Registrierung beachten!
« Letzter Beitrag von Anonym am 30. Oktober 2009, 18:49:53 »
Hallo,

wenn ihr euch registriert, erhaltet ihr automatisch eine Registrierungsmail, erst wenn diese ausgefüllt bei uns eingeht, werdet ihr fürs Forum freigeschaltet.

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forum.admin@gesundeskatzenleben.com

dann klären wir das.

Das Team Gesundes Katzenleben
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Infos zur Katzengesundheit / Das Abwehrsystem unseres Körpers: "Unsere Freunde"
« Letzter Beitrag von Anonym am 26. Oktober 2009, 18:42:44 »
An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Jeanette, dass sie sich die Mühe gemacht hat, doch recht komplizierte Vorgänge in verständliche Worte zu fassen und dafür, dass wir diesen Text hier veröffentlichen dürfen.
Es wird hoffentlich vielen dabei helfen können zu verstehen, was ein "unverständliches" Blutbild eigentlich aussagt und welche Vorgänge sich eigentlich hinter einigen "abstrakten" Zahlen und Begriffen verbergen.



   
      Unsere Freunde
      Das Abwehrsystem unseres Körpers

      Ein verständlicher Text von Jeanette Bachmann



Teil 1: Leukozyten

Ich habe mir Gedanken über unsere allerbesten Freunde gemacht, und die wir in der Regel kaum kennen. Die einzig sinnvolle und positive Armee dieser Welt. Kurz, ich habe mich mit dem Abwehrsystem unseres Körpers befasst und versucht, es in eine verständliche Sprache zu übersetzen. Vielleicht bekommt ihr ja so Lust, diese treuen Freunde mal kennen zu lernen.

Also, los geht's:

Jeder Körper - egal ob von Mensch oder Tier - hat seine eigene Armee, die unermüdlich darüber wacht, dass keine Eindringlinge von außen (Bakterien, Parasiten) uns schaden können oder gar ein Umsturz von innen (z.B. Krebs) stattfindet.

Diese Verteidigungsarmee besteht  erstmal ganz allgemein aus den "Leukozyten", ungefähr vergleichbar mit dem Begriff "Soldaten". Wie bei jeder Armee teilen sich natürlich auch diese "Soldaten" in eine Reihe verschiedener Divisionen auf mit unterschiedlichen Aufgaben. Sie unterscheiden sich schon äußerlich voneinander, und auch in  ihren jeweiligen Aufgaben. Jeder ist spezialisiert, und sie gehören alle zum  "unspezifischen" Immunsystem. Das heißt, sie stürzen sich auf alle Infekte  oder Entzündungen, die z. B. aufgrund von Gewebeverletzungen entstehen.

Angenommen, wir schneiden uns. Was  passiert dann?

Es dringen Bakterien ein, und die beabsichtigen nichts Gutes. Der Kampf beginnt:

Als erstes stürzen sich die Mastzellen, die im Gewebe ganz in der Nähe sitzen, auf die Eindringlinge. Aber auch die in der Nähe befindlichen Monozyten sausen herbei und dringen aus dem Blut ins Gewebe, dabei ändern sie gleich auch noch ihren Namen, sie werden ebenfalls  Mastzellen. Diese Mastzellen haben neben ihrem gesegneten Appetit noch andere nützliche Waffen: sie entleeren ihre Vorräte an Heparin und Histamin. Heparin verhindert die Blutgerinnung, und Histamin verursacht, dass sich das Blutgefäß an der Verletzungsstelle vergrößert, also weiterstellt. Dadurch erhöht sich  die Durchlässigkeit der Blutgefäße, und jetzt können sich auch Proteine aus dem Blut und der Körperflüssigkeit durch die Adern quetschen. Das Gewebe  schwillt an, es entsteht ein Ödem, das die Geschwindigkeit der Bakterien  abbremst. Damit ist jetzt die "erste Verteidigungslinie" aktiv. Aber das  reicht in der Regel nicht!

Ich stelle euch jetzt die "Soldaten Leukozyten" im Einzelnen vor, denn die haben natürlich längst mitbekommen, dass etwas im Argen ist, und ihre Hilfe gebraucht wird. Sie wetzen so schnell sie können an den Ort des Geschehens, und nach ein paar Stunden wimmelt es auf  dem "Schlachtfeld" nur so von ihnen. Dieses Heer unterteilt sich noch mal in Spezialisten.

Die größte Anzahl sind die "Granulozyten", so genannt, weil sie viele Granula = kleine Körnchen enthalten. Und auch die sind wieder unterteilt  und spezialisiert.

Unter dem Oberbegriff Granulozyten versammeln sich zuerst mal die Neutrophilen. Ihre Anzahl ist die Höchste. Bei Katzen sind das ca. 60 bis 78 Prozent. Sobald sie Bakterien identifizieren, heften sie sich dran (übrigens können auch sie aus der Blutbahn ins Gewebe überwechseln), wachsen und werden größer und größer bis sie die Feinde ganz umschließen und dann - bon appetit, sie sind unglaublich verfressen - sind die Bakterien verschluckt und werden durch Enzyme verdaut. Nach einer Infektion steigt die Zahl der Neutrophilen nach einigen Stunden natürlich mächtig an.

Die Stammzellen oder  auch Urzellen aller Leukozyten kommen aus dem Knochenmark. Und auch dort ist  die Botschaft: "Wir sind angegriffen worden" längst angekommen, und es wird  heftig Nachschub produziert und rausgeschickt. Der Abwehrkampf ist jetzt in die "zweite Verteidigungslinie" übergegangen.

Die nächst größere Gruppe sind die Eosinophilen, ca. 0 bis 6 Prozent bei der Katz. Die sind nicht so verfressen, sondern verfolgen andere Aufgaben, zu denen wir später kommen.

Dann gibt es noch eine ganz kleine Gruppe, die Basophilen, die bei Katzen sehr selten vorkommen und wenn, dann sind bis zu einem Prozent normal. Auch sie setzen Histamin und Heparin frei. Das sind also die "Granulozyten".

Nochmal zusammenfassend: Neutrophile, Eosinophile und Basophile. Es gibt aber auch noch Leukozyten ohne diese Körnchen, die sogenannten "agranulären Zellen". Das  sind die Monozyten und Lymphozyten. Die Anzahl der Monozyten liegt  normalerweise zwischen 0 und 4 Prozent, die der Lymphozyten bei 15 bis 38 Prozent (immer auf Katzen bezogen, denn das ist von Spezies zu Spezies verschieden).

Die Lymphozyten teilen sich wiederum auf in B- und  T-Lymphozyten. Dazu aber später, denn das ist Bestandteil der spezifischen  bzw. erworbenen Abwehr, und damit ein ganz eigenes Kapitel, vergleichbar mit  dem militärischen Abschirmdienst.

Zurück zu unserer Schnittwunde:

Dort  herrscht mittlerweile das große Fressen. Wenn die Verletzung oder Infektion größer ist, dann kann es sein, dass die Neutrophilenzahl einfach nicht mehr ausreicht. Jetzt werden die Monozyten im Blut aktiv und marschieren los, gehen   ebenfalls aus der Blutbahn raus ins Gewebe, schwellen an und unterstützen die Neutrophilen bei der Fressorgie. Die ganze Bande gehört zum weißen Blutbild, auch Differential genannt, da es die Aufteilung der Leukozyten beschreibt.

Ein Herr Schilling, von Beruf Hämatologe, hat bemerkt, dass der Verlauf der Leukozyten beim Abwehrkampf immer sehr ähnlich verläuft und die so genannte  "Leukozytenkurve" entwickelt. Die ist sehr hilfreich bei der Einschätzung, wo  die Armee sich jetzt gerade im Abwehrkampf befindet.

Also noch mal: Beim Schnitt in die Pfote sind die gesamten Leukozyten zu dem Zeitpunkt niedrig,war ja auch nicht nötig bisher, daß sie aktiv wurden oder gar Verstärkung  brauchten. Depression nennt man das. Das hat nichts mit dem Gemütszustand zu tun, sondern ist einfach nur eine Bezeichnung dafür, dass die Anzahl sehr niedrig ist.

Aber jetzt: Alaaarm - Bakterien dringen ein. Auf in den Kampf, die Leukozyten und Neutrophilen steigen enorm an, wir sind in der "neutrophilen Kampfphase".

Es kann sogar sein, dass der Kampf so heftig und intensiv ist oder auch schon so lange dauert, daß die reifen Neutrophilen, auch Segmentkernige genannt, nicht mehr ausreichen, dann schickt das Knochenmark  sogar schon die unreife Vorstufe, die Stabkernigen mit raus. Das nennt man dann eine "Linksverschiebung" - weil in einer von links nach rechts verlaufenden Reifeentwicklung der Neutrophilen die Stabkernigen vor den Segmentkernigen kommen, also links davon liegen. Ist also ganz einfach. Gleichzeitig sind weder Eosinophile noch Monozyten auf weiter Flur zu erblicken und die Lymphozyten ziemlich tief im Keller.

Aber jetzt: Wie oben  beschrieben merken die Monozyten: „Das geht so nicht weiter. Wir müssen den Neutrophilen ganz dringend unter die Arme greifen“ und sausen  von überall her in der Blutbahn heran, quetschen sich aus den Blutbahnen durch ins Gewebe, heißen ab jetzt Mastzellen und fressen los, was das Zeug hält. Damit sind wir in der "monozytären Abwehr" – wenn sie ausreicht, dann haben die Erreger keine Chance gegen die Übermacht unserer Körperabwehrarmee. Deutliches Zeichen dafür: Eine Monozytose, sprich, die Monozytenzahl steigt drastisch an.

Bald  darauf greifen dann auch die Eosinophilen an (sie sind damit beschäftigt, die Antigen-Antikörper zu zerstören, damit die nicht dazwischenfunken), und es kommt zu einer Lymphozytose, einer massiven Vermehrung der Lymphozyten. Das nennt man dann die "Lymphozytär-eosinophile Heilphase" oder poetischer ausgedrückt, die "Morgenröte der Genesung".

Wenn jedoch die oben beschriebenen, angeborenen unspezifischen Abwehrmaßnahmen nicht ausreichen, um eine Infektion zu bekämpfen, dann treten Gifte ins Blut über und lösen weitere Abwehrmechanismen aus. Dazu gehört dann Fieber und insbesondere auch die Lymphozytenreaktionen, jetzt kommt es zu den erworbenen oder den spezifischen Immunreaktionen.

Der "militärische Abschirmdienst", die Lymphozyten sind ein  extra Kapitel für sich. Sie sind die Spezialisten für erworbene Immunität und  auf ihnen beruht u.a. auch der Impfschutz. Sie teilen sich auf in B- und  T-Lymphozyten, und wenn Interesse besteht, dann will ich euch gerne erzählen,  wie diese Herrschaften ihr Tagewerk erledigen.
         
So, das ist die freundliche Armee in unserem Körper, die ständig über uns wacht und uns beschützt und so wie ich  ihre Zusammenarbeit verstanden habe. Da ich aber nur ein medizinischer Laie bin, kann ich natürlich keinerlei Garantie dafür übernehmen, dass ich das  alles auch fehlerfrei kapiert habe. Korrekturen von Fehlern sind also jederzeit willkommen.

Text:   ©  Jeanette Bachmann



Teil 2 : Lymphozyten

Hallo,
vielen Dank für die positive Resonanz, das  hat mich dann gleich zum zweiten Teil angeregt.

Heute geht es um die erworbene bzw. spezifische Immunabwehr oder - um im Militärjargon zu bleiben -: den militärischen Abwehrdienst, die Eliteeinheit, die Lymphozyten.

Die Lymphozyten werden genau wie die Leukozyten und alle anderen Blutzellen im Knochenmark geboren. Aber statt dort auch aufzuwachsen, wird ein Teil von ihnen noch in ihren Kindertagen in ein Spezialausbildungsinternat, die Thymusdrüse geschickt, damit sie dort von der Pike auf ihr spezialisiertes Handwerk erlernen können. Die dort Aufgewachsenen heißen dann folgerichtig T-Lymphozyten.

Die B-Lymphozyten leben weiter im Knochenmark, das "B" in ihrem Namen leitet sich aber von der "Bursa fabricii" ab, die nur Vögel haben.  Und wie kommt das, warum von einem Vogelorgan?

Lange wusste man nichts über die speziellen Aufgaben der Lymphozyten, sie waren bis in die 50er und 60er Jahre immer noch ein weißer Fleck in der Forschung. Bis dann Forscher herausfanden, wenn man die "Bursa fabricii" (das ist lymphatisches Gewebe, das Vögel in der Nähe ihrer Kloake haben), schon bei sehr jungen Vögeln entfernt, und sie später Viren aussetzt, sie keinerlei Abwehr entgegenzusetzen haben und sterben. Ebenso erging es Mäusen, denen man die Thymusdrüse in jungen Jahren entfernt hatte. Das ist so bei allen Tieren und trifft auch auf Menschen zu - wir werden bereits mit den Grundlagen unserer Immunabwehr, den Antikörpern, geboren und besitzen eine unglaubliche Menge davon, denn jeder einzelne Antikörper (sie werden auch Immunglobuline genannt) reagiert immer nur auf ein einziges Antigen, für das er die allein passende Waffe ist.

Die späteren Aufenthaltsorte, die dann die weitere Ausbildung und Betreuung der Lymphozyten übernehmen, sind die Lymphknoten. Davon sitzt jeweils ein Paar links und  rechts unter der Ohrregion (erinnert ihr euch, wenn ihr erkältet seid, dass  der Arzt da euren Hals seitlich abtastet und mit ernstem Gesicht sagt: "Aha, die Lymphknoten sind angeschwollen.") Ein weiteres Paar sitzt in den   Achselhöhlen und ein drittes in der Leistengegend. Weitere "Heimatorte" sind Milz, Leber und Darm, aber auch die Mandeln.

Zurück zu den B- und T-Lymphozyten. Sie kommen verschiedenen Aufgaben nach:

Die Schulung und das Training der B-Lymphozyten bezieht sich nur auf eine einzige Aufgabe: das Auffinden von Antigenen.

Antigene sind Proteine oder auch Mehrfachzuckermoleküle (so genannte Polysaccharide), die immer auf der Oberfläche z.B. von Bakterien, Viren, Pilzen usw. sitzen. Wenn wir uns verletzen, dann dringen zusammen mit den Bakterien auch diese Antigene Huckepack auf den Eindringlingen in unser Gewebe ein. Jetzt werden die B-Lymphozyten aktiv, denn darauf sind sie geschult worden. Sie kapieren sofort: "Aha, gehört nicht zu uns. Ein Feind, ein Eindringling. Auf zur „Attacke" und docken genau an die B-Lymphozyten, die den für diesen speziellen Eindringling passenden Schlüssel haben (auch Rezeptoren genannt) an. Damit sind die B-Lymphozyten aufmerksam, also "sensibilisiert" worden. Das ist jetzt die aktive Angriffsgruppe.

Und wie machen sie den Feind nieder? Sie benutzen eine alte Kriegstaktik, teilen sich auf und greifen von allen Seiten an. Zuerst stellen sie eine Menge Klone, sprich Vervielfältigungen, von sich her, und jeder dieser Klone produziert wiederum eine Menge individuell spezialisierter Antikörper gegen die Eindringlinge. Die Antikörper - ausgestattet mit den richtigen Schlüsseln - rennen los und gehen auf die Jagd im Körper, ihr Reisetransportmittel sind die Lymphbahnen und das Blut. Sobald sie ein Antigen erblicken, stürzen sie sich drauf, docken an und öffnen mit ihrem passenden Antikörperschlüssel die Tür ins Innere, und wieder heißt es: Guten Appetit!

Wenn die Antigene erfolgreich bezwungen wurden, dann nimmt die Zahl der Antikörper wieder ab. Aber nicht, ohne sich ganz genau die Struktur dieser speziellen Angreifer gemerkt zu haben. Denn erinnert euch: Jeder Antikörper ist nur auf ein einziges Antigen spezialisiert und bleibt inaktiv, wenn ein anderes Antigen auftaucht, das nicht zu seiner Rezeptorstelle passt. Das kann sich bei einer Erstinfektion mit unbekannten Antigenen über Tage und Wochen hinziehen, daher werden "Gedächtniszellen" angelegt. Dringt also ein bereits bekannter Erreger bzw. das gleiche Antigen wieder in unseren Körper ein, geht der Abwehrkampf sehr viel schneller voran, denn der Körper spart hier eine Vorstufe und kann mit Hilfe dieser Gedächtniszellen blitzschnell die Antikörper vervielfältigen  und angreifen. Darauf basieren auch die Impfungen.

Kleiner Ausflug in die Geschichte: Dem englischen Arzt Dr. Edward Jenner war das im 18. Jahrhundert aufgefallen. Die Pocken waren damals eine europaweit herrschende Plage. Es gab kaum einen Ort, an dem nicht durch Pockennarben entstellte Menschen lebten. Jenner fiel auf, dass Melkerinnen, die sich bei ihren Kühen mit den für Menschen harmlosen Kuhpocken infizierten, nur leichtes Fieber bekamen und Pusteln auf den Armen, die den gefährlichen Pocken ähnelten, aber bald wurden die Frauen wieder folgenlos gesund. Das spannende für ihn war, dass die Frauen, die die Kuhpockeninfektion durchlaufen hatten, von den echten Pocken nicht mehr krank wurden. Sie waren immun - auch wenn es diesen Begriff damals noch nicht gab.

Und jetzt tat er etwas, was uns heute gruseln lässt,  denn er begann mit Menschenexperimenten. Damals war das noch kein Problem. Er holte sich einfach die Kinder armer Leute als Versuchskaninchen. Er ritzte ihre Arme an und infizierte sie mit Kuhpocken. Die Kinder klagten am nächsten Tag über Fieber, Müdigkeit und hatten Pusteln, aber kurz darauf war alles wieder völlig abgeheilt. Und dann ritzte er die Pockenpusteln echter Pockenkranker an und übertrug die Flüssigkeit auf die vorher von ihm "geimpften" Kinder. Und siehe da, die Patienten durchliefen nur eine leichte Infektion und wurden wieder völlig und ohne Entstellung geheilt.

Das war das Werk der B-Lymphozyten - sie hatten sich bei der Kuhpockeninfektion genau gemerkt, wie die Erreger aufgebaut waren, sie bekämpft und anschließend Gedächtniszellen angelegt. Als dann die echte, gefährliche Pockeninfektion kam, war das Immunsystem vorbereitet und im Nu alarmiert. Die B-Lymphozyten konnten sofort und ohne Zeitverlust mit ihrem effektiven Abwehrkampf beginnen.

Oben habe ich das Wort "Immunglobuline" erwähnt, so heißen die Antikörper auch. Sie werden durch Buchstaben in fünf verschiedene Klassen unterteilt:

Da ist einmal das Immunglobulin „M",  abgekürzt IgM. Das ist sozusagen der Vorreiter, denn es wird bei einer Infektion als erstes rausgeschickt. Es ist das größte Globulin und verfügt über fünf Andockstellen auf Antigene, d.h., ein einziges Immunglobulin M kann gleichzeitig zehn Bakterien platt machen! Andere hingegen nur zwei.

Und warum brauchen wir jetzt noch die anderen Immunglobuline, wenn das eine so effektiv ist?
Der tapfere Kämpfer Immunglobulin M lebt leider nicht lange, nur fünf Tage, dann stirbt er und wird im Körper recycelt. Nun stellen die Zellen zwar eine Menge an IgM her, aber sie ist trotzdem begrenzt, und daher sind die IgM nicht lange im Blut vorzufinden.

Werden bei einer Untersuchung größere Mengen an IgM im Blut vorgefunden, kann man daher davon ausgehen, dass es sich hier um eine akute Infektion handelt.

Als nächstes, nach ca. drei Wochen, tritt dann das Immunglobulin „G" auf den Plan. Sollte es sich jedoch um einen bereits bekannten Wiederholungstäter handeln, dann tritt IgG gleich auf und IgM taucht gar nicht erst auf. Der Grund dafür sind die Gedächtniszellen!

Das IgG kann zwar nur zwei Bakterien gleichzeitig angreifen und vernichten, aber dafür lebt es erheblich länger als IgM, nämlich 23 bis 28 Tage, also vier bis fünf mal so lange wie das IgM.

Das IgG ist die mütterliche Mitgift bei der Geburt. Es dringt durch die Plazenta in das Kind und schützt es mit den  mütterlichen Antikörpern in den ersten Lebenswochen, bis der Babykörper eine eigene Abwehrarmee aufzustellen beginnt.

Taucht IgG auf, dann zeigt es häufig eine zurückliegende Infektion an, da es lange vorhanden ist. IgM und IgG leben überwiegend im Blut.

Anders das nächste Immunglobulin, das IgA. Das Immunglobulin A lebt und kämpft in verschiedenen Körpersekreten wie Milch, Tränen und Verdauungssäften. Es lebt zwar auch nur so kurz wie IgM, ist aber deshalb sehr wichtig, weil es Stellen erreicht, an die die anderen Immunglobuline nicht gelangen können, da sie ja im Blut schwimmen. Das IgA killt die Angreifer im Magen-Darm-Trakt, den Atemwegen, Augen und im Urogenitaltrakt. Und natürlich schützt es auch Babies, die gestillt werden, weil es in der Muttermilch vorkommt.

Das nächste Immunglobulin kann sowohl Freud als auch Leid für den Betroffenen bedeuten. Immunglobulin „E" kommt nur in ganz minimaler Menge im Blut vor. Es schützt vor Parasiten, wie z.B. Würmern und Allergenen. Wenn es Kontakt zu einem passenden Antigen bekommt, schüttet es Histamin aus. Dadurch tötet es die Erreger. Außerdem erweitert es die Gefäße, und der Weg wird leichter durchgängig für andere Immunzellen, wie die Leukozyten, wie wir im ersten Teil bereits gelernt haben. Es wirkt außerdem muskelkontrahierend, was die Ausscheidung der Erreger über Lunge und Darm erleichtert. IgE ist bei allen allergischen Reaktionen beteiligt.

Das  letzte Immunglobulin ist das Ig"D". Die Erklärung hierfür ist kurz: Man weiß noch nicht genau, welche Aufgaben es wahrnimmt. Aber es wird vermutet, dass es die B-Lymphozyten unterstützt, denn es sitzt Huckepack auf ihnen und kreist mit ihnen durchs Blut.

Jetzt kommen die anderen Spezialisten, die T-Lymphozyten. Das "T" bezieht sich in diesem Fall auf die Thymusdrüse, in der sie ihre Ausbildung erhielten. Ihre Wirkungsweise wurde erst in den 60er Jahren entdeckt! Sie unterscheiden sich von den B-Lymphozyten dadurch, dass sie keine Immunglobuline haben. Wenn es der unspezifischen Abwehr (Leukozyten und Untergruppen) und den B-Lymphozyten nicht gelingt, einen Erreger abzutöten, dann kommen sie ins Spiel. Sie gehören zur "zellulären" Abwehr, und greifen die fremden Zellen direkt an und zerstören sie. Die T-Lymphozyten sind auf die Abwehr von langsam wirkenden Bakterien und Pilzinfektionen spezialisiert. Die T-Lymphozyten sind auch die Hauptabwehr gegen transplantierte Organe, und sie zerstören auch Tumorzellen. Bei Bakterien bilden sie das sogenannte Lysozym, mit dem lösen sie die Zellwände der Bakterien auf.

Aber gegen Viren müssen sie anders vorgehen - mit Zytokinen, auch Immunbotenstoffe genannt. Dazu gehören verschiedene Arten von Interleukin und Interferon. Das ist wiederum ein eigenes umfangreiches Kapitel, dessen Erklärung hier zu weit führen würde.

Die T-Lymphozyten sind  die Generäle der Schlacht: Sie sind es, die das Signal für den Angriff geben, ihn abblasen und die Wachen aufstellen, die darauf achten, dass der Feind nicht unbemerkt wieder angreift. Und das machen sie, indem sie ihre T-Zellen in vier wirksame Einheiten aufsplitten:

T-Helferzellen, T-Suppressorzellen, T-Gedächtniszellen und T-Killerzellen.

Die B-Lymphozyten können alleine nicht wirksam werden, sie brauchen die Hilfe ihrer Kumpel, die daher T-Helferzellen heißen. Sie koordinieren und aktivieren die anderen  Abwehrzellen. Ständig kreisen sie in unserem Körper und halten Ausschau nach Feinden. Sobald sie welche auftreiben, aktivieren sie die B-Lymphozyten und die Killerzellen der T-Lymphozyten. Die T-Suppressorzellen haben die wichtige Aufgabe, darauf zu achten, dass die Immunreaktion nicht unkontrolliert aus dem Ruder läuft. Wenn es reicht, dann schreiten sie ein: "Halt, Schluss jetzt, es reicht!"Die Gedächtniszellen speichern sorgfältig jede einmal gelernte Immunreaktion ab. Taucht ein bereits bekanntes Antigen wieder auf, lösen die T-Gedächtniszellen ganz schnell eine gezielte Abwehr aus. Das ist tragisch bei transplantiertem Gewebe, aber sehr nützlich bei Bakterien, Viren und Pilzen.

Und jetzt die Killerzellen. Wenn sie bei ihrer Suche durch Blut und Lymphe plötzlich Antigene finden, auf die ihr Rezeptor passt, dann docken sie an das feindliche Antigen an und schicken Lysosom (das ist eine Ansammlung verschiedener Enzyme) ins Zellinnere. Großes Heulen und Wehklagen, denn das sind verschiedene Eiweißstoffe, die die feindlichen Zellen auflösen und zerstören.

Text:   ©  Jeanette Bachmann, Januar 2006. Überarbeitet im September 2009.
 
 Copyright für beide Teile von "Unsere Freunde" ist:

"Copyright Jeanette Bachmann - gewidmet   Humphrey, 9,5 Monate alt und  Phoenix, 2,5  Jahre alt, meine geliebten Kater, die ich beide innerhalb von 6 Wochen im Jahr  2005 verlor"
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Infos zur Katzengesundheit / Rohfutter für Katzen selbermachen - Rezepte
« Letzter Beitrag von Anonym am 01. Juli 2009, 18:30:38 »

Wer das Thema Gesundheitsvorsorge: Die Wahrheit über Trockenfutter hier im Forum gelesen oder sich bereits anderweitig über die Rohfütterung von Katzen informiert hat, möchte vielleicht einmal selbst ausprobieren, was es damit auf sich hat. Deshalb stellen wir hier zwei bewährte Rezepte vor, mit denen man nichts falsch machen kann - vorausgesetzt man hält sich genau an die Angaben.

Zunächst möchten wir jedoch kurz auf einige spezielle Ernährungsansprüche der Katze eingehen, um zu verdeutlichen, dass man nicht einfach "intuitiv" an die Herstellung von selbstgemachtem Katzenfutter herangehen kann.

Vor etwa 35 Millionen Jahren haben sich die Evolutionslinien von Hund und Katze getrennt. Die Katzenähnlichen (Feloidea) haben sich in Folge zu derart erfolgreichen Beutegreifern entwickelt, das es für sie nicht erforderlich war, andere Nahrung als Beutetiere verwerten zu können. Doch der Erfolg hat auch hier seine Schattenseiten, die Katze ist nun nämlich auf Nahrungsbestandteile angewiesen, die sich ausschliesslich in tierischem Gewebe finden. Wir müssen bei der Zusammenstellung der Mahlzeiten daher folgendes beachten:

Hoher Proteinbedarf
Taurin muss in der Nahrung enthalten sein
Arachidonsäure muss in der Nahrung enthalten sein
Vitamin A muss in der Nahrung enthalten sein, die Vorstufe Beta-Carotin genügt nicht
Arginin in ausreichender Menge muss in der Nahrung enthalten sein
Nikotinsäure muss in der Nahrung enthalten sein

All dies und vieles mehr ist in den folgenden Rezepten, die an die Rezepte von Feline Future bzw. die im Buch von Michelle Bernard vorgestellten Rezepte angelehnt sind, berücksichtigt.


Rezept 1 - Grundbestandteil: Fleisch mit Knochen bzw. ganze Tiere

5 kg Fleisch mit Knochen
1 kg Herz
500 g Leber

10 Eigelb
10 Teelöffel Psyllium-Schalen
5 Teelöffel Kelp
5 Teelöffel Dulse
10 ml Lachsöl
2000 mg Vitamin E
2,5 Tabletten "Vitamin B 100"
1200 ml Wasser

Fleisch mit Knochen in Stücke zerlegen, die in den Fleischwolf passen, und wolfen. Herz und Leber ebenfalls durchwolfen.

Nun die Mischung für die Nahrungsergänzungsstoffe herstellen. Wasser, Eigelb, Psyllium, Kelp, Dulse, Lachsöl, Vitamin E, Vitamin B vermischen und einige Minuten quellen lassen. So ergibt sich eine sämige Konsistenz der Mischung. Anschliessend sorgfältig mit dem durchgewolften Fleisch vermengen. Das fertige Futter in Portionsbeutel füllen und einfrieren.

Anmerkung 1:
Geeignet für dieses Rezept sind z.B. Putenschenkel (erfordern einen kräftigen Fleischwolf), Hühner, Kaninchen. Ideal wäre es, die verschiedenen Fleischsorten abwechselnd zu verfüttern, z.B. morgens Huhn, mittags Kaninchen, abends Pute. Es ist nämlich so, dass zusätzlich noch beachtet werden sollte, dass idealerweise die Kalorienzufuhr jeweils zur Hälfte über Proteine und Fette erfolgt. Huhn ist da eher auf der fetten Seite (kann aber korrigiert werden, indem man einen Teil der Haut weglässt), Kaninchen ist eher zu mager.

Anmerkung 2:
Das Verhältnis von Fleisch zu Knochen muss stimmen, denn sonst stimmt das Ca/P-Verhältnis nicht (Calcium/Phosphor). Daher sind sogenannte Karkassen, die es sehr günstig zu kaufen gibt, für unsere Zwecke leider ungeeignet.


Rezept 2 - Grundbestandteil: Fleisch ohne Knochen

5 kg Fleisch
1,5 kg Herz
750 g Leber

200 g Knochenmehl
14 Eigelb
15 Teelöffel Psyllium-Schalen
7 Teelöffel Kelp
7 Teelöffel Dulse
15 ml Lachsöl
3000 mg Vitamin E
3,5 Tabletten "Vitamin B 100"
1600 ml Wasser

Fleisch, Herz und Leber wolfen.

Wie beim ersten Rezept beschrieben die Mischung für die Nahrungsergänzungsstoffe herstellen, also Wasser, Knochenmehl, Eigelb, Psyllium, Kelp, Dulse, Lachsöl, Vitamin E, Vitamin B vermischen und einige Minuten quellen lassen. So ergibt sich eine sämige Konsistenz der Mischung. Anschliessend sorgfältig mit dem durchgewolften Fleisch vermengen. Das fertige Futter in Portionsbeutel füllen und einfrieren.

Anmerkung 1:
Hier ist jede Fleischsorte geeignet, die Protein und Fett im Gewichtsverhältnis 2/1 enthält, also Kalorienverhältnis 1/1. Unsere Auswahl vergrössert sich jedoch, da wir zu magerem Fleisch ja einfach die entsprechende Menge Fett (in Form von Gänseschmalz) hinzugeben können.

Anmerkung 2:
Schweinefleisch ist für die Rohfütterung ungeeignet aufgrund des möglicherweise enthaltenen Aujetzky-Virus. Eine Infektion wäre für Katzen tödlich.

So, und nun viel Spass bei der Selbstzubereitung von Katzenfutter. Es ist keine Hexerei, wird schnell zur Routine, und die Katzen danken es mit guter Gesundheit und Lebensfreude.

Zum Schluss kommen wir jedoch nicht umhin, noch eine Warnung auszusprechen. Die angegebenen Rezepte haben sich als Alleinfuttermittel bewährt sowohl bei sehr alten Katzen (20 Jahre) als auch bei ganz jungen (4 Wochen, Findelkater Timmy, das Forumsmaskottchen). Das setzt jedoch voraus, dass man sich genau an die Rezepte hält. Es geht z.B. nicht, einfach doppelt soviel Leber zu verwenden, wenn gerade kein Herz erhältlich ist usw. Eine solche Vorgehensweise kann zu schweren Mangelerscheinungen oder auch Überversorgung mit bestimmten Vitaminen und Mineralien führen. Daher: Falls irgendwelche Fragen oder Unklarheiten bestehen, lieber im Forum nachfragen, bevor man etwas falsch macht.


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Infos zur Katzengesundheit / Ist Rohfütterung für Katzen gefährlich?
« Letzter Beitrag von Anonym am 01. Juli 2009, 18:24:49 »
Fragen und Bedenken

Für viele Katzenbesitzer, die sich bereits ein wenig mit dem Thema "Rohfütterung von Katzen" auseinandergesetzt haben und es auch vielleicht selber gerne einmal ausprobieren möchten, bleiben Bedenken und nagende Zweifel. Kann ich meiner Katze damit möglicherweise schaden? In rohem Fleisch sind doch vielleicht Parasiten und Bakterien, die zu Krankheiten führen könnten. Darüber müsste man sich zumindest bei gekochtem oder industriellem Futter keine Gedanken machen. Also vielleicht doch besser auf der sicheren Seite bleiben?

Um diese Bedenken zu zerstreuen, müssen wir zunächst etwas weiter ausholen und uns ein wenig mit der Physiologie der Katze auseinandersetzen. Und wir müssen uns die Frage stellen, wie denn die natürliche Nahrung der Katze aussieht.


Warum ist Rohfutter für die Katze genau das Richtige?

Körperbau und Gebiss der Katze weisen schon darauf hin: Wir haben es hier mit einem reinen Fleischfresser zu tun. Die Katzenartigen haben sich im Verlauf der Evolution zu derart erfolgreichen Jägern entwickelt, dass es für sie nie nötig war, auf andere Nahrungsquellen als Beutetiere zurückzugreifen. Daher ist ihr Verdauungstrakt optimal daran angepasst, Fleischmahlzeiten zu verwerten. Im extrem sauren Milieu des Katzenmagens wird der Großteil der potentiell schädlichen Mikroorganismen bereits zerstört. Der Darm ist kurz, da der an Nährstoffen reiche Nahrungsbrei nicht erst mit Hilfe bakterieller Fermentierung aufgeschlossen werden muss, wie es bei den meisten anderen Säugetieren der Fall ist. Entsprechend gering ist die zeitliche Dauer der Passage der Nahrung durch den Katzendarm. Hier bleibt Bakterien keine Zeit, sich in großer Anzahl zu vermehren. Die Katze zeigt daher eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit gegen Infektionen mit z.B. Salmonellen oder E. Coli.

Zusätzlich zu diesen generellen Erwägungen ist es so, dass Katzen mit starkem Immunsystem natürlich nochmals besser gegen Infektionen geschützt sind. Ein starkes Immunsystem und generell robuste Gesundheit kann jedoch nur dann gewährleistet sein, wenn eine optimale Ernährungssituation vorliegt. Und optimal kann für jeden Organismus immer nur die Nahrung sein, an die er sich im Laufe von Jahrmillionen dauernder Evolution angepasst hat. Deshalb ist es tatsächlich so, dass roh gefütterte Katzen weniger anfällig für die oben genannten Infektionen sind. Hier bestehen daher keinerlei Bedenken, vorausgesetzt, man füttert nur qualitativ einwandfreies Fleisch, d.h. Fleisch, das auch für den menschlichen Verzehr geeignet wäre.


Also kann man seiner Katze mit Rohfutter keinen Schaden zufügen?

Doch, man kann. Aber nur, wenn man bei der Zusammenstellung der Nahrung Fehler begeht. Es gibt jedoch inzwischen genügend Informationen hierzu, sowohl im Internet als auch in Buchform. Das ganze ist nicht so schwierig, wie einige Gurus es gerne darstellen möchten. Wer gleich loslegen will, findet auch hier bei uns Rezepte, die sich als Alleinfuttermittel seit über sechs Jahren bei Katzen jeglichen Alters und Gesundheitszustands bewährt haben.


Und der Mensch?

Als Fazit lässt sich sagen, dass die Rohfütterung für den Menschen gefährlicher ist als für die Katze, denn wir sind bei weitem nicht so gut gegen z.B. Salmonelleninfektionen geschützt wie unsere pelzigen Freunde. Also beim Umgang mit rohem Fleisch immer die allgemeinen Regeln der Hygiene beachten und öfter mal die Hände waschen, oder gleich mit Einmal-Handschuhen arbeiten. Dann ist es auch für uns nicht gefährlicher, als ein Steak in die Pfanne zu hauen oder ein Grillabend.


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Infos zur Katzengesundheit / Der Weg der Nahrung durch den Körper
« Letzter Beitrag von Anonym am 28. Juni 2009, 10:52:47 »
Krankheiten, die den "Verdauungstrakt" betreffen, sind leider sehr häufig, das ist bei Katzen nicht anders als bei anderen Lebewesen auch.

Meist ist es nicht nur "ein" Organ, das betroffen ist, man kann viele krankhafte Geschehen nicht klar abgrenzen. Um diverse Symptome besser einschätzen zu können, finde ich es sehr sinnvoll, wenn man sich mal genau überlegt, welchen Weg die Nahrung durch den Körper überhaupt geht und wo die "Schwachstellen" liegen könnten.


Der Verdauungsvorgang

Während der Verdauung laufen komplexe chemische und mechanische Vorgänge ab.


Mund

Hier geht es los mit der Verdauung. Die Essensbrocken werden zerkleinert und mit Speichel und Enzymen vermischt. Katzen kauen ihr Essen nicht sorgfältig, sondern schlucken oft große Brocken herunter. Außerdem befindet sich in ihrem Speichel keine Amylase.

Durch die Speiseröhre wird die Nahrung in den Magen weitergeleitet. Durch einen Ringmuskel am Ende der Speiseröhre gelangt die Nahrung in den Magen.


Magen

Durch Muskelbewegung wird die aufgenommene Nahrung im Magen mit Magensaft vermischt und so für die Weiterleitung in den Dünndarm vorbereitet.
Magensäure besteht u.a. aus Salzsäure und Pepsinogen bzw. Pepsin, was die Spaltung der Nahrung initiiert.
Die so vorbereitete breiige Masse ist der sogenannte Chymus. Dieser gelangt portionsweise durch einen weiteren Ringmuskel (Pylorusring) in den Zwölffingerdarm (Duodenum).


Die Verdauung im Dünndarm

Im Dünndarm findet die hauptsächliche Spaltung der Nahrung in verwertbare Bestandteile statt.

Im ersten Abschnitt des Dünndarms, dem Duodenum, wird dem Speisebrei Gallenflüssigkeit zugesetzt. Diese entsteht in der Leber, wird in der Gallenblase gesammelt und in das Duodenum abgegeben. Gallenflüssigkeit neutralisiert u.a. die Magensäure.

Zusätzlich zur Gallensäure wird der Nahrungsbrei mit Enzymen angereicht, die die Bauchspeicheldrüse absondert. Es sind die Enzyme Amylase (Kohlehydratverdauung), Lipase (Fettverdauung) und Protease (Proteinverdauung) die dafür sorgen, daß die einzelnen Nahrungsbestandteile durch die Darmwand aufgenommen und so verwertet werden können.


Die Verdauung im Dickdarm

Die nicht verwertbaren Anteile der Nahrung werden durch die Ileozökalklappe (auch: Bauhinsche Klappe) in den Dickdarm weitergeleitet. Im Dickdarm wird dem  Nahrungsrest die Flüssigkeit entzogen, was die Masse verfestigt. Als Kot werden diese Reste ausgeschieden.

Wenn es Probleme bei der Verdauung gibt, ist es schwierig mit der Diagnostik, denn häufig  sind reine"Verdauungsprobleme" von organischen Krankheiten und Ursachen nicht klar abgrenzbar. Die häufigsten Symptome Erbrechen und/oder  Durchfall _können_ auch erste Anzeichen von ernsten organischen Erkrankungen sein (z.b. Leber, Pankreas, Niere) und sollten daher immer zunächst einmal mit einer Kotprobe (Parasiten, Bakterien, unverdaute Nahrungsmittelrückstände) und einem Blutbefund  genauer diagnostiziert werden.

Es gibt einige Anzeichen, an welcher Stelle auf dem Verdauungsweg die Nahrungsaufnahme/-verwertung gestört sein kann, ein sehr informatives Dokument mit Hinweisen findet sich hier

http://www.animal-health-online.de/drms/klein/diarrhoe.htm

Es ist sehr hilfreich, eine Art "Ausschlußverfahren" durchzuführen, um so evtl. selber schon einmal mögliche Störfaktoren auszuschließen zu können.

Und es ist wie in jedem "auffälligen" Verhalten auch in diesem Fall besonders wichtig, ein Tagebuch zu führen, um gewissen "Regelmässigkeiten" zu erkennen.


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Infos zur Katzengesundheit / Antw:Mikkas Kreuzbandriss, Erfahrungsbericht von Thea
« Letzter Beitrag von Anonym am 25. Juni 2009, 11:24:52 »
Unser damals 5-jähriger Kater Mikka hatte sich durch einen Unfall einen Kreuzbandriss zugezogen.

Seine Leidensgeschichte und seine Gefangenschaft haben wir mit einigen Bildern dokumentiert:

Eines Morgens kam Mikka in die Küche, insgesamt war er guter Dinge, hatte den üblichen guten Appetit, humpelte aber sehr stark auf dem linken Hinterbein. Gebrochen war nichts, wie wir feststellen konnten, aber es war dennoch so stark, daß wir vorsichtshalber direkt zur Tierärztin mit ihm gefahren sind.

Die Diagnose war mit Hilfe des Schubladentests schnell gestellt: Kreuzbandriss!

Da das Gelenk stark geschwollen und schmerzhaft war und der Kreuzbandriss offensichtlich durch einen Unfall erfolgt war, hielt die Tierärztin eine Operation für angezeigt. Vier Tage später lag Mikka auf dem OP-Tisch.

Es kann auch sein (wie mir in einem Erfahrungsbericht geschrieben wurde), dass es einen guten Heilungsverlauf ohne Operation gibt. Aber das Risiko, dass sich durch die gerissenen Reste des Kreuzbands, die ja noch im Knie vorhanden sind, Entzündungen bilden, ist doch sehr hoch, und die Gefahr, dass es im weiteren Verlauf dazu kommt, daß man einen Arthritis/Arthrose-Patienten hat, ist gegeben. Und weil Mikka mit seinen 5 Jahren doch recht jung war, war die Entscheidung für eine Operation auch recht schnell gefallen.

Unsere Tierärztin hat eine Kapselstraffung durchgeführt.

Das Knie wurde aufgeschnitten und die gerissenen Bänder sauber entfernt. Gerissen war nur das Vorderband. Dabei stellte sie auch fest, dass Mikka ein recht heftiges Hämatom im Kniegelenk hatte, was die Unfalltheorie natürlich bestätigte und die OP war deshalb auch entsprechend blutig. Der Meniskus war in Ordnung.

Dann wurde alles wieder sehr stramm zugenäht, auch die Faszien, so dass das Knie sozusagen erst einmal steif war. Und ein recht fester Verband kam drum, Klebebinde, mehrfach umwickelt, was u.a. ja auch noch mal gestützt hat.

Bis hierhin war ja alles kein Problem...



Das ist unser kleiner armer Liebling am Tag nach der OP. Die Stäbe mussten wir am Vortag mit Kabelbinder zusammenziehen, denn er hatte die OP nicht wirklich gut vertragen und hat stundenlang randaliert und war nicht ansprechbar. Er hat auch entsprechend getobt und es tatsächlich geschafft, seinen Kopf zwischen diese Gitterstäbe zu klemmen, wir konnten sie nur noch auseinanderreissen und seinen Kopf wieder zurückschieben, es war nur schlimm. Am nächsten Morgen wußte er sicherlich von nichts mehr...


Mikka musste dann eine Woche in enger Käfighaltung leben, danach durfte er 6 Wochen (!) nicht laufen oder springen. Tja, hört sich recht einfach an...

Die enge Käfighaltung war rasch geklärt, dafür haben wir uns einen Hundetransportkäfig aus Draht geliehen




Dann kam natürlich der schwierige Teil, wie bringt man einen Kater dazu, 6 Wochen nicht zu springen und zu rennen??

Glücklicherweise haben wir genügend Platz und Handwerksgeräte, so dass wir das Wohnzimmer ausräumen konnten und statt Tisch und Sofa dann ein wunderbares großzügiges Gehege aufstellen konnten (2,40 x 1,80 m). Das haben wir zusammengezimmert aus dicken Kanthölzern und Draht, richtig solide und stabil mit Tür. Da konnte er sich dann auch ein wenig frei bewegen, denn ich hatte ja auch Befürchtung, dass sich die Haltung auch auf Kreislauf oder Verdauung auswirken könnte, was glücklicherweise nicht der Fall war. Die Haube des Katzenklos haben wir auch abgenommen, denn es hatte nicht lange gedauert und er war draufgesprungen...

 


 

Es lief alles besser als geplant. Es war natürlich nicht schön, dass er im Käfig sitzen musste, aber er hat sich recht schnell damit arrangiert und was sein muss, muss nun einmal sein. Die meiste Zeit des Tages waren wir bei ihm, entweder im Wohnzimmer oder in der Nähe, so dass er uns zumindest immer hören konnte. Und nachts hab ich sowieso bei ihm im Gehege geschlafen.

 



Nach einigen Tagen fing er an, den Verband abzuknibbeln mit den Zähnen, so war es ja auch geplant. Jeden Tag ein Stückchen, wenn es zu lang wurde, haben wir das herunterhängende Teil mit der Schere abgeschnitten. Der Vorgang hat ca. 3 Wochen gedauert, dann war die letzte Umrundung geschafft. Wir haben natürlich immer so gut es ging darauf geachtet, dass sich da keine Entzündungen bilden und auch nichts nässt.

Die selbstauflösenden Fäden waren dann eine Woche später auch verschwunden.




Das Fell ist recht schnell wieder nachgewachsen.



Und auch sein Quarktöpfchen hat er mit gutem Appetit ausgeschleckelt...


Er hat lediglich Antibiotika nach der OP bekommen für 10 Tage. Erkennbare Schmerzen hat er nicht gehabt, sonst hätten wir ihm sicherlich noch ein Schmerzmittel gegeben. Aber das war nicht nötig. Außerdem sollte er sich ja auch so weit wie möglich ruhig verhalten  körperlich, von daher wäre es evtl. auch kontraindiziert gewesen, ihm Schmerzmittel zu geben, denn das hätte ihn dazu verleiten können, das Knie über Gebühr zu belasten.

Ansonsten gab es eine Kur mit Agilium für 32 Tage, je 1/4 Tablette täglich

http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?tpp/00000000/A0146-XX.htm?inhalt_c.htm

Diese Nahrungsergänzung hat auch den Vorteil, dass die Tabletten wohl ausgesprochen gut schmecken, Mikka hat sie gegessen wie ein Leckerlie...

Alles in allem ist es besser verlaufen, als wir es erwartet hatten. Mikka ist ja nicht wirklich ein "verspielter" Kater, so dass es da schwierig war, für Unterhaltung zu sorgen. Manchmal hat er fürchterlich geschimpft, klar, die anderen durften alle rumlaufen - und er nicht!

Während der letzten Tage durfte er einige Zeit unter Aufsicht im Zimmer herumlaufen, aber es ist wirklich erstaunlich, _wie_ schnell so ein Kater auf einen Stuhl springen kann...

Die ersten Tage in "Freiheit" ging er noch ein wenig ruhig und bedächtig, aber ohne erkennbares Humpeln. Er hat auch viel geschlafen, es hat ihn sicherlich angestrengt.

Seine Sprungkraft war noch einige Wochen eingeschränkt, aber nicht soo schlimm, auf einen Küchentisch konnte er ohne Probleme springen. Nur die ihm sonst so eigene "Leichtigkeit" beim Sprung fehlte etwas, aber auch das war nach einigen Wochen völlig in Ordnung. Mittlerweile (Juni 2009) läuft und springt er schon längst wieder wie vorher auch.

Und jetzt gehen wir einfach davon aus, daß er keine Arthrose im Alter entwickeln wird...


Liebe Grüsse
Thea
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« Letzter Beitrag von Anonym am 25. Juni 2009, 11:21:11 »

Wir möchten mit diesem Forum eine Plattform schaffen, wo jeder herzlich willkommen ist, der sich über seine Katze(n) austauschen möchte.

Wir sprechen uns über alles rund um die Katze, es geht um das Zusammenleben allgemein, um die schönen und unvergesslichen Augenblicke mit unseren Samtpfoten, um die traurigen Momente, einfach alles, was uns bewegt.

Fotos sind natürlich sehr erwünscht, ein Bild sagt oft mehr als viele Worte...

Und selbstverständlich und in erster Linie gehen die Fragen um die Gesunderhaltung unserer Katzen. Wie oft wissen wir nicht, was Katzi denn nun hat, was hat der Tierarzt da eigentlich genau diagnostiziert, was können wir selber tun, um unsere Katze im Krankheitsfall so gut wie möglich zu unterstützen, welches Futter ist empfehlenswert, welches Parasitenmittel verwendet man und und und ...

Alles Fragen, vor denen man häufig erst einmal ziemlich ratlos steht. Und da ist es natürlich schön, wenn man sich mit anderen darüber austauschen kann und welche Erfahrungen (alternativ- oder schulmedizinisch) andere vielleicht schon gemacht haben in ähnlicher Situation.

Dieses Forum ersetzt NICHT den Besuch bei einem Tierarzt, die notwendigen Untersuchungen bzw. die Diagnosestellung und Therapie können wir nicht leisten. Die Beiträge dieses Forums geben lediglich die Erfahrungen und Meinungen des einzelnen Autors wieder, die Verantwortung liegt beim Halter selbst.

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