Autor Thema: Die gesunde Katze - so soll es sein  (Gelesen 12879 mal)

Anonym

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Die gesunde Katze - so soll es sein
« am: 19. Mai 2009, 21:46:07 »
Die gesunde Katze


Fell: dicht und glänzend

Das Fell ist die "Visitenkarte" einer Katze, denn ein verändertes Fell ist oftmals das erste Anzeichen einer Krankheit. Ein stumpfes und struppiges Fell kann von Allergie bis zu Problemen im Verdauungstrakt (dadurch eine resultierende Mangelernährung) alles bedeuten.

Wenn die Katze sich häufig kratzt, sind meist Flöhe der Grund der Plage.

Flohbefall kann man ganz einfach selber nachprüfen: man stellt die Katze auf eine glatte Oberfläche und rubbelt mit den Händen durch das Fell, die meisten Katzen lieben das. Es fallen winzig kleine Teilchen aus dem Fell. Wenn man diese kleinen scharzen Teilchen mit einem feuchten weißen Haushaltstuch aufwischt färben sie sich in Verbindung mit der Feuchtigkeit rot, das ist Flohkot. Man kann die Katze natürlich auch genausogut auf ein leicht angefeuchtetes helles und unifarbenes Handtuch stellen, auch da entwickeln sich dann die roten Flecken.


Ohren: Gehörgänge sauber


Augen und Nase: keine Sekretansammlung


Schleimhäute: rosa


Atemzüge pro Minute: 20 - 40

Bei älteren Katzen ist die Atemfrequenz niedriger als bei Jungkatzen.


Puls: 110 - 130 Schläge/Minute

Weil Katzen häufig ja nicht eine Minute lang still sitzen kann man z.b. 15 Sekunden zählen und dann x4 nehmen oder 20 Sekunden x3.


Körpertemperatur: 38° - 39°

Die Körpertemperatur einer Katze kann selber am besten mit einem Ohrenthermometer messen. Es gibt ein großes Sortiment im Humangebrauch, die von der Länge des Messkopfes für Katzenohren ausreichend sind. Man sollte darauf achten, daß die Messanzeige auf der Rückseite des Geräts ist, denn kurz aufeinanderfolgendes mehrmaliges Messen ist nötig. Einige Geräte piepsen kurz, wenn sie eine Temperatur ermittelt haben, das ist aber meiner Erfahrung nach nicht weiter stressig für die Katze, wenn man die Katze vorher mit dem Piepston vertraut gemacht hat. Das geht am besten dadurch, daß man ihr das Gerät zeigt, ein oder zweimal piepsen läßt, dafür gibt es ein kleines Belohnungsleckerchen.

Mittlerweile gibt es auch spezielle Ohrenthermometer für Hunde und Katzen im Fachhandel, diese haben etwas längere Messköpfe, für große Hundeohren reicht der kurze Messkopf, der für Menschenohren konstruiert ist, nicht aus.

Die Messung ist nicht so genau wie eine rektale Messung, dafür kann man sie aber stressfrei zu Hause durchführen. Die Abweichung kann 0,2 ° (+/- 0,1°) betragen, je nachdem, wie tief man in das Ohr gelangt. Es reicht aber allemale, um festzustellen, ob die Katze erhöhte Temperatur oder gar Untertemperatur hat.


Körpergewicht: zwischen 2,5 und 5,5 kg

Das ist eine ganz individuelle Angabe, es gibt auch Katzenrassen, die von Natur aus eben größer oder schwerer sind. Wie bei Menschen auch gibt es bei Katzen unterschiedlichen Körperbau, klein und kompakt oder hochbeinig und schlank...

Die Rippen sollten nicht zu sehen sein aber sehr wohl zu fühlen beim Streicheln. Ein kleines "Speckbäuchlein" ist sicherlich nicht sooo schlimm, aber Übergewicht tut keiner Katze gut. Wenn ein Katzenbesitzer mit liebendem Blick feststellt, daß seine Katze vielleicht ein wenig übergewichtig sein könnte - dann ist das auch der Fall!

Es gibt kaum etwas schwierigeres, als eine Katze zum Abnehmen zu bringen, wobei man sehr darauf achten muß, daß es nicht zu schnell passiert, denn bei Katzen kann  die Leber auf Nahrungsentzug recht schnell reagieren (hepatische Lipidose).

Daher sollte man von Zeit zu Zeit das Gewicht überprüfen. Wenn man im umgekehrten Fall vielleicht auch denkt, daß die Katze etwas dünner geworden sein könnte, kann es durchaus sein, daß sie seit längerer Zeit stetig abgenommen hat,  200 oder 300 gr kann man mit dem blossen Auge nicht erkennen, insbesondere auch dann nicht, wenn es etwas langfelligere Katzen sind oder wenn der Gewichtsverlust stetig und langsam ist.

Ein unverzichtbares Hilfsmittel ist eine digitale Babywaage. Die meisten Personenwaagen sind nicht präzise genug, weil sie häufig nur Stufen von 100-200 gr anzeigen, die Katzen gehen nicht freiwillig auf die kleine Stellfläche und stehen auch nicht still. Man muß sie also auf den Arm nehmen dafür um mit ihnen gemeinsam auf die Waage zu steigen, für Katzen ein durchaus stressiges Geschehen und sie wehren sich.  Wenn es zudem auch noch eine "normale" Waage ist, die das Gewicht nicht speichert, kann man die Anzeige nur schlecht erkennen mit der zappelnden Katze auf dem Arm.

Unsere Katzen lieben den Wiegevorgang. Sie gehen freiwillig auf die Waage denn sie wissen, daß es auf der Waage als Belohnung ein Leckerlie gibt. Mittlerweile ist es so, daß sie sich auf die Waage setzen und dann mit erwartungsvollem Gesichtsausdruck fragen "Bekomme ich da jetzt ein Leckerlie für?"...

Und diese Waagen haben den Vorteil, daß die Liegefläche groß genug ist, für die Messung müssen sie nicht sooo ruhig stehen, es reicht, wenn sie stehen und ihr Leckerchen essen. Die Meßschritte haben eine Abweichung von 5-10 g, sind also bestens geeignet.

Mittlerweile gibt es auch digitale Waagen für Hunde und Katzen im Fachhandel.


Kot: gut geformt, weich und feucht, braun

Der Kot ist häufig auch ein erstes Anzeichen dafür, daß etwas nicht in Ordnung ist. Schlechtgeformter Kot ("Matschhäufchen")  kann bedeuten, daß das Futter nicht optimal verwertet wird oder auch eine leichte Unverträglichkeit anzeigen. Ist der Kot hart und trocken kann ein Problem im Bereich des Darms vorliegen, insbesondere auch dann, wenn die Katze heftig und angestrengt presst.


Urin: klar und gelb

Besonders dann, wenn die Katze zu Problemen im Harntrakt neigt (Blasenentzündung) ist es empfehlenswert, ab und zu mit einem Urinteststreifen zu messen, es ist zwar nicht 100%ig aussagekräftig aber das Ergebnis kann ein erster Hinweis sein, der dann mit einer labortechnischen Urinuntersuchung weiter untersucht werden kann.





Mikka auf der Waage



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« Letzte Änderung: 13. August 2009, 10:25:59 von Thea »